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Restauration Elektroakustik Hartmannsdorf DDR 5801 Rossini 1959

Dez. 2015: Restauration EAH Elektroakustik Hartmannsdorf (DDR)
Großsuper 5801 "Rossini", 1959

Hier ein Großsuper des Betriebes "EAH", später "Goldpfeil", (ab 1962 VEB(K) Goldpfeil-Rundfunkgerätewerk Hartmannsdorf).

Wie üblich, zu seiner Zeit "das Ende der Fahnenstange", technisch aufwendig gebaut, das Gehäuse mit aufgeklebten, weißen Plastikstreifen im Frontrahmen wirkt etwas schlicht,das traf aber den Geschmack jener Zeit, man freute sich, das neue Plastikmaterial einsetzen zu können.
Auch verzichtete man auf den Klangregister- Tastensatz, der war aber auch nicht immer Merkmal der Großsuper, z. B. "Beethoven" von Stern- Radio Rochlitz hatte ebenfalls kein Klangregister.

Technisch ist "Rossini" ein exzellentes Radio.
Die letzten DDR-  Großsuper kamen vom selben Hersteller, nur unter dem geänderten Namen "Golödpfeil", sie hießen ebenfalls "Rossini", waren damit Nachfolger dieses Gerätes, und sie beendeten schließlich die Ära der Röhrengroßsuper -und Röhrenradios überhaupt- mit aufwendigster Technik, die bis heute mit zur Spitzenklasse zählen müßte.

Die Lautsprecheranordnung ist auch abweichend vom Gewohnten- was aber dem Klang keinen Abbruch tut.

Die Gegentaktendstufe macht was her, der Klang ist etwas von der Lautstärke abhängig, manchmal leicht mittenbetont nasal, ansonsten so hervorragend, wie man es von einem solchen Gerät erwartet.

FM hat einen eigenen kompletten Empfangsteil, damit können AM- und UKW- Teil jeweils auf höchste Leistung getrimmt werden.
Und- wie bei solchen Röhren- Großsupern üblich, Spitze bei AM: sehr gute Empfangsleistung, und hervorragender Klang.
Bandbreitenregelung ?
Ja, NATÜRLICH !
Nützlich ist auch auch die drehbare Ferritantenne für AM, zwecks Ausblendung von Störungen durch Schaltnetzteile heute seehr hilfreich.

Die Restauration war leicht, da das Gerät gerade noch funktionierte.
Die Röhren waren gut, nur die EZ81 "brauchbar", sowie die Leuchtschicht des Magischen Auges dunkel, aber noch erkennbar, beide Röhren tun es aber noch eine Weile.

Wie üblich, flogen eine gute Handvoll Papierkondensatoren mit Teer- Vergußmasse, sowie einige Elkos.
Reinigungs- und Pflegearbeiten: Mechische Antriebe und Hebel, sowie Seilführungen reinigen, und fetten/ölen, und das war es auch schon.

Die Skale war gebrochen, das Siebdruck- Skalenbild ist durch feuchte Lagerung beschädigt. Die Skale habe ich geklebt, ich werde versuchen eine Skalenscheibe zu beschaffen, ggf. eine neue Skale anfertigen.

Holz und Lack habe ich mit Pflegemitteln behandelt, eine Furnierbeschädigung an der Gehäusefront wird später repariert.

 


Frontseite


Innenansicht


Separater UKW- Empfangsteil. Darüber kräftige Magnetspulen- ist aber kein Motor, sondern ein Elektromagnet, dieser betätigt den Duplexantrieb der Skalenseilführungen AM/UKW.

Drehbare Ferritantenne- die Halterung des Ferritstabs besteht aus PVC- Granulat, das gab es in allen möglichen Farben und Mustern, weil dafür einfach PVC- Granulatreste
der Industrie und wiedergewonnenes PVC aus der Sekundärrohstoff- Aufbereitung (heute "Recycling")  verarbeitet wurden.

 


UKW- Empfangsteil Untenansicht


Am- Empfangsteil Untenansicht. Sauber verdrahteter Tastensatz, zu sehen ist auch das schräg verlaufende, mit dem Höhensteller gekoppelte Seil der Bandbreiteneinstellung.


Netzteil Untenansicht

 


Chassis ohne Skale, die Streuscheibe ist Glas, oben links und rechts mit weißer Farbe abgedeckter Bereich der Skalenbirnen


Netzteil Oberseite, ein Teerkondensator ("Teerie") mit herausgedrückter Teervergußmasse- wie üblich


Streuscheibe herausgenommen

 


Hier verstecken sich Kondensatoren unter einer Abdeckung !


Ein schwarzer Papierkondensator wird sichtbar, auch der Elko ist zu prüfen


Netzteil und Endstufe mit Styroflekondensatoren bestückt


Die "Ausbeute". Natürlich jede Menge Papierkondensatoren, die Teeer- Kondis hatten schon "Ohren".
Der Schraubelko war trocken, die anderen grenzwertig, wurden prophylaktisch gewechselt.


Schrott: "Ohrenkondi", Teer- Vergußmasse ist rausgedrückt.


Und nochmal....

Papierkondensatoren. Diese sind immer Schrott.


Gehäuse- Innenseite. Die Die Filz- Anlageflächen der Skalenscheibe waren am Zerfallen, müssen neu gemacht werden.


Der Hochtöner- Elko flog raus, hier werkeln jetzt recht große Kunststoff- Kondensatoren,
je 5 µF, die für Leuchtstoffröhren- Leuchten gedacht sind.
Da die Größe hier keine Rolle spielt, und ich jede Menge dier Kondensatoren habe, diese auch noch netzspannungsfest sind, also eine extrem hohe Lebenserwartung haben, setze ich sie an dieser Stelle gern ein.

 


Das sind die Leuchtstoffröhren- Kondensatoren.

 


Innenseite nach der Restauration.


Rückwand dran, Antennen angeschlossen.


Restauration fertig.
Die Skale geklebt, und der Furnierschaden am Gehäuse- Frontblende ist etwas abgetarnt- aber der "Rossini 5801" ist wieder technisch top.

 

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