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Forschungsprojekt Audion Pendler Teil 12- Aussagen über Pendler auf dem Prüfstand

Forschungsprojekt Audion Pendler Teil 12- Aussagen über Pendler auf dem Prüfstand

Stellen wir die Aussagen der historischen Literatur auf den Prüfstand.
(Ich habe die Aussagen eingescannt, mit Lesesoftware digitalisiert, Verweise und Abbildungsnummern weggelassen.)

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Cantz- Der Pendelempfang(1952):

Es gibt drei grundsätzlich verschiedene Arten, wie man die der Modulation entsprechenden Schwankungen der Anfangsspannung auf den resultierenden Richtstrom der Pendelstufe wirken lassen kann. Die beiden ersten kommen beim "Fremdpendler" zur Anwendung, die dritte beim „Selbstpendler".

Bei der ersten wird die Rückkopplung so eingestellt, daß die Rohre niemals so große Schwingamplituden erzeugt, daß sie durch diese nennenswert übersteuert würde. Dann sind die Maximal-Amplituden, die z. B. Spannungswerte in der Größenordnung von l V erreichen, der Anfangsspannung einfach proportional, und man spricht von "linearem Pendelbetrieb".

Die zweite Möglichkeit ist die, daß man eine wesentlich festere Rückkopplungseinstellung wählt, so daß die Pendelröhre in der Hauptschwingzeit stets auf größte Schwingleistung kommt. Wenn sich dann die Anfangsspannung ändert, bleibt die Maximalamplitude der einzelnen Anschwingvorgänge etwa gleich, aber es ändert sich die Zeit, in der diese erreicht wird. Auch bei einem solchen Pendler ist eine Demodulation möglich, denn der mittlere Richtstrom bei der Gleichrichtung hangt nicht nur von der Höhe, sondern auch von der relativen Dauer der Schwingzüge ab. Diese Dauer hängt allerdings nicht mehr linear mit der Anfangsspannung zusammen, sondern nach einem logarithmischen Gesetz. Man spricht deshalb von ,.logarithmischem Pendelbetrieb"'.

Die dritte Möglichkeit kommt bei den sog. Selbstpendlerschaltungen kommt zur Anwendung. Dort verwendet man die Schwingungen selbst dazu, um durch negative Aufladung des Gitters der Pendelröhre die Anfachung selbsttätig zu unterbrechen, sobald eine gewisse Amplitude erreicht ist. Dann bleibt sowohl die Maximalamplitude als auch die Dauer der Hauptschwingzeit praktisch unverändert; es ändert sich aber die Anfachzeit und damit die Frequenz der Pendelungen. Auf dem Umweg über diese kommen dann auch wieder Richtstromänderungen zustande, die dann ebenfalls in einem ungefähr logarithmischen Zusammenhang mit der Anfangsspannung stehen.

Die Demodulation der starken angefachten Schwingungen erfolgt gewöhnlich durch Gleichrichtung am unteren Knick der Röhrenkennlinie.
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In meinem Versuchsaufbau bin ich durch veränderbare Amplitude (und damit änderbarem Wobbelhub), sowie Verstellbarkeit der Rückkopplung (Rückkopplungsdrehko) weitgehend frei in der Wahl der Betriebsart, es lassen sich die reine Audion-, die lineare und die logarithmische Betriebsart realisieren, wobei im Pendlerbetrieb die Pendelfrequenz selbst immer gleich bleibt.
Allerdings gehen die Betriebsarten fließend ineinander über.

 Ein Vergleich der resultierenden Resoananzkurven des linearen und des logarithmischen Pendlers (Bild 10 und 11) ergibt, daß die Kurve Bild 10 Flanken aufweist, die sich auf längere Stücke einer Geraden annähern als die Kurve Bild 11.


Die Bilder sind zur Erklärung FM- Demodulation gedacht, die Kurvenfomen selbst entsprechen recht gut den Bildern des Wobbelsichtgerätes.

 

 
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Die Resonanzkurve der Anfangsspannung ist als die hochfrequente Resonanzkurve des Pendlers anzusehen und als solche für die Selektion maßgebend. Durch ihre Gaußsche Glockenform fallt sie übrigens nach größeren Verstimmungen zu viel schneller ab als eine gewöhnliche Einzelkreisresonanzkurve gleicher Bandbreite, womit eine verhältnismäßig gute sog. „Weitab-Selektion'' des Pendlers gegeben ist.

Wie im vorstehenden Beitrag beschrieben, kann der Pendler, im "linearem Betrieb" feinfühlig eingestellt, tatsächlich erstaunlich trennscharf sein
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Schaltungen mit selbsterzeugter Pendelfrequenz
Beim Selbstpendler steigt bei fehlendem Empfang die Verstärkungswirkung soweit an. daß das bekannte Rauschen mit voller Lautstärke aus dem Lautsprecher ertönt.
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Das ist ein bekannter Effekt des (logarithmischen) Pendlers.

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Schaltungen mit fremderzeugter Pendelfrequenz
Wegen der außerordentlich großen Einfachheit der Selbstpendlerschaltungen haben sieh Schaltungen mit getrenntem Pendelfrequenzerzeuger bisher im Rundfunkempfängerbau kaum einführen lassen, obwohl sie einige beachtliche Vorteile aufweisen. Diese treten besonders dann zutage, wenn man sie in der linearen Betriebsform anwendet.
Dazu ist allerdings praktisch ein Bedienungsknopf notwendig, mit dem die Anfachung von Hand auf ihrem günstigsten Wert eingestellt werden kann. Meist geschieht dies mit Hilfe eines Potentiometers für die Anoden spannung der Pendelstufe.
Ein großer Vorteil eines solchen (linearen- Edi) Pendlers liegt darin, daß bei fehlendem Empfang kein Rauschen zu hören ist. wenn die Rückkopplung für einen ausreichend starken Sender vorher optimal eingestellt wurde.
Beim linearen Pendelbetrieb bleibt die Verstärkung mit und ahne Empfangsspannung dieselbe.
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Ja, wie beschrieben, kann ich dies bestätigen.

 
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Auf einen weiteren Vorteil des linearen Betriebes wurde schon im Zusammenhang mit den resultierenden Resonanzkurven hingewiesen: es sind die geringeren Demodulationsverzerrungen.
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Das kann ich ebenfalls bestätigen

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Auch ist die für die folgende NF-Verstärkung notwendige Aussiebung der Pendelfrequenz beim fremdgesteuerten Pendler etwas leichter möglich, weil diese einen festen Wert hat. Man kann dann einen Sangkreis anwenden, der auf diese Frequenz abgestimmt ist. Beim Selbstpendler dagegen kann sich die Pendelfrequenz mit den Betriebsspannungen und der Röhre n Steilheit in weiten Grenzen ändern. Es wird deshalb ein vermehrter Aufwand an Siebmitteln nötig, wenn man die oberen Tonfrequenzen nicht unzulässig abschwächen will. Bei den üblichen kleineren Empfangern, an deren Niederfrequenzseite keine Breitband-Anforderungen gestellt \verden. begnügt man sich allerdings mit einfachen Widerstands-Kondensator-Tiefpässen.
Der lineare Pendelbetrieb ergibt übrigens auch eine höhere NF-Ausgangsspannung. so daß man mit einer geringeren nachfolgenden NF-Verstärkung auskommt. Dadurch wird die Brummgefahr und evtl. die Gefahr akustischer Rückkopplungen verringert.

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Die Trennung von Audionteil und Pendeloszillator halte ich immer für ratsam- beides in einer Röhre (Stufe) zu machen, ist sparsam, schaltungstechnisch elegant, zeigt das Können der Entwickler, es ist aber fast immer ein Kompromiß zwischen den möglichen Betriebszuständen, optimal für einen Zustand, nie optimal für alle.

Ich nenne solche Schaltungen "Trickschaltungen".
Eine andere Trickschaltung war z. B. die Reflexschaltung.

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R. Walter in „Funkgeschichte“ 24/1999

1951 verfaßte CANTZ in den Laboratorien der Fa. Telefunken einen sehr ausführlichen Bericht. Er beinhaltet mathematische Beschreibungen, experimentelle Messungen und Schaltungsentwicklungen für den UKW-FM-Empfang.

Bei dem dort behandelten "Proportionalpendler" sind die HF-Rückkopplung und die Pendelamplitude sehr kritisch einzustellen.
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...wie im vorstehenden Beitrag bestätigt.
("Proportionalpendler" = "linearer Pendler" )

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...dieser Pendler kommt wohl der Vorstellung von ARMSTRONG ziemlich nahe.
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Das würde ich ebenfalls bestätigen.

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Dem Verfasser ist keine praktische Anwendung (des linearen Pendlers- Edi) bekannt.
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Das isst eine sehr merkwürdige Aussage- die Schaltung ist als Vorlage für KW- Amateure in etlichen Quellen angegeben, Möller in der FT, Bücher von Springstein und von dem sehr bekannten Werner Diefenbach, der viele Schaltungen entwickelt und veröffentlich hat.
Es ist durchaus anzunehmen, daß die Schaltungskonzeption des linearen (Fremd-) Pendlers gelegentlich von Amateuren genutzt wurde.

Nachtrag zu Bezeichnungsweisen:

In den Literatur ist von "Superregenerativer Mode", "linearem Pendelbetrieb" und vom "logarithmischen Pendelbetrieb" die Rede, letzteres meint die exponentiell ansteigende Schwingspannung ab Schwingeinsatzpunkt.

Ich denke, die deutschsprachigen Bezeichnungen sollten wir fürderhin verwenden.

"Superregenerative Mode"... Eindeutiger wäre ein ein Auszug aus der Ur- oder Patentschrift, die diesen Namen vergab, dann gäbe es wieder Streitpunkte: Ist dies ein "Pendler" ?"
Ist es in dieser oder jener Betriebsart noch ein "Pendler", ein "Halbpendler", ein "Pseudopendler", ein "gewobbeltes Audion"... sonstwas... oder nicht ? Gibt es eine Ur/ Patentschrift, die einen anderen Modus so bezeichnet ?

Wir haben im Deutschen die generelle Bezeichnung "Pendler", sowie die genaueren Erklärungen, wie die von Cantz.
Die steht auch so bei Vilbig, mit nur 2 Betriebsart- Unterschieden, auch bei Pitsch, Springstein und anderen.
Die Zuordnung ist sowieso sehr schwierig, da ja schon ein Bruchteil eines Winkelgrads am Pendlerspulensatz oder Rückkopplungsdrehko die Betriebsart(en) wechseln kann.

 

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