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Restauration Schaub "Kongreß Super", ein sog. Einbereichssuperhet von 1938

(Hierzu gibt es im Zusammenhang mit der Empfängerklasse "Einbereichsuperhets"demnächst ein Buch mit noch ausführlicheren Beschreibungen des Geräts und der Restauration)

 

Schaub "Kongreß Super", Bj. 1938, vor und nach der Restauration 2024

Dies ist eine Restauration eines Gerätes einer seltenen Bauart von Radios, die aufgrund Alter und Zustand richtig aufwendig wurde.

In der Folge führte ich Messungen an den defekten Kondensatoren durch- es waren bis auf den Drehko ALLE Kondensatoren defekt, und konnte den Einfluß defekter Kondensatoren auf die Verstärkung, Selektivität und Durchlaßkurve in Echtzeit, Video- protokolliert darstellen, dies ist meines Wissens bisher noch nie so gemacht worden.

Dann recherchierte ich zu dem sehr speziellen Empfängertyp, und fand dazu nahezu alle Artikel in der deutschen und englischsprachigen Literatur der Zeit, in der solche Empfänger gebaut wurden, was ich als Buch veröffentlichen werde.

Zum Schluß konnte ich anhand dieses Vertreters der "Einbereichssuper"einiges über den Empfängertyp, seine Funktionsweise und Eigenschaften feststellen, da ich den "Kongreß Super" durch die 100%- Kondensator- Kur und Neuabgleich in den technischen Bestzustand, "wie am ersten Tag", zurückversetzen konnte

 


Frontansicht, eigentlich ein recht schönes Radio, dieses Exemplar hat nach 86 Jahren starke Gebrauchs- und Altersspuren, aber ich werde versuchen, ihm seine Schönheit wiederzugeben.
Zwischen Skale und Lautsprecher ist ein Stück Lautsprecherstoff genau
rechteckig ausgeschnitten, möglicherweise war an die Schallwand ein Firmen- Namensschildchen angeklebt ? Ein Schaub- Logo auf der Schallwand ist jedenfalls nicht bekannt..

"Kongreß Super" ist ein Gerät aus der Klasse der Ende der 20er Jahre entwickelten, sog. "Einbereichs- Superhet- Empfänger", welcher den gesamten Mittel- und Langwellenbereich ohne Umschaltung auf EINER Skale überstreichen kann.

Möglich wird dies durcheine sehr hohe Zwischenfrequenz, hier 1600 kHz.
Dadurch muß der Oszillator bei 1750 Khz beginnen, und bei Verwendung üblicher Drehkondensatoren ist die Endfrequenz dann 3200 kHz.
Somit ist dann der Empfangsbereich durchgehend von 150 kHz bis 1600 kHz möglich !

Die Spiegelfrequenzen würden dann oberhalb der höchsten Empfangsfrequenz liegen, und diese Frequenzen könnte man dann -ohne weitere Abstimmittel- einfach durch ein Tiefpaßfilter außen vorhalten.
Somit wäre ein Vorkreis- Drehkondensator nicht nötig-
-und auch kein Abgleich.

Sehr bekannt wurde der "Einbereichssuper" durch die Veröffentlichung in der "Wireless World", 1934, und folgender Veröffentlichungen in Deutschland, wo er durch die Zeitschriften "Funk" und "Funkschau" in Form von Bauanleitungen Verbreitung fand, und wohl in einigen hundert Exemplaren gebaut wurde.
Seine Einfachheit prädestinierte den "Einbereich- Superhet" als hervorragendes Bastler- Objekt, und so wurde er in der Zeit von 1934 bis 1948 ein dankbares Bastel- Radio.

Trotz seiner bestechenden Einfachheit gibt es auch einige weniger günstige Eigenschaften, dazu später mehr.

Industriefirmen haben "Einbereichsuper" darum selten angefaßt.
Diese sind bekannt:
- Kramolin „Druckknopf- Automat 53“, 1928/ 29
- Mende, Dresden "Einbereichs-Super 250W" 1931/32 ,
- Mende "Einbereichs-Super 360W" 1931/32,
- Schaub
229 II "Spitzkühler"  von 1937/38,
- Schaub "Kongreß Super" 1938/39.
- Braun „Super 137W“ 1936- 38

Schaub hat sich mit den Modellen "229 W"
("Spitzkühler") und nahezu baugleichen "Kongreß Super"mächtig ins Zeug gelegt, und im Mittelwellenbereich (im 229 noch als KW bezeichnet !) eine sehr breite Vorkreis- Abstimmung in Anwendung gebracht, die wegen der Breitbandigkeit nicht abgeglichen werden muß.

Weiterhin hat Schaub eine Bandbreiten- Verstellung realisiert, sowie eine Klangeinstellung inklusive 9 kHz- Filter eingebaut.

Mit diesen Maßnahmen nahm man dem "Einbereichsuper" die sprichwörtliche Einfachheit, aber erreichte Werte, die ihn den "normalen" Superhet- Bauarten nahezu gleichwertig machten.

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