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Teil 2- Recherchen

Teil 2- Recherchen

Die Sache ist weiterhin interessant...

In der von kaiOr vom Robotron-Forum angegebenen Zeitschrift "Wissenschaft und Fortschritt" 12/54 findet sich ein Bild des Senderchens, die in der Zeitschrift angegebene Schaltung ist es nicht, denn sie stellt einen Festfrequenz- modulierten Sender dar, die hier besprochene Schaltung des Messe- Exponats überträgt ja Musik von einem Plattenspieler..
Der NF- Trafo soll ein EI16 sein, und der dürfte der im Bild sichtbare Trafo sein, der Stiftabstand der seitlichen Stifte des Sockels ist nämlich 20 mm.
Daß man einen "Stahlröhren"- Sockel für die Senderschaltung als Grundlage nahm, ist sinnvoll, die Stromversorgung ist wegen der Gefahr von Brummeinstreuungen etwas entfernt in dem Plattenspieler eingebaut, der die Modulationsquelle ist.
In diesen Jahren waren Stahlröhren noch allgegenwärtig- nur hatten die DDR- "Stahlröhren" keinen Stahl- sondern einen Glaskolben. In vielen Tonband- und Plattenspielern war z. B. die klingarme Röhre EF12k verbaut. Liegt nahe, daß man da ein Chassis mit einer solchen Röhrenfassung verwendete- so konnte man demonstrieren, daß eine komplette, brauchbare Senderschaltungin der Größe der ja schon recht kleinen "Stahröhre" gebaut werden kann.


Einen verblüffenden Fund habe ich in einer DDR- Jugendzeitschrift "Jugend und Technik" von damals entdeckt:
Die Spitzentransis stellte die DDR 1954 auf der Leipziger Messe vor.
Das "Sternchen" wurde ab 1959 gebaut, wie im Eröffnungsbeitrag geschrieben, noch mit "West"- Import- Transis, bis die Flächentransis OC8xx verfügbar waren.
Genau ein Transi dieser Bauform ist jedoch schon 4/1956 in der Zeitschrift abgebildet- er trägt die Bezeichnung "5NC..." (2. Zahl nicht erkennbar), das wäre mit der von mir vermuteten Entwicklerreihen- Numerierung her jedoch logisch.



Inzwischen habe ich den Originalartikel aus der "Nachrichtentechnik" 1/55, die Originalschaltung, die etwas andere Bauteilwerte beinhaltet. Danke an die GFGF für den Scan, hier der bearbeitete Artikel.

Da stellen sich gleich neue Fragen !

Die Schaltung ist die des Messemodells von 4/1954, der Schaltplan ist nur ähnlich dem Schaltplan eines Artikels des Entwicklers, Dr. Falter, in der "Wissenschaft und Fortschritt" 12/1954, der sich aber nicht auf das Messemodell bezog, dieses aber offensichtlich zeigt !
In der Originalveröffentlichung der "Nachrichtentechnik" von 1/1955 gibt es Unterschiede in den Bauteilwerten zum Plan in der "rfe" von 1/1956 !


Merkwürdig... hat die Redaktion die Schaltung "nachverbessert" ?
Die Zeitschrift "Funk- Technik" hatte einst ein Labor. Ob die "rfe" auch eins hatte, und sich einen Spitzentransi beschaffen konnte ?
Die Dinger sollen damals immens teuer gewesen sein, so gibt es ja keine Berichte von Firmen, Privatleuten oder Funkamateuren.


Aber... Natürlich können es auch Änderungsmitteilungen vom Hersteller gewesen sein.
Es fällt nur eben auf.


Bisherige Erkenntnisse und Thesen zum Thema DDR- Spitzentransis...
...und warum diese so extrem selten sind, und es kein einziges bekanntes Industrie- gefertigtes Serien- Gerät (etwa Radio, Steuer-/ Regel-/ Meßtechnik) mit diesen Transistoren gibt:

Es gibt kein Gerät, und die Transis sind äußerst selten. Die wenigen Schaltungen stammen vom Hersteller. Amateur- Anwendungen stammen aus Westdeutschland und USA, also bekamen DDR- Amateure wohl keine in die Hand.

In den 5 Jahren 1954 bis 1959 wurden eine einigermaßene Stückzahl Spitzentransis hergestellt-
Die minimale Anzahl aufgrund unklarer Aussagen ("einige Hundert Transistoren...", das meint sicher pro Jahr) wäre m. E. um 2500.
Nach mir bekannten Serienbuchstaben und Nummern (1 Buchstabe, 3stellige Zahl, höchste Bekannte: 403), sowie dem Herstellungsdaten auf den Datenblättern, schätze ich auf 200 St./ Monat = 10.000 bis maximal 12500.
Die ersten und letzten Buchstaben/Nummernkombinationen der Seriennummer wären dann fortlaufend und konform mit den Baujahren !  1954: A001 bis E500, dazwischen weiter je 5 Buchstaen mit Zählung bis 500,  1959: U001 bis Y500).
Dazwischen gibt es "Nachzügler", das würde ich so erklären: Fehlerhafte Transis mußten nachproduziert werden, und bekamen bereits benutzte, zurückliegende Nummern. Wie Nummernschilder beim Auto.
Ebenfalls spielt die Bezeichnung 1Nxxx bis 3Nxxx eine Rolle.

Einziger "Vorzügler" ist der Transi in der Form der späteren OC8xx- Reihe, der schon 1956 existierte. Immerhin ist die Bezeichnung 5Nxxx aber folgerichtig.

Der vorstehende Absatz enthält aber nur MEINE Vermutungen.
Update: Es können auch unkonstante Maximalzahlen pro Monat gewesen sein- ich fand eine Nummer E716 von 1956)

Wo blieben die Transis?

Wieviel Spitzentransistoren auch das WBN Teltow verließen... es dürfte schon eine einigermaßene Anzahl gewesen sein.
Und eben die Tatsache, daß es kein Gerät gibt, in welchem sie verbaut wurden, läßt nachdenken.

Eine Erklärung könnte diese sein:
Auch die ersten amerikanischen (Spitzen-)Transis gab es nicht sofort frei zur Verfügung für Hersteller und Handel !" Diese wurden ALLE vom Militär aufgekauft- und gingen sofort an die Militär- Forschungslabore, die sich die Verkleinerung und Gewichtsreduzierung des elektronischen Equipments erhofften.
Die Patente wurden aber frühzeitig veröffentlicht, weil das Militär selbst die Technik als nicht geheimhaltbar einschätzte, und schnell gab es überall Transis frei käuflich.

Die DDR hatte zum Beginn der Transi- Ära 1954 jedoch noch keine eigene Armee, die "Nationale Volksarmee der DDR" wurde erst 1956 gegründet.
Und militärische Forschung hätte die Siegermacht Sowjetunion, die die DDR beaufsichtigte, mit Sicherheit nicht zugelassen.
Aber... sie hätte sich wichtige Erkenntnisse und Erfindeungen sofort gesichert !

Ich halte es für die logischste Erklärung, daß die ersten DDR- Transis nahezu vollzählig in die Sowjetunion gingen, wahrscheinlich als Reparationsleistung, wie damals auch der erste DDR- Fernseher "Leningrad", von dem nur eine Handvoll bei parteitreuen Persönlichkeiten blieb, heutige "Leningrad" sind oft "Re- Importe".
Und dort gingen die Transis dann wahrscheinlich in sowjetische Militär- Forschungsstellen, denn auch in der SU wurden keine Normalverbraucher- Geräte damit hergestellt. Und als sich der Flächentransi durchsetzte, gab man sich auch dort nicht mehr mit den Dingern ab.


Nun... ich forsche weiter, habe weiter Leute angeschrieben, mal sehen, ob sich noch weitere Infos finden.
Die recherchierten Sachen werde ich in den Tagen auf meine Seiten bringen.
Kinder und Enkel kommen an den Weihnachtsfeiertagen nachmittags herüber, ansonsten haben wir Zeit für uns und die vielen Tiere.
Einige Geräte habe ich zu machen, fange mit dem erweiterten Projektgerät (Das Senderchen mit Modulator/ Trennstufe) an, ich kann wieder Einiges an Zeit nutzen.


Ich werde das Projekt außerdem fortführen und erweitern... da kommt noch ein anderes Ur- Halbleiter- Bauteil zum Einsatz.

 

Grundlage dieses Projekts ist ein Beitrag in der Zeitschrift "RFE" (Radio- Fernsehen- Elektronik, 1956, Heft 1. Die Artikel- Teile habe ich gescannt, restauriert, und ggf. neu formatiert.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der HUSS-MEDIEN GmbH, Berlin.
www.huss.de
http://www.rfe-eh.de
 

Weitere Quellen:
Originalveröffentlichung der "Nachrichtentechnik" von 1/1955 /(Danke für denScan vom GFGF)
- Artikels des Entwicklers, Dr. Falter, in der "Wissenschaft und Fortschritt" 12/1954
(
Danke für den Scan an Robotron- Forum)
Zeitschrift "Jugend und Technik" 4/1956 , veröffentlicht bei Scribd
Die Artikel- Teile habe ich gescannt, restauriert, und ggf. neu formatiert.

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