Spitzentransistoren in der DDR

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Anfang in der DDR

Ebenfalls schon 1951 wurde in der DDR mit der Entwicklung von Halbleiterbauelementen begonnen, die erste Firma war ein ehemaliger Hersteller von Widerständen, die bekannte Firma "Dralowid", nach dem Krieg umbenannt in "Werk für Bauelemente der Nachrichtentechnik" in Teltow bei Berlin, bekannt als "WBN Teltow", die auf Verpackungen mitgedruckte Bezeichnung "RFT" bezieht sicht auf den Warenzeichenverband Radio- Fernseh- Technik, dem die Elektronik- Betriebe angehörten.
Leiter war der 1951 aus der Sowjetunion zurückgekehrte Wissenschaftler Dr. Matthias Falter.



1953 konnten in Teltow die ersten Muster von Spitzentransistoren fertiggestellt werden.
Danach wurden von 1954 bis 1959 eine Anzahl dieser Transistoren produziert.
Bereits bekannt waren auch die Flächentransistoren, die in dieser Zeit als Versuchsmuster produziert wurden.


Abbildung aus der "Jugend und Technk" vom April 1956.
Druckfehler: Links ist der Flächentransistor, rechts der Spitzentransistor.
Hier ist auch schon ein Versuchstransistor- Urtyp der ersten DDR- Flächentransistoren OC811 zu sehen, die Bezeichnung ist noch 5NCxxx (Zahl unentzifferbar)


Die kleine "Germanium- Röhre"

Die Spitzentransistoren wurden bei WBN in ein Gehäuse in Fingerhutgröße eingebaut.
Das Gehäuse hat einen Sockel, der in eine Fassung gesteckt wird.
Die Gehäuseform erinnert an eine "Stahlröhre", das ist eine Röhrenserie im Stahlgehäuse, die 1939 entwickelt, und bis Mitte der 50er Jahre noch verwendet wurde.
Und... der Transistor ist steckbar, eine Fassung wird mitgeliefert.

Spitzentransistoren nahmen Löthitze an den Anschlüssen sehr übel, die Werte veränderten sich, die Änderung blieb, u. a. konnte man die Verstärkungswerte noch weit erhöhen. Angeblich nutzten einige Neugierige aus, um die Werte bis an die Grenze auszureizen, aber der Transistor konnte bei solchen Experimenten ganz schnell zerstört werden, oder die Lebensdauer stark verkürzt.

Es gab laut Gehäusebeschreibungen des WBN auch die gleichen Transistortypen mit Lötanschlüssen- indes sind heute wohl keine davon erhalten.

Auch war für Spitzentransistoren eine Lebensdauer angegeben.
Wenn die Lebensdauer also begrenzt ist, ist eine Fassung absolut sinnvoll.

Die Lebensdauer von Spitzentransistoren wurde übrigens mit 100.000 Stunden bei 100mW angegeben (VDE- Fachberichte, 1956)



"Wenn ich mal groß bin, bin ich auch so eine schicke Stahlröhre"

 

 

 

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