Die "Oktamonische Funktion"
Wenn Sie die historischen Veröffentlichungen gelesen haben, ist die Absicht eigentlich klar.
D. Grimes erweiterte den üblichen Geradeaus- Empfänger durch eine Vorstufe, jedoch diese arbeitet nicht als gewöhnliche abgestimmte Vorstufe, sondern als Frequenzverdopplungs- Stufe, den "Harmonischen- Generator".
Es wird also eine Frequenzwandlung durchgeführt, jedoch wird dazu kein zusätzlicher Oszillator verwendet.
Das heißt, die gerade eingestellte Empfangsfrequenz "1 x F" wird in einer "Harmonischen- Stufe" zur Frequenz " 2 x F" verdoppelt, und diese hohe Frequenz einem üblichen Audion zugeführt.

Grimes versprach sich von der verdoppelten Frequenz einen weiteren Abstand der Sender voneinander, und damit eine höhere Trennschärfe.
Die Modulation bleibt dabei unbeeinflußt, er betont, daß die Seitenbänder auch in der hohen Frequenz "2 x F" voll erhalten bleiben.
Bewirkt wird die Funktion durch eine Arbeitspunkteinstellung der "Harmonischen- Stufe" auf den unteren Kennlinienbereich (dem "Kennlinienknick"), die nun der modulierten Trägerwelle "1 x F" die untere Halbwelle wesentlich weniger verstärkt, oder ganz "abschneidet".

Damit ist die Trägerwelle nicht mehr sinusförmig, also stark verzerrt.
Diese Verzerrung erzeugt eine hohe Anzahl Oberschwingungen, von denen die zweite Harmonische, die doppelte Frequenz, im Anodenkreis ausgesiebt wird.
Die anderen Oberwellen werden somit weggefiltert.
Die in der Hüllkurve repräsentierte Niederfrequenz ist von der Verzerrung nicht betroffen, da sie ja immer noch voll vorhanden ist.
An der Sekundärwicklung des Ausgangs- Schwingkreis = Eingang Audion nun ist die gleiche NF- Hüllkurve zu sehen, wie am Eingang der Harmonischen- Stufe, der "Inhalt", die Trägerfrequenz , ist aber nun genau verdoppelt.


