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Restauration Vorkriegs- Großsuper Körting Supramar S5340WL von 1934 Teil 10- Nachtrag

Restauration Vorkriegs- Großsuper Körting Supramar S5340WL von 1934 Teil 10- Nachtrag

Nachtrag für eventuelle Mitleser.

Der "Supramar" ist ja von 1934, und mußte- wie alle anderen Geräte jener Zeit, mit den vorhandenen Röhren und Bauelementen klarkommen.
Das führte gelegentlich zu ausgefallenen Lösungen, um z. B. hohe Verstärkung der Röhren mit noch geringen Steilheits- Werten zu erreichen: Rückkopplungen, oder Schwingen durch parasitäre Kapazitäten zu vermeiden: Neutralisation.

Auch im "Supramar" fand ich Schaltungsdetails, die dazu auch noch... nicht aus dem Stromlaufplan ersichtlich sind.
Dem Aussehen der Lötstellen nach wurde das so gebaut.
Das nennt man üblicherweise "undokumentierte Details" oder "undokumentierte Änderungen".

Ich kam darauf, weil ich an einer Abschirm- Blechwand eine leere Gewebeschlauch-Hülse fand.
Ich vermutete, daß dort mal ein Bauteil saß, welches vom Vor- Reparateur entfernt wurde.
Aber alle Bauteile waren vorhanden.

Bei genauerem Hinsehen fand ich dann einen weit ins Chassis gebogenen Draht, der vom Oszillator- Drehkopaket kommend, am Ende eine 1,5- Wdg.- Spule hat, und an den Oszillator- Spulenturm führt.
Eine 1-Wg.- Spule sitzt am Ende des Drahtes zum Spulenturm des Vorkreises, auch hier war der Draht verformt worden.

Es fiel anfangs nicht so auf, die Drähte sind versilbert, und nach über 80 Jahren dunkel-oxydiert.

Beide Spulen nähern sich anderen Drähten oder Metallteilen.
Besonders der Oszillator- Draht hat eine große Wirkung auf die Oszillatorfrequenz bei KW.
Kein Wunder- die Spule und der "Gegendraht" sind die Anschlüsse des Drehkos, der nicht massebezogen ist.
Ich habe das im Schaltplan eingezeichnet.

Ich würde sagen, daß dies eine beabsichtigte Maßnahme ist- auf jeden Fall haben die Teile nachweisbar Einfluß auf den Abgleich.

Beim Vorkreis ist die Spule vor dem Kreis- Fußpunkt eingesetzt, gegenüber dem Anoden- Zuleitungsdraht- je nach Wickelsinn und Kopplungsgrad ist das eine Rückkopplung oder eine Gegenkopplung.
Gleiches gilt auch für Spule und "Gegendraht" am Oszillator-Drehko.

Die leere Gewebeschlauch- Hülse ist nicht von einem fehlenden Bauelement, sondern ein Abstandshalter für den "Gegendraht", dieser war mit dem Tränkungsmitrtel angeklebt.
Spule und "Gegendraht" sind (mit-) frequenzbestimmend- ist der Draht lose, gibt es Frequenzverwerfungen., sowie Mikrophonie- Effekte bei aufgedrehter Lautstärke.

Inzwischen habe ich die Restaurierung abgeschlossen, die genannten Drähte in die Stellung gerichtet, in der sie -den Spuren am Abstandshalter nach- waren, und ich habe ja schon nach der "Großen Kondensator- Kur" -wie erwartet- eine Leistungssteigerung erzielen können.

Der Feinabgleich unter Einbeziehung dieser "Spulen", sowie Messung und Erstellung des Meßprotokolls stehen noch aus- das muß aber noch warten, bei Minus 12° in der Nacht und Minus 8 Grad am Tag ist es in der nicht beheizbaren Werkstatt ungemütlich.

Ich möchte dies hier noch anfügen, weil manchmal "der Teufel im Detail steckt".
Manchmal ist ein Draht eben "nicht nur ein Draht", sondern- eine Koppelkapazität- oder Induktivität.

Verbiegen oder Weglassen aufgrund Nichterkennens solcher Details kann ungeahnte Auswirkungen haben.



   
Die "Spule" ist rot markiert

   
Die "Spule" und der Abstandshalter- Gewebeschlauch am "Gegendraht" sind rot markiert

(Vergrößern: Klick auf Bild)   
Die "Spulen" und Gegendrähte sind rot eingezeichnet

 

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