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SABA Greencone, Sachsenwerk Fieldcoil, Siemens- Klangfilm: Lautsprecher- Schlachtfeste

SABA Greencone, Sachsenwerk Fieldcoil, Siemens- Klangfilm: Lautsprecher- Schlachtfeste

In einem bekannten Internet- Auktionshaus werden sie angeboten- diese Lautsprecher.
Dabei gab es sie höchstens in Werkstätten ohne Gerät oder Box.
Hier waren Lautsprecher- Schlachter am Werk.

Dabei... sind es Lautsprecher, die 50- 80 Jahre auf der Pappe haben !
Der Grund ist... Voodoo.
Und den machen sich einige Leute zunutze.


Leider werden dafür wertvolle, teils unwiederbringliche Geräte ausgeschlachtet, und in Einzelteilen verscheuert, verschrottet...

SABA Greencones


Das sind sie, die berühmten "Grünpappen".
 Manche mögen runde Magnete, manche eckige. Hier sind sogar beide Varianten drin. Für manche müssen es runde Lautsprecher sein, manche Leute akzeptieren auch ovale. Hauptsache, grün. 
Dieser Lautsprechersatz befindet sich in meinem SABA Wildbad 100, der spielt gut, ist aber noch unrestauriert.

Bei den SABA- Lautsprechern ist es die magische, grüne Pappe. Diesen Lautsprechern werden außerirdisch gute Klänge angedichtet, und so bauen einige Fans tatsächlich Boxen für moderne, leistungsstarke Anlagen, mit SABA- Lautsprechern, die gerade einmal 4 Watt vertragen !

Einen dicken Leistungsverstärker einmal richtig aufgedreht, fliegt einem die Membran um die Ohren.
Oder man verwendet Lautsprechergruppen, um die Leitung auf mehrere Lautsprecher zu verteilen. Aber da müssen dann schon eine Menge Radios Federn lassen...

Gut, die SABA Greencones sind mindestens gute, vielleicht sogar sehr gute Lautsprecher, da gibt es nichts. Auch haben sie einen hervorragernden Wirkungsgrad, sie konnten ja gerade mal die gewaltigen 4 Watt der damaligen Endröhren verbraten, um damit Krach macvhen zu können, wurden sie sehr präzise ausgeführt.

Aber... auch die Lautsprecher/ Boxenentwicklung hat nicht stillgestanden.
Eine gute, moderne Box, am besten exakt passend zu einem guten Verstärker- da ist es eigentlich unnötig, die alten Pappen zu verbasteln.


Auf jeden Fall gibt es heute gute Lautsprecher, nötigenfalls auch mit geringem Leistungsbedarf und hohem Wirkungsgrad.

Davon abgesehen... wenn ein Greencone infolge schlechter Lagerung über 5- 6 Jahrzehnte labberige Pappe hat, Korb oder Membran verzogen sind...

Transistoren- Endstufen moderner Geräte benötigen auch ganz andere Lautsprecher- Konstruktionsmerkmale, diese müssen eine hohe Eigendämpfung bereitstellen können.

Siehe Ausführungen zum Dämpfungsfaktor in http://www.audio-consequent.de und http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A4mpfungsfaktor

Aber was schreibe ich hier... allein der Ruf der Greencones läßt an der Transistor- Endstufe auch den klapprigsten SABA- Lautsprecher, mit einer Membran, die wie ein Scheuerlappen im Korb hängt, wie ein Gedicht klingen.
sealed

Sachsenwerk/ Fieldcoil


Sachsenwerk- Lautsprecher (Olympia 503)
Nein, ich schlachte nicht- den habe ich wegen einer Gehäusereparatur vorübergehend ausgebaut.

Hierzu möchte ich einen sehr guten Text des Musikers M. Meyer zitieren:


...die alten Sachsenwerk-Lautsprecher, oftmals als "Fullrange Speaker" oder "Tweeter" usw. angeboten, sind leider - um es mal drastisch zu beschreiben - heutigen Lautsprechern zum Vergleich erbärmliche Papptröten. Warum? Den damaligen Hörgewohnheiten entsprechend wurden die Lautsprecher und ihre zugehörigen Verstärker mit ihren Bauelementen und Röhren wie AL4 oder ECL11 und besonders die Ausgangsübertrager (!) auf mittenbetonten Klang ausgelegt. AM, d.h. Kurz- bis Langwelle war damals vorherrschend mit ihrer sehr schmalen Bandbreite. Wenn Bässe überhaupt, so kamen die vom Holzgehäuse der damaligen Radios! Höhenwiedergabe war nicht nötig, die insgesamt dumpfe Wiedergabe war völlig ausreichend für damalige Verhältnisse. Und mehr können diese Lautsprecher auch nicht, sie wurden von den Herstellern so dimensioniert! Das änderte sich erst, als UKW aufkam, allerdings wurden die Lautsprecher auch noch längere Zeit in Geräte mit UKW - dann zusammen mit Hochtönern (Olympia 551WU ab 1955) oder kleineren Breitbandern (Olympia 571W oder WL ab 1957) - verbaut.

Sie wurden im Zeitraum von ca. 1950 (ab Olympia 503W) bis 1958 (Olympia 573W) in den Radios und Barwagen verbaut.

Da ich selbst seit 'zig Jahren ausschließlich Sachsenwerk-Geräte restauriere, habe ich mir einmal spassenshalber ein selbst- "matched Pair" dieser "Fullrange Speaker" in zwei Birkenholz-Schallwände eingebaut, zusammen mit zwei passenden Hochtönern. Gemessen wurde zunächst der Frequenzgang von 16 Hz bis 16 kHz, anschliessend der Klirrfaktor, dann wurden die Schallwände mit Musikarten aller Art von Klassik bis Pop betrieben.

Das Ergebnis ist hinsichtlich Frequenzgang und Wirkungsgrad im Vergleich zu heutigen modernen Lautsprechern einfach miserabel. Jede Billigbox eines NoName-Herstellers klingt besser. Die gemessenen Frequenzgänge hatten eine stark ausgeprägt mittenbetonte Kurve und so gut wie keine Bässe bzw. Höhen. Ab etwa 3 kHz bereits erfolgt schon z.B. ein starker Abfall in der Wiedergabe. Bass? Bis ca. 100 Hz, weiter runter ist Schluss. Hinzu kommen bauarttypische Eigenresonanzen, die sich u.a. in Klirren äußern - sie rühren u.a. von der Zentrierspinne her, die bei größeren Membranbewegungen abhängig von der zugeführten NF-Spannung bei einigen Frequenzen mitklirrt oder -knarrt. Ausserdem:

Die Schwingspule der Lautsprecher liegt offen. Zwar wurden die LP meist mit einer Stoffabdeckung montiert, dennoch konnte oftmals Luftfeuchtigkeit über die Jahre eindringen und hat das Schwingsystem verzogen - Kratzen in der Wiedergabe ist die Folge, ein Neuzentrieren ist meist sehr zeitaufwändig, wenn nicht gar ohne Demontage unmöglich. Der Staub tat sein Übriges....

Ich kann nur ernsthaft davon abraten, diese Lautsprecher für modernes HiFi-Hören zu kaufen. Die Enttäuschung über die Wiedergabeeigenschaften ist vorprogrammiert. Es sei denn, man setzt sie wieder für ihre Zwecke ein, für die sie konstruiert wurden - nämlich AM-Wiedergabe in ihren alten Radios. Zumal es schon ausgesprochen lästig ist, die Erregerspulen der LP mit ca. 350V Gleichspannung zu füttern...

Als angemessenen Preis für so einen Lautsprecher kann man 20,- Euro veranschlagen, dann sollte der zugehörige Ausgangsübertrager aber schon mit dabei sein.

M. Meyer


Dazu von mir:

Ungebrochen ist der Hype auf die SABA Greencones.
Die mögen ja gut sein, sind ja aus den 50ern/ 60ern, als es schon UKW gab.

Aber die Uralt- Lautsprecher mit "Siemens/ Telefunken- Klangfilm", Sachsenwerk Field Coil, usw. fleddern die Schlachter aus anderen Gründen, und zwar wegen... Esoterik- Zeugs.

Die Japaner und Chinesen stehen ja
so auf  Yin/ Yang, positives/ negatives Chi, Tai Chi, Feng Shui, Qui Gong, Ping Pong... sonstwas...
Und da stören die  magnetischen Ströme/ Strömungen/ Flüsse von Dauer- (Permanent-) Magneten das "positive Chi", eben weil permanent (ständig) vorhanden. Und Lautis mit Feldspule sind da im Moment ganz groß angesagt, in Ebay als "Field Coil Speaker" im Hype.

Magnetfeld nur da, wenn Feldspule unter Saft.
OK, das hört sich nicht mal so unlogisch an.
Nur ist der hohe Magnetfluß ja nur im Luftspalt des Magneten... Meter entfernt vom Lautsprecher ist kein Kompaß, und wohl kaum ein Meßgerät noch in der Lage, ein Magnetfeld eines Radio- Permanentmagneten nachzuweisen.
Da sind andere Felder, etwa hochfrequente Felder des Mobilfunks, des Rundfunks oder Satellitenempfangs, erst recht Störfelder moderner Elektronik, viele Potenzen stärker. Und vielleicht schädlicher. Nicht nur für`s Chi, sondern für den Voodoo- Anhänger.

Und... Daß die ollen Papptröten  aufgrund ihres Alters, der Erfordernis, und damit ihrer Bauart, nicht so besonders klingen, macht oft die "Klangfilm"- Bezeichnung wieder wett, da addieren die Ohren der Voodoo- Gläubigen... die fehlenden Bereiche schon wieder zu.
tongue-out

 Siemens/ Telefunken/ Klangfilm

 Da gilt das gleiche, wie bei Sachsenwerk. Genau das gleiche.

Schlimm: Es gibt einige Typen von Lautsprechern, die in Radios verbaut wurden, aber auch von Klangfilm verwendet wurden. Die werden bevorzugt geschlachtet. Da es meist Geräte bis 1945 sind, werden historische Geräte sinnlos kaputt gemacht.

Es werden aber auch jede Menge Siemens- oder Telefunken- Lautsprecher aus alten Radios gerissen, die nicht das Geringste mit Klangfilm zu tun hatten.

Überhaupt ist der Name "Klangfilm" der Anreißer für alles Mögliche, was verscheuert wird, auch DDR- Radiolautsprecher werden schon mal als Klangfilmer angeboten- voll daneben, oder ?


Wenn es nun wirklich nicht mehr anders geht, wenn es schon von der Logik her zu weit weg von Klangfilm ist, dann wird ein Gegenstand "für Klangfilm- Projekt" angeboten. Das kann dann auch schon mal ein Kabel, eine Lampe, eine Sicherung, oder sonstwas sein.

Sind die alten Lautsprecher überhaupt zu was gut ???

Ja !

Ich habe einen alte Siemens- Schatulle, Baujahr 1948- die hat einen Hochtöner und einen 30 cm- Tieftöner, und diese Kombination erzeugt einen Klang auf den alten AM- Bereichen, den man kaum für möglich hält !
Donnernde, abgrrrrrrundtief rrrrollende Bässe, die Musik auf den AM- Bereichen und bei Plattenspieler- Betrieb phantastisch klingen lassen, aber auch eine aufwendige Schall- Isolierung zum Plattenspieler erfordern ! Ohne eine dicke Filz- Zwischenlage Rumpeln, oder gar Selbsterregung. Der gewaltige Lautsprecher und das enorme Gewicht (30 Kg für ein Tischradio !) bewirken eine sehr tiefe Resonanz des Gesamtgerätes.


Siemens Schatulle SB780, ein Schlachtschiff von 1948, drei Jahre nach dem zweiten Weltkrieg konnte Siemens so ein Gerät bauen.
Wie groß der Baß- Lautsprecher ist, kann man erahnen, wenn man die Breite des Chassis (60 cm Breite) als Maßstab nimmt.
Das Gerät ist restauriert, und spielt hervorragend, und das nach 66 Jahren. 
Einen sehr ausführlicher Bericht dazu finden Sie unter den Restaurationsberichten unter "Aktuelle Restaurationen- Geräte in Arbeit", später verschiebe ich ihn zu den Berichten der fertiggestellten Geräte.

Auch eine -sehr leichte Höhenanhebung- ist vorhanden- dies, sowie eine stellbare Bendbreite ("Bandbreitenregler", üblicherweise verbunden mit der Einstellung der Klangblende) läßt ein solches Gerät auf AM und TA- Betrieb bei Einstellung auf maximale Bandbreite zu absoluter Hochform auflaufen, und... das läßt so manche heutige Anlage auf diesen alten Wellenbereichen sehr, sehr alt aussehen !

Heute senden einige Sender mit sehr hoher Qualität auf den alten AM- Bereichen, die meisten europäischen Großsender haben ihre Frequenzen verlassen, die heutigen Sender, meist chinesische oder russische, manchmal auch französische Stationen) kümmern sich nicht mehr um alte Sendenormen- und Vorschriften.

"Bandbreite ? Egal... keiner weiter da, nutzen wir alles, was geht !"

Es macht gelegentlich wieder richtig Spaß, bei einigen starken Sendern gute Musik, z. B. sorgfältig aufgenommene Klassik, auf Mittel- oder Kurzwelle zu hören !

Aber- das alles geht nur bei AM und TA.

Das Gerät hat ein nachträglich eingebautes UKW- Empfangsteil, denn als das Radio gebaut wurde, war UKW in Vorbereitung, aber es wurde noch gar nicht offiziell gesendet, es war "UKW- vorbereitet".

Das nachgesetzte UKW- Empfangsteil zeigt sehr deutlich, wo die Schwäche liegt. Es klingt verzerrungsfrei, sauber, alles gut, aber... UKW ist mit diesem Frequenzgang zu sehr in den Tiefen/ unteren Mitten betont.

Fazit:

Alte Lautsprecher sind... alt.
Man sollte sie einfach da lassen, wo sie reingehören.

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