2025- Edi's letzte Projekte: Eine deutsche Version eines Detektorempfänger der US- Navy von 1918

US- Navy- Detektorempfänger "SE-143" mit danebengestellter Audion- Baugruppe.
Es geht hier um den Detektorempfänger der US- NAvy, der "SE-143", er ist nahezu baugleich mit einer zivilen Version, dem bekannten "IP-500".
Es gibt mehrere nahezu baugleiche Geräte "IP..." und "SE...", die sich durch verschiedene Frequenzbereiche und Anwendungsbereiche unterschieden, etwa als "Radiokompaß" für die Schiffs- Navigation.
Tatsächlich ist das Gerät oben links "nur" ein Detektorempfänger !
Es hat die respektable Größe eines Großsupers der 50er/ 60er Jahre, es ist 60 cm breit, 37 cm hoch, 32 cm tief, 18 Kilogramm.
Dabei ist der Detektor nicht Bestandteil, der wird oben rechts an die Schraubverbindungen angeschlossen, die beiden Anschlußdrähte sind zu sehen.
Das Gerät kann durch die Methode des "Radio D- Zugs", das Anschließen weiterer Gerätschaften, erweitert werden, rechts kann mittels Kontaktstreifen ein Audion angeschlossen werden, dem folgend ein Audioverstärker. Verschiedene Detektoren, Zusatzspulen u. v. m. standen damals zur Verfügung.
Ok, der Platzbedarf wurde dann schon beachtlich.
Das nahm man damals eben hin.
SE-143 in einer Variante von NESCO (National Electric Signaling Co.,Washington), sehr schöne Ausführung mit Messingteilen.
Es gab Geräte dieser und der weiterentwickelten Bauarten mit vernickelten und polierten Metallteilen, sowie auch mit Edelholz- Frontplatte, ohne oder mit innerer Gehäuse- Schirmung.
Übersetzung:
Der IP-500-Empfänger ist einer der effizientesten Empfänger auf dem Markt.
Die Kreise sind auf höchstmögliche Effizienz ausgelegt.
Normaler Wellenlängenbereich: 300 bis 6.800 Meter.
Dieser Empfänger ist mit sechs Anschlussklemmen (normalerweise kurzgeschlossen
für 300 bis 6.800 Meter) ausgestattet, an die Ladespulen für den Empfang von
Wellenlängen bis zu 23.000 Metern angeschlossen werden können.
Die passenden Ladespulen sind: Primärspule 50, Sekundärspule 50 und
Rückkoppelspule 30 Millihenry.
Dieser Empfänger verfügt über eine hohe Selektivität, ist aber auch mit
einer Standby-Schaltung ausgestattet.
Er eignet sich besonders für den Einsatz in Laboren und von fortgeschrittenen Radioclubs, wo ein Empfänger mit höchster Perfektion in Design und Verarbeitung gewünscht wird.
Ein Schaltmechanismus ermöglicht die Verwendung von zwei abgestimmten
Kreisen und einer nicht abgestimmten Sekundärwicklung.
Die Kopplung zwischen den Antennen- und Detektorkreisen ist rein elektromagnetisch
und stufenlos veränderlich und reicht vom Maximalwert über Null bis zu einer
geringen Rückkopplung. Durch die absolute Nullkopplung zwischen den Abstimmkreisen werden die gewünschten niedrigen Kopplungen gewährleistet.
Störungen werden dadurch stark reduziert.
Die im Empfänger verwendeten Spulen sind Bank- gewickelte Induktivitäten aus
Hochfrequenzlitzen, die auf Bakelit-Rohren mit Gewinde gewickelt sind.
Die zusammengesetzten Spulen werden im Vakuum imprägniert und gebacken.
Die einzelnen Abschnitte werden automatisch durch einen vom Induktivitätsschalter betätigten Mechanismus verbunden, vollständig getrennt und geöffnet oder vollständig getrennt und einzeln kurzgeschlossen.
Dadurch hat jede Spule im Empfänger eine Eigenperiode, wenn sie mit ihren
Anschlüssen und Schaltpunkten verbunden ist, die kleiner ist als die kürzeste
Wellenlänge im Bereich des Empfängers.
Dies verhindert den Empfang von Störsignalen, reduziert die Absorption der
gewünschten Signale durch die Spulen, leitet die Energie in den Detektor und
minimiert Störungen auf allen Wellenlängen.
Die Kondensatoren sind selbstausgleichende Plattenkondensatoren.
Isolierende Buchsen sind in ihrer Konstruktion vollständig verschwunden.
Ihre Kalibrierung ist konstant und die Verluste extrem gering.
Der Empfänger ist unter einer 1/2-Zoll-Bakelit-Dilecto-Platte montiert.
Das Gehäuse besteht aus 1/2-Zoll-Eiche. Ein Schalter ist für den Röhrenempfang
und zum Schutz des Detektors während der Übertragung vorgesehen.
EMPFÄNGER, IP-500, INKLUSIVE HOCHWERTIGEM KRISTALLDETEKTOR 595,00 $
Gesamtabmessungen: 58,4 cm x 27,9 cm x 36,1 cm. Versandgewicht: 39 kg.
(RCA- Katalog 1922).
Beispiel einer Navy- Empfangsanlage mit Komponenten
Empfangsanlage, aus Howeth 1963 "History of Communications-Electronics in the United States Navy", Archive.org
Die großen Fenster sind sicher die eines festen Hauses, den Geräten nach eine Küstenfunkstelle.
Die Geräte auf dem Bild sind:
SE-1530 Empfänger für Küstenstationen, 10-50 kHz, (1919)
SE-1793 Abstimmbarer Sperrkreis 10-50 kHz (nur für SE-1530 Empfänger), 1920
SE-1617 HF Verstärker, 18-43 kHz + Audioverstärker 1919
SE-1603 HF- Generator (für RB & DC- Empfänger), 1919
F. W. Chesson: Early Naval Communications Equipment
("RB- Empfänger": Empfangsanlage Modell RA für U-Boot-Installationen... Sie verwendete Standardkomponenten der Marine und ein speziell entwickeltes Schleifenabstimmsystem und deckte den Frequenzbereich von 16 bis 1200 kHz ab. Nach der Entwicklung des Empfangssystems Modell RA entwickelte das Radio Test- Labor die Empfangsanlagen für Küstenstationen der Modelle RB und RC. Das Modell RB deckte den Frequenzbereich von 10 bis 50 kHz ab. Es bestand aus verfügbaren Komponenten, ergänzt durch eine spezielle Sperrkreis- Abstimmeinheit und einen neuen, von der Marine entwickelten Empfänger, den SE 1530. Die Sperrkreis- Abstimmeinheit ermöglichte den Einsatz einer etwa 60 Meter langen Eindrahtantenne in Kombination mit einer 2,4 Meter breiten Schleife mit 48 Windungen. Der neue Empfänger war der erste, der mit einem zusätzlichen Schaltkreis, dem Zwischenkreis, zwischen Primär- und Sekundärkreis konstruiert wurde. Dadurch entfiel die Notwendigkeit, den Sekundärkreis breit abzustimmen. Das Modell RC war ähnlich und deckte den Rest des nutzbaren Spektrums bis 2200 kHz ab.
Zu "DC- Empfängern" fand ich keine Angaben.)
Der Nachbau- Plan
Durch den Mailwechsel mit einem anderem Radiofreund, der sich intensiv mit Detektorempfang, Empfang auf Längstwellen, Verwendung frühester Röhren oder Erstz dieser durch angepaßte, moderne Röhren, sowie Adaption an heutige Bauteile, befaßt, kam ich darauf, den oben gezeigten Detektorempfänger "nachzubauen".
Kein 100,0%ig exakter Nachbau ! Ich fälsche nicht !
Es wird eine "Deutsche Version" des "SE-143" sein, sozusagen ein "Edi-SE-143 DE".
Warum eine "DE- Version" ?
Es ist unmöglich, geeignete Drehkondensatoren zu beschaffen, weder in Deutschland, noch in den USA, die Original- Drehkos hatten sage und schreibe 3500 pF und 5000 pF !!! Diese Bauteile stellt seit dem Ende der 20er Jahre mangels Bedarf niemand mehr her.
Die Geräte von damals waren allerdings auch von 44 kHz bis 1 MHz empfangsbereit, mit zusätzlichen Spulen bis 15 kHz.
Und da... setzt meine Anpassung an.
Ich habe alle Bereiche des SE-143 mit den originalen Spulen und Drehkondensatoren nachberechnet, und dann für deutsche Drehkondensatoren 3 x 500 pF (parallelgeschaltet) und 4 x 500 pF (parallel) umberechnet.
Ergebnis: Ich muß die Spulen und Umschaltungen nicht ändern, und kann problemlos die Bereiche LW unten 150 kHz bis MW oben 1600 kHz überstreichen.Ich habe dann sogar noch den weiteren Vorteil, für jede Empfangsfrequenz die zwei weitest- auseinanderliegenden Punkte für das L/ C- Verhältnis, also Cmax und Lmin oder Cmin und Lmax, verwenden zu können !
Und alle anderen Möglichkeiten, etwa den untersten Längstwellenbereich bis etwa 15 kHz durch Zuschalten eines Spulensatzes erreichen zu können, ist immer noch möglich, natürlich mit entsprechender Anpassung externer Spulen, wenn nötig.


IP-500 mit vielen Zubehör- Baugruppen:
Vorkreis (links), Längstwellen- Spule (oben), Kristall- Detektor (oben), Audion (rechts), zweistufiger NF- Verstärker (rechts neben Audion).
Beindruckende 1,30 m für diese Komplettstation, 70 kg, da braucht man schon einen einigermaßenen Tisch.
Da´zu kommen noch ein Satz Anodenbatterien, Heizakku, ggf. Gitterbatterie !
Die Stromversorgung wurde meist unter dem Tisch aufgestellt.
Hier der fast gleichgroße Nachfolger SE-1420, der bereits eine Audion-
Stufe enthält.
Oben der Zusatz- Spulensatz für Längstwellenempfang,
rechts ein zweistufiger NF- Verstärker.
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