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2025 Forschungsprojekt: Vor 100 Jahren - Detektor, Rückkopplungs- Audion, Mitnahme- Effekt, Homodyne, Autodyne

                   
Links: Westinghouse "RC", USA, 1922, es enthält ein Rückkopplungs- Audion und 2 NF- Verstärkerstufen.
Rechts: Das berühmteste deutsche Audion- Radio: Der "Volksempfänger VE301", 1933, Rückkopplungs- Audion und 2 NF- Verstärkerstufen.

      
Links:  Radio "Gimeg "4 Röhren- Homodyne", Niederlande, 1928, Eingangsstufe, Oszillator, 2 NF- Verstärkerstufen, von der Konzeption her ein Audion mit Überlagerer, vielleicht ein Direktmischempfänger ?
Rechts: '1925 "Citizens Call Book", Herbstausgabe S89: "Autodyne"-Kofferradio,
respektables Batterie- Gerät, immerhin mit 6 Röhren, von der Konzeption her ein Superhet mit sehr niedriger Zwischenfrequenz.

Aufgrund meiner Beschäftigung mit historischen Geräten, sowie einem doch recht deutlichen Mißverstehen der alten Funktionsprinzipien möchte ich hier diese alten Empfangsprinzipien "Audion" und "Mitnahme- Empfang" = "Homodyne", evtl. "Autodyne" verständlich erklären und nachvollziehbar darstellen.

"Homodyne" von "Homo" = "gleich", Empfangsprinzip, bei dem die Empfangsfrequenz und eine im Empfänger erzeugte, gleiche Frequenz zusammen verarbeitet werden -> Schwingaudion, siehe auch Überlagerung, Mischung.
"Autodyne" wird in einigen Quelln -Fachbücher, auch Internet- ebenfalls mit der "Homodyne"- Erklärung genannt, ist nach meinen Recherchen jedoch eine Superhet- Variante mit einer sehr niedrigen Zwischenfrequenz, z. B. um 40 kHz, also kurz über dem Hörbereich, (z. B. Citizens Radio Call Book 1925, Herbstausgabe, S. 89 ff.), darum beschreibe ich dies hier nicht.

Ich möchte für den Audion- Empfang mit "Mitnahme- Effekt" die deutsche Bezeichnung "Audion im Mitnahme- Modus"- kürzer "Mitnahme- Audion" anregen- es ist ja ein normales Audion in einem anderem Betriebszustand.
Wir haben eine eigene, schöne und reiche Sprache, die man benutzen sollte.

Eigennamen von Bauteilen, Geräten und Schaltungen betrifft dies selbstverständlich nicht.

Spätere Geräte, die ähnlich dem Superhet, mit einer der Empfangsfrequenz gleichen Oszillatorfrequenz, und damit mit einer ZF von Null, arbeiten, auch namentlich "Direktmisch- Empfänger", sind moderner, und ich werde sie nicht behandeln, da gibt e4s im Internet reichlich Informationen.

Ich hole etwas weiter aus- die Fachbuch- Artikel bekannter Funktechnik- Pioniere und Kapazitäten der Unis und Lehranstalten sind bekannt und richtig, treffen aber oft nicht die tatsächliche Anwendung.

Z. B. werden für die Beschreibung der Demodulator-Prinzipien einige Bauelemente- Kennlinien, die für viel spätere Schaltungen absolut korrekt sind, gezeigt, etwa ZF- Demodulatorschaltungen in Superhet- Empfängern, die arbeiten mit viel höheren HF- Pegeln, als zur Anfangszeit.

Was aber passiert im Bereich allerniedrigster Empfangsfeldstärken ?
Wie konnte man mit einfachsten Geradeausempfängern der 10er bis Ende der 20er Jahre echten Fernempfang ermöglichen ?

Und äußerst selten gibt es überhaupt Berichte über Untersuchungen mit detaillierten Beschreibungen von Messungen und nachprüfbaren Meßwerten.
Wobei ich oft Untersuchungen fand, die gemacht wurden, sehr aussagekräftig sind, die sich auf andere Kriterien bezogen, mit heutigen Kriterien nicht vergleichbar sind-z. B. Diagramme mit einer Ordinatenbeschriftung "relative Hörbarkeit" (amerikanisch, dort "relative Audibility), oder auch Untersuchungen mit Meßtechnik, die selbst heute noch aufwendig und teuer sind, etwa Gitterstrommessungen mit höchstempfindlichen Elektrometer- und Galvanometer- Geräten.

In sehr alten Fachzeitschriften findet man jedoch sehr interessante Informationen.

Ich habe zum Schluß selbst einige Messungen mit besserem Equipment, als man zur Anfangszeit hatte.
Meine Gerätschaften sind auch älter, 1964 - 2000, bringen aber gleiche Ergebnisse, wie modernste Meßgeräte- z. B. Durchlaßkurven sehen gleich aus, egal, ob ich ein riesiges Wobbelsichtgerät von 1964, einen Spektrum- Analysator mit Mitlauf-Generator modernster Bauart oder ein NanoVNA in Taschenradio- Größe verwende. Lediglich die direkte Übertragung der Meßwerte auf den Computer können die älteren Geräte nicht, aber Fotos reichen aus.

Die Messungen ergaben durchaus erstaunliche Ergebnisse, und geben konkrete Werte für Vergleiche.

Bilder: Eigenes Foto: "RC", Wikipedia: "VE301", vintageradio.nl: "Gimeg "Homodyne",
(vielen Dank an John Koster für die Gestattung der Foto- Darstellung), Citizens Radio Call Book 1925, Herbstausgabe: "Autodyne".

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