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Restauration Siemens SB 780, Teil 10- Platte

Restauration Siemens Schatulle "Majestoso" SB 780 (De, 1949/50) m. Platte u. FB, Teil 10, Plattenspieler-TA

Fotoserie unten.

Wie beschrieben, ist die Steckachse dermaßen fest- da geht gar nichts- jeder Versuch im Guten scheiterte.
Aber... "Schwer geht !"... gibt's. "Geht nicht !"... gibt's nicht.
Frisch draußen- da kommt man auf gute Gedanken.

Ist 'ne Achse fest wie Hulle,
macht der Edi sich `ne Stulle.
Solcherart gestärkt und frisch
geht's dann an den Werkstatt- Tisch.

Die Lösung für festgegangene Teile bei Autos wäre ein Abzieher/ Abdrücker.
Habe ich auch verschiedene, aber die sind zu groß.
Also- muß einer gebaut werden.
Von Arbeit habe ich mir Stahlteile mitgebracht. Richtig dickes Zeug. 10 mm Stahl"blech".
Und mit dem Material und Bohrmaschine geht's in die Autowerkstatt, ich habe früher Auto- und Motorrad- Oldtimer restauriert.

Die Motorachse hat einen Konus für den Plattenteller, darüber ist sie 7,0 mm.
Dann einen dünnen Abschnitt, 5,0 mm.
Dann wieder einen 7 mm- Abschnitt, bis zur Spitze.

Ich gedenke, die Stackachse gegen den Konus abzuziehen/ abzudrücken, Gegenhalt muß auf dem 5 mm- Abschnitt sein, dieser muß sich formschlüssig gegen den 7 mm- Abschnitt abstützen, ein rein kraftschlüssiger Gegenhalt würde auf der Achse geschoben werden, und häßliche Längsriefen verursachen.
Der Plattenteller kann kein Gegenhalt werden, sein Konus würde auf den Achskonus gedrückt werden.
Konuspassungen können sich ineinander regelrecht verkeilen- wennmittig des Plattentellers keine Möglichkeit für das Ansetzen eines Abziehers ist, ist Schluß mit lustig- der Plattenteller würde nicht mehr heil abgezogen werden können.

Also... 2 Stahlklötzer gesucht.
3 Bohrungen rein- 7 mm in der Mitte, 6,5 die anderen.
Da soll Gewinde rein, M8. Benötigt 6,5er Bohrung. (Genauer eigentlich: Gewinde- Nennduchmesser mal 0,8 nehmen= Bohrungs- Kerndurchmesser= 6,4 mm).
Dann Gewindevorschneider rein.
Jetzt- Gewinde schneiden.

Beim Gewindeschneiden immer 2 Umdrehungen vor, eine zurück- das nennt man "Span- Brechen", sonst geht's nach einigen Drehungen extrem schwer, und dann bricht der Gewindeschneider, und das abgebrochen Stück bleibt drinnen.

Nachschneider rein, fertigstellen

Dann von einem Stahlstreifen 2 kleinere Streifen abgeschnitten.
2 Bohrungen durch beide Streifen gleichzeitig, 4,2 mm links und rechts.
Dann in der Mitte, genau Trennkante zwischen den beiden Teilen, die 5 mm- Bohrung für die verjüngte Steckachse.
Letztere Bohrung bohrt sich bescheiden- weil der Schraubstock drückt- selbst bei so dickem Zeug ist da ein heftiger Widerstand- 1 Bohrer verliert eine Schneide.

Aber- geht.

Dann Schrauben M8 Inbus ins Gewinde.
Inbusschrauben sind meist bessere Qualität, weil der Kopf unter schwerem Druck verdichtet ist, das Gewinde ist sowieso gerollt, außerdem läßt sich ein Schlüssel in den Schraubenkopf einstecken- das spart Platz, bei Sechskant ist der nicht immer einfach zu schaffen.
Schrauben M4 durch die Gegenhalter- Bohrungen durchstecken, Mutter rauf- ich habe gerade Gewindehülsen, die sind ganz gut für den Zweck.

Jetzt wird's ernst.

Abdrücker- Unterklotz aufgesteckt, bis unten geschoben, genau auf dem Konus plaziert.
OK, geht genau bis zum Konus- dann ist Ende- paßt.
Dann der obere Klotz mit den Inbusschrauben auf die Achse geschoben, Schrauben runtergedreht, Klotz nach oben gedrückt, paßt.
Dann der Gegenhalt auseinandergeschraubt, auf die Achse, zusammengeschraubt, paßt.
Inbusschrauben eindrehen, der obere Klotz stützt sich nun gegen den Gegenhalt.
Perfekt.

Dann Inbusschlüssel rein, und die beiden M8- Schrauben wechselseitig je 1/8 Umdrehung drehen.

Geht gar nicht schwer...Wat'n dat... die Achse war doch wie festgeschweißt... !

Oh- da tut sich was. Und... es geht noch leichter...
Schrauben hoch, Klotz anheben- Kontrolle.

Ja- super- ein Spalt wird sichtbar- die Steckachse kommt !
Also... wieder Inbusschrauben runter auf den Gegenhalt, weiter drehen.

Nach 1 Minute liegt die Steckachse da- ganz unschuldig.
Und ging sooo leicht runter...

Abdrücker ab, den PW 1 wieder zurück in die Wohnung, alles nochmal saubermachen, Achse entkeimen, fetten.

Ja, ich denke, das hat sich gelohnt.
Aufwand: 2 Stunden.

Und jetzt habe ich einen Abdrücker für Plattenspieler- Steckachse- falls jemand genau das beschriebene Problem mit einer festgegammelten Steckachse hat... ich geb' das Ding gern mal rüber.

Fotoserie


Material


Klotz bohren

Gewinde schneiden            


2 x vor, 1 x zurück,
sonst verläßt dich schnell das Glück...


Abdrückvorrichtung fertig


Abdrückvorrichtung angesetzt


Kontrolle- die Steckachse ist gekommen, ein Spalt wird sichtbar (dicht unterhalb des Klotzes)


Die Steckachse ist draußen,


Alles da, unbeschädigt.


DieSteckachse mit der Nut, wie vorher beschrieben.

Handskizze der Abdrückvorrichtung
Hier noch die Handskizze der Abdrückvorrichtung, um zu verdeutlichen, wie das genau funktionierte.
Leider krumm und schief- eben handgemalt- aber sollte die Funktionsweise verdeutlichen.


Detailfoto aller Teile

 

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