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Radiogeschichte: Ein begnadeter Autodidakt

Radiogeschichte: Ein begnadeter Autodidakt
(Autodidakt: jemand, der sich selbst etwas beigebracht hat)

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Die Geschichte
Fotoserie

Wir kennen Marken wie Telefunken, Siemens, Nora, wir kennen die Namen von Funktechnik- Pionieren, wie Slaby, Nesper, Ardenne..., Röhren- Experten, wie Barkhausen und Ratheiser, Firmengründer, wie Arco, Grundig, Loewe..., wir kennen berühmte Geräte, wie Siemens- Kammermusikgeräte, Körting Transmare, Philips Philetta... es gibt niedergeschriebene Radio- Geschichte, die wir Radiofreunde kennen.

Doch manchmal kommen uns ganz unbedeutende, uralte Radios, die im Keller oder auf dem Dachboden gefunden wurden, in die Hände- und noch, bevor der erste Kondensator gewechselt wurde, erzählen sie Geschichte und Geschichten um die Menschen, die sie erschafften, oder für die sie einst spielten, das ist manchmal genauso spannend.

Die Geschichte

Zu einem der hier vorgestellten Eigenbau- Geräte konnte der jetzige Besitzer, Herr Demme, anhand des auf der Bodenplatte hinterlassenen Namens die historischen Hintergründe um den Erbauer, Herrn Münch, und sein Schaffen wiederentdecken.


Das ist nun etwas ganz besonders- und der Erbauer auch.
Mit Genehmigung der Familie des leider nicht mehr lebenden Herrn Herbert Münch möchten wir hier das Schaffen und Wirken dieses hervorragenden Hobby- Technikers darstellen, ich zitiere dazu aus dem von der Familie selbst geschriebenen Lebenslauf:

Herbert Münch wurde 1929 bei Nossen (Sachsen, zwischen Dresden und Leipzig) geboren, er wuchs auf dem kleinen Bauernhof seiner Eltern auf.
Bereits im Kindesalter wurde bei ihm die Bluterkrankheit diagnostiziert, damals noch eine sehr schwere, unheilbare Krankheit.
Die Krankheit setzte ihm sehr zu, die fehlende Blutgerinnung führte zu häufigen Blutergüssen, vornehmlich in den Gelenken, begleitet von schlimmen Schmerzen. Später kam es zu Gelenkversteifungen, besonders der Knie.

Den Eltern konnte er auf dem Bauernhof nur selten helfen, das Erlernen eines Berufes war ihm nicht möglich.
Aber wißbegierig vertiefte er sich in die Welt der aufblühenden Radiotechnik und Elektronik, und so gab es bald auch einen Fernseher. Nebenbei fotografierte er gern.

Er bastelte an Röhrenradios, studierte Fachzeitschriften, und bald schon konnte er Fehler ausfindig machen, und Geräte reparieren.
Für die Prüfung der vielen Röhren entwickelte er sogar selbst ein Röhrenprüfgerät, wofür er den damals zur Verfügung stehenden Kunststoff Bakelit verwendete, als Grundplatte für die Röhrenfassungen, sowie für Frontplatte, in welche die Bedienelemente und Kontrollinstrumente eingelassen sind.

Mit seinem grauen "SR1"- Moped fuhr er oft nach Roßwein in ein Fachgeschäft, um Ersatzteile und Lötzubehör zu holen.

Unter den damaligen Radiobesitzern sprach es sich herum, daß in dem abgelegenen Örtchen Göltzscha einen jungen Mann gibt, der fast allen Radiopatienten helfen kann.
Sie nahmen mitunter weite Wege auf sich, um ihr Radio von Herbert Münch wieder flottgemacht zu bekommen.

Die erste Arbeit nach dem Abnehmen der Rückwand war das gefühlvolle Entstauben des Chassis, um alle Kontaktstellen der Röhren und die Lötstellen auf Unversehrtheit prüfen zu können.
Einmalö konnte er sogar ein Flugmodell wieder zum Fliegen bringen, sehr zur Freude des Besitzers.

Über das späte Interesse an seiner Arbeit hätte sich Herbert Münch sicher gefreut, und wenn ihn nicht schon 1971 seine Krankheit "abberufen" hätte, würde er sicher mit Freude im Internet mit uns wirken.

Als humorvoller, freundlicher, und vor allem gütiger Mensch war Herbert Münch bei jedermann beliebt.

Für unbelehrbare Querulanten hatte er allerdings seinen, etwas speziellen Spruch:
"Den könnt'ch an der Wand zerreim !"
("Den könnt' ich an der Wand zerreiben !")

Fotoserie

Wenn man die alten Fotos sieht, kann man diesem Hobbytechniker nur Anerkennung zollen, sowohl sein Röhrenprüfgerät, aber vor allem seine Eigenbau- Geräte sind handwerklich hervorragende Arbeiten, die wahrscheinlich als Meisterstück jeder Prüfung standgehalten hätten. 

 




Das ist das im Text beschriebene Moped SR1, das ist ein Fahrrad mit Hilfsmotor.


Prüfgerät Eigenbau


Prüfgerät Eigenbau

Der Reparaturplatz

Der Reparaturplatz

Eigenbau 1, Abstimmanzeige mittig angeordnet.


Eigenbau 1 Innen. GN- (Georg Neumann-) Filter, DDR- "Stahlröhren"


Eigenbau 2, Abstimmanzeige links angeordnet


Eigenbau 2 innen
Ausgerüstet mit dem Neumann- UKW- Tuner- und Spulen- Bausatz.
Die Bauart ist sehr ähnlich "Edi's Tischgerät" !


"Edi`s Tischgerät" zum Vergleich
Gleiche Anordnung der Teile, gleicher Tuner. zum Teil gleiche Filter und Röhren, auffällig auch die gleichen, ebenfalls seitlich montierten Kunststoff- Bananenstecker- Buchsen aus gelblich- durchsichtigem PVC.



Eigenbau 3, das Gerät bei Hr. Demme. Von außen unspektakulär.



Eigenbau 3 Gehäuse Innenansicht. So ist noch nicht viel zu sehen. Wieder GN- Filter, DDR- Stahlröhren, die gelblichen Buchsenleisten


Eigenbau 3 Chassisansicht von oben: Jetzt sieht man eine hervorragende Konstruktion, die klare Nebeneinander- Anordnung der AM- und FM- Verstärkerzüge ist einmalig und absolut vorbildlich !
Besser kann man einen röhrenbestückten Eigenbau nicht bauen.


Der auf der Bodenpappe hinterlassene Name gab den entscheidenden Hinweis auf den Erbauer (Foto nachbearbeitet, um die Schrift deutlich zu machen)
Text: (Röhrentypen) "Oktober 1957" "Herbert Münch"

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