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Teil 2- Aufbau

Teil 2- Aufbau

Ich habe keine professionelle Antennenlitze aus isolierten Einzeladern verwendet, sondern Litze aus blanken Adern, und zwar Elektroinstallations- Erdungsdraht, der ist üblicherweise gelb-grün, ich habe die Ummantelung entfernt.
Die Enden der Antenne gehen mangels echter "Isolier- Eier" jeweils in eine eiförmige Schleife aus gummiertem Kopexrohr ("Riffelrohr" für Elektroinstallation), in der Riffelrohrschleife befindet sich der Haltepunkt, eine extrem stabile doppelte Hardyscheibe aus einem Antriebsgelenk des PKW "Wartburg 311" von 1962 !

Zudem habe ich im Antennen- Simulationsprogramm 4NEC2 ein Modell der Antenne erstellt, um das Richtdiagramm darzustellen, evtl. den Einfluß anderer Materialien und Einflüsse zu untersuchen.

Im Ergebnis habe ich jetzt eine Antenne, die mit hochohmiger Impedanz ideal an den EIngang der Röhrenradios angepaßt ist, der Antenneneingang der Röhrenradios war seinerzeit grundsätzlich hochohmig ausgelegt.
Das Richtdiagram der orizontalen und Vertikalen Ausrichtung zusammen ergibt nahezu kreisförmige Richtwirkung bei 1,6 MHz- das ist kaum zu übertreffen !
Bei 20 MHz, das ist  in der Nähe der obersten Frequenzgrenze der meisten historischen Radios, hat man dann ein aufgeteiltes Richtdiagramm aus mehreren "Nebenkeulen".

Das Simulationsprogramm gestattet vielfältige Einflüsse in die Berechnung einzubeziehen, etwa idealen, guten oder schlechten Grund. Auch Materialien haben einen Einfluß- ein Stahldraht gleicher Länge und Durchmesser hätte nahezu dasselbe Diagramm, aber eine deutlich Dämpfung, etwa 3,5 dB.

Inzwischen konnte ich auch schon erste Erfolge erzielen- ich empfing gestern, 12.5, etwa 11.00, auf etwa 28 m (etwa 22 MHz), einen der legendären "Zahlensender", das sind Sender, deren Sprecher oder Sprecherin monotone Zahlenkolonnen aufsagt.
Diese Sender waren in der Zeit des "kalten Kriegs" alltäglich- die Zahlenkolonnen waren verschlüsselte Botschaften von Regierungsstellen oder Geheimdiensten für Konsuln, Botschafter oder Agenten.
Ich habe jahrelang keinen Zahlensender mehr gehört, dachte, die wären ausgestorben. So war ich erfreut, so einen Empfangserfolg verbuchen zu können.

Der Empfänger war ein Blaupunkt Super 5W86 von 1936.
Ich habe den Empfang aufgezeichnet (Link unten).

Erdung

Wenn man eine historische Antenne baut, sollte auch die Erdung passen.
Ich habe ein großes, verzinktzes Eisengitter verwendet, normal nimmt man einfache Bleche, mangels solchen nahm ich den Gitterrost, die Oberfläche ist jedoch etwa wie eine Erdungsplatte,  etwa 1 qm. Der Boden ist am Fundamentgrund sehr feucht, der Grundwasserspiegel ist hier hoch, die Erdung funtioniert somit auch gut als normal- elektrische Erde, nur daß sie nicht mit der vom E- Werk gelieferten Erde identisch ist- die auch aufgrund der massiven Störmitnahme nicht als Radio- Erde verwendet werden soll.

Und die Erdung der Stromzuleitung darf auch nicht als Antennen- Erde verwendet werden !

Zusammen mit der Antenne ergibt sich gegenüber geschirmten Zuleitungen der positive Effekt, den schon R. Schönführ ("Wumpus" vom Wumpus- Golllum- Forum) hier beschrieb:

Hallo zusammen,
Bei Lesen eines alten Kataloges von KAPA aus den frühen Dreissiger Jahren fällt mir WIEDERMAL auf:
Man hat damals schon abgeschirmte Antennenzuleitungen vom Dach (Boden) des Hauses in die Wohnung zum Empfänger angeboten. Diese Leitungen sahen prinzipiell aus wie heutiges Koaxialkabel. Zum Teil waren Luftkammersysteme (wie heutzutage z.B Aircom) in Gebrauch.
Es ist nun so, dass moderene Antennenzuleitungen als impedanzmässig angepasste Systeme arbeiten. Das Signal der Antenne hat also die gleiche Impedanz wie das Kabel wie der Empfängereingang. Es wird also das Prinzip der laufenden Welle angewandt. Das erfordet aber eine Impedanztransformation der Antenne an das Kabel und vom Kabel an den Empfängereingang. Üblich sind Kabelimpedanzen von 75 , 60 , 52 Ohm. Das Koaxialkabel ist unsymmetrisch.
Bei der Beschreibungen der alten Kabel tauchen diese Begriffe nicht auf. Es wird als Leistungsqualität lediglich auch geringe Kapazität pro Meter verwiesen. Also z.B. 23 cm pro Meter. Ich hatte früher einfach immer angenommen, das wäre auch ein impedanzangepasstes "laufende Welle" - System.
Das kann aber nicht so sein, weil: Es fehlt bei den damaligen Systemen (Bausätzen, Einzelbauteilen) jeglicher Hinweis und jegliche Baukomponente. Keine Trafokopplung, kein Balun, kein Symmetrisch - unsymmetrisch - Wandler.
Es muss also so gewesen sein: Das Kabel war eine unabgestimmte Antennenleitung, die aufgrund ihrer Abschirmung gegen Masse des Antenneneinganges den mittel- bis hochohmigen Eingang des Radios mit steigender Länge immer mehr kapazitiv belastete und somit die Empfangsleitung verschlechterte. Bei 20 Meter lag sozusagen parallel zur Antenne eine Kapazität 460 pF.
Mein Onkel Willi (Radiopionier aus den Zwanziger Jahren) hielt von diesen Leitungen nicht viel. Zitat: "Bei 30 Meter kommt nüscht mehr an."
Allerdings wird die verbesserte Störstrahleinstrahlungs-Sicherheit innerhalb des Hauses durchaus ein Argument für diese Kabel gewesen sein.
Mit freundlichen Grüssen Rainer

Eine geschirmte Leitung vom Antennen- Speisepunkt zum Empfänger, ohne Anpaß- Übertrager, zieht die Empfindlichkeit durch den kapazitiven Nebenschluß des Kabels zum Eingang stark herunter !
Diese Leitungen kann man nur mit geeigneten Antennenübertragern an Antennen- Speisepunkt und Empfängereingang verwenden !
Eine historische Langdraht, wie hier beschrieben, bringt einen hervorragenden Empfang, und wann man den Erdanschluß einsteckt, ändert sich die Empfindlichkeit nicht !

Bleibt nur noch ein geeigneter Erdungsschalter, vielleicht nach historischem Vorbild- momentan mache ich die Erdung der Antenne bei Nicht- Empfang mit Zusammen- klemmen per Hand.



Mangels Keramik- "Isolier- Eier" habe ich die Abspannung am Einspeisepunkt an einem extrem widerstandsfähigen Gummiteil realisiert- es ist eine doppelte Hardyscheibe aus einem Antriebsgelenk des PKW "Wartburg 311" vo 1962 !
Der Zuführungsdraht kommt aus einem Kopex- Rohr, das ist "Riffelrohr" für Elektro- Installation, so ist die Zuführung isoliert und geschützt.


Hardyscheibe an der Baum- Aufhängeseite


Hardyscheibe von der anderen Seite aus. Das Aufhängeband ist ein starkes Nylon- Band mit Öse, welches 4 Tonnen Last abkann.
Die Kupferlitze ist in weitem Bogen in einem gummierten Riffelrohr- Stück geführt, damit ist die Litze optimal geschützt.


Aufhängung am Baum


Dach- Herunterführung, zur Verdeutlichung Teile des Bildes aufgehellt.
Die Speiseleitung befindet sich in einem Riffelrohr, welches an der Trennstelle der Dächer heruntergeführt wird.

Erdungsplatte'

Erdungsplatte


Erdung und Antenneneinführung, noch ohne Erdungsschalter

e


Blickrichtung aus Ost nach West


Blickrichtung aus Nord nach Süd

Auch schön: Das Kupfer glänzt in der Abendsonne.

 

 

 

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