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Großsuper- der Begriff

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Drei reine AM- Großsuper: Körting, 1934, Telefunken, 1939 und EAK, 1951
Die ersten beiden sind sehr groß und schwer, Körting 59 cm breit, 53 cm hoch, er wiegt gewaltige 40 Kg, der Telefunken ist 70 cm breit, 45 cm hoch, 27 Kg, 70cm breit.
Der EAK ist degegen nur 56cm breit, 37 cm hoch, und wiegt nur 13 Kg, eher Dimesionen eines Mittelsupers. Alle 3 Geräte sind aber ausgewachsene Großsuper, und ähnlich leistungsfähig..


"Großsuper" ist ein Begriff der Vorkriegszeit, der sich nicht auf die Größe in Zentimetern, sondern nur auf beste AM- Empfangsfähigkeit bezieht.

Dazu wurden der Superhet- Schaltung eine mitabgestimmte HF- Vorstufe vorangestellt, damit war eine höhere Verstärkung und bessere Trennschärfe möglich.

Es gibt Großsuper, die man aufgrung der Größe und des Gewichts kaum vom Tisch heben kann, aber auch solche in der Bauart von Tischradios normaler = mittlerer Größe.

"Großsuper" sind einfach Superhets mit großer Empfangsleistung.

Auch die oft zu lesende Meinung, daß es sich um Geräte mit Gegentakt-Endstufen oder umfangreiche Lautsprecherbestückungen handelt, ist falsch.
Dies KANN sein, muß aber nicht.

Damit müßte es eigentlich "Vorstufensuper" heißen.

Großsuper besitzen oft alles, was an technischen Möglichkeiten ihres Jahrzehnts verfügbar war. Abstimmanzeigen, Bandbreiten- EInstellungsmöglichkeiten und Klangsteller sind schon in Vorkriegsmodellen üblich gewesen, es gab bereits Geräte mit Gegentakt- Endstufen, manche auch mit mehreren Lautsprechern.

Nachkriegs- Großsuper besitzen ab den 50ern dann UKW- Empfangsteile.
Die Abstimmeinheiten ("UKW- Tuner") besitzen immer eine abgestimmte HF- Vorstufe, damit sind "Großsuper" dieser Zeit dann natürlich "AM-
und FM- Großsuper".

Großsuper der letzten Vorkriegs- Jahre, und ab Ender der 50er Jahre bis zum Ende der Röhren- Ära besitzen nun bestmögliche technische Werte, sowie die umfangreichste Ausstattung an Komfortfunktionen: Starke Endstufen mit hoher Ausgangsleistung in Form von Gegentakt- Endstufen oder mehreren Endstufen für verschiedene Frequenzbereiche, Klangstellnetzwerke, sehr gute Lautsprecher und umfangreiche Lautsprecherbestückung, sowie auch Automatikabstimmung und Fernbedienmöglichkeit zeichnen solche Geräte aus.

Die Großsuper- Klassifikation ist jedoch "nicht in Stein gemeißelt".

Die Bezeichnung ist nicht geschützt, nicht an bestimmte Baumerkmale gebunden, es gab Geräte mit dieser Bezeichnung, die einfach... nur GROß waren.

Es gab Radios ohne abgetimmte AM- Vorstufe, die mit einer zusätzlichen ZF- Stufe, mehr und besseren Filtern, speziellen Filterkonfigurationen oder speziellen Mischschaltungen ebenfalls hervorragende Empfangfähigkeiten erreichten, etwa die "Erfurt 4"- Geräte von Stern- Radio Sonneberg mit 10 AM/ 14 FM- Kreisen, oder die Grundig- Radios mit additiver Mischstufe "2030W- 3D".

Die spezielle Grundig- Mischschaltung, die schon beim Mittelsuper gute Ergebnisse brachte, wurde dann sogar noch in den Vorstufensupern 4035W- 3D 5040W- 3D und 5050W hinzugefügt.
Die erzielbaren Werte für die Selektivität sind absolut hervorragend. Möglicherweise waren diese Geräte
die Superhets mit den bestmöglichen Empfangsleistungen auf den AM- Bereichen.

Auch wurden andere Sonderfunktionen , die anfangs den Großsupern vorbehalten waren, später in Mittelsupern verwendet, wie  etwa die Suchlauf- Motorabstimmautomatik, früher in Großsupern, später in SABA- Geräten.

Vorstufe oder mehr ZF- Stufen ? Welcher Super ist besser ?
Vorstufensuper sind immer aufwendiger, als solche, die in anderen Stufen Empfangsverbesserungen erreichten- hohe Trennschärfe und Verstärkung ist jedoch auch mit zusätzlichen Zwischenfrequenz- Stufen erreichbar.
Bei "normalen" Superhets ohne Vorstufe, mit nur 1 Eingangskreis, können  bei hohem Senderaufkommen auf den AM- Bändern die Frequenzen benachbarter Sender in relevanter Höhe an die Mischstufe gelangen- dies erzeugt dann beim Mischvorgang zusätzliche, störende Frequenzen, die beim Abstimmen als scheinbar empfangbare Sender auf der Skale erscheinen, es sind aber tatsächlich eben Frequenzen, die im eigenen Empfänger, in der Mischstufe erzeugt werden. Dies nennt man "Kreuzmodulation, heute IP3 (IP = "Intercept Point").

Es ist zu erwarten, daß Vorstufensuper diese Störungen besser unterdrücken- orientierende Tests, die ich vornahm, bestätigen dies.

Bei Vorkriegsgeräten ist dies, wahrscheinlich aufgrund hoher, koppelnder Röhrenkapazitäten, wenig ausgeprägt.
Für die Röhrengeräte der 50er Jahre gilt dies jedoch eindrucksvoll- bei starken Nachbarsendern normaler Stärke -also nicht in unmittelbarer Nachbarschaft eines Rundfunk- Großsenders-  sind keine oder nur geringste Schein- Empfangsstellen vorhanden- das ist schon beachtlich.
Die letzten  Mischstufenröhren, wie die "Allerweltsröhre" ECH81, sind das Resultat der Verbesserung der bekannten Typen der Vor- Jahrzehnte, von ACH1 uber ECH11, sie sind zweifellos
hochentwickelt, und für die Klasse der Röhrenradios (nicht der Spezialempfänger) das Ende der Fahnenstange. Ähnliches gilt für die anderen Röhren.

Oft wurden Geräte in Prospekten oder vom Hersteller als "Großsuper" bezeichnet, die aufwendige Empfangsschaltungen, sowie bessere Verstärkerbaugruppen und eine umfangreiche Lautsprecherbestückung aufwiesen.

Es ist nicht unbedingt falsch, "Großsuper" als die aufwendigsten Spitzenmodelle ihres jeweiligen Bauzeitraums zu bezeichnen.

Ich bevorzuge jedoch die historische Bezeichnung nach der bestmöglichen AM- Empfangsfähigkeit, wie zu Zeiten der ersten Großsuper, also ist ein Großsuper grundsätzlich ein AM- Vorstufensuper, mit oder ohne UKW.

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