Gleichstromnetzteil für Gleichstromradios

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Gleichstrom für einen Gleichströmer- Netzteil für Telefunken Arcolette T31G und andere

Gleichstrom für einen Gleichströmer- Netzteil für Telefunken Arcolette T31G und andere

Ich habe eine restaurierte  Telefunken "Arcolette", Restaurationsbericht hier.

Das Radio ist ein absolut reiner Gleichströmer ! Kann mit Wechsel nicht betrieben werden.
Und auch nicht mit pulsierendem Gleichstrom !!!
Als es noch Gleichstrom gab, war dieser "sauberer", weil er in kleineren Ortsnetzen mit Akkus gepuffert wurde, bei Ausfall war die Versorgung dann durch die Akkus gewährleistet.

Aber... wo nimmt man denn heute Netz- Gleichstrom her ?
Na ja... da wo früher der Gleichstrom raustropfte- aus der Steckdose.
Dodgy 

Na ja... bissel schummeln muß man schon... da sollte dann schon was Gleichrichtendes her, und Glättung muß auch sein.

Das Problem ist: Die ersten Netzradios für Gleichstrom gewannen alles aus der Netzspannung-
-auch die Heizung !

Die alten Gleichstromgeräte haben eine Reihenschaltung der Röhrenheizfäden- und damit wird aus dem Netz der Heizstrom gezogen. Die Röhren brauchen jedoch nur wenige Volt, und der größte Teil wird in einem Widerstand verbraten, oder, wie im T31G, in einer gewöhnlichen Glühlampe.

Der Heizstrom ist damit der größte Anteil am Stromverbrauch des Gerätes, er ist 10- bis 100- mal höher, als der Strom durch die Röhren !

Im Falle des T31G wird ein Heizstrom von 150 mA benötigt. Die Anodenströme zusammen sind unter 10 mA !

Um das Gerät zu betreiben habe ich eine "fliegende" Versuchsschaltung gebaut, wie im Restaurationsbericht beschrieben. Die Werte habe ich "nach Gefühl" bestimmt- und... es funktionierte !

Zufällig fiel mir vor einigen Wochen eine Eigenbau-Lichtorgel eines russischen Bastlers auf einer Entsorgungsanlage zu, wo ich eine Zeit arbeitete.
Uralte Pertinaxplatzten, die Seitenwände sehr dickes Plexiglas, große Halbrundkopf- Schrauben, dicke Dioden und Thyristoren drin, sowie eine kleine Platine mit IC's. Bauweise extrem stabil, typisch russisch; Antik und knorrig.

Inzwischen ging die Anschlußdose der fliegenden Schaltung kaputt.
Da kam ich auf die Idee, diese sauber zu bauen- in die russische Kiste.

Ich hatte die Schaltung vorher experimentell ermittelt, ich habe heute ein Programm für den Entwurf von Netzteilen bemüht, geeignete Widerstände gesucht, die sich leistungsmäßig und von der Montagemöglichkeit her eignen, mit denen Werte ermittelt, und entsprechend geändert.
Das Programm ist die Freeware "PSUD2" (Power Supply Designer). Es gibt in einer Simulation die Meßwerte aus.
Laut den Werten, die ich durch schrittweises Verändern der von mir vorgegebenen Werte gewann, sollte eine Ausgangsspannung von 220 V Gleiochsttrom bei 150 mA erreicht werden.

Und... auch das funktioniert ! Die Arcolette hat nun ein Gleichspannungs- Versorgungskästchen, welches m. E. paßt, und echt gut funktioniert.

Wer nachher feststellt, daß da einige "böse Kondensatoren" drin sind....
Ja !
Sind Papierkondensatoren "ERO100", 33 nF/ 1000V, nie benutzt, von den Dingern habe ich eine kleine Anzahl geschenkt bekommen.
Als Entstörkondensator über dem Brückengleichrichter kann man die Dinger verbraten, über den Dioden können die keinen Schaden anrichten, und hoher Reststrom ist da kein Problem.

Sehen mit den violetten Labels ganz hübsch aus, zudem ist das Gehäuse an den Seiten durchsichtig- da erlaube ich mir mal, die Dinger noch zu verwenden.

So, jetzt die Fotoserie.


Die Lichtorgel. Unterseite, Innenleben ausgebaut.
Eigentlich gute Teile drin, dicke Leistungsdioden und Thyristoren russischer Produktion.

   
Die Arcolette hat noch einen Uralt- Stecker, der möchte vielleicht bleiben, also muß was Passendes her.
Eine Steckdose, die gestern noch als totes Teil an einer Wand montiert war, ist in ein den Durchbruch der Frontplatte eingepaßt.

   

   

Komplettierung.

Wie zu sehen, die Steckdose steht auf langen Distanzrollen, das Bakelit- Steckdosengehäuse ist in einen Durchbruch der Pertinax- Oberplatte eingepaßt, den ich nach althergebrachter Methode anfertigte: Bohren im Kreis, und die "Brücken" zwischen den Bohrungen mit dem Seitenschneider entfernen, bis der Kreis herausfällt, danach Feilen.
Die (Hochlast-) Widerstände habe ich auf einem kleinen Aluminium- Winkel montiert, von einer langen Winkelstange abgeschnitten, angeschraubt mit gerade vorhandenen M5- Gewindestangen-Abschnitten, etwa 90 mm.
Die Entstörkondensatoren sitzen auf einer zweireihigen Pertinax- Lötösenleiste aus alten Zeiten, diese ist mit kleinen Winkeln auf die Trägerplatte geschraubt, die Winkel waren Steckdosen- Haltekrallen, die fallen massig auf Arbeit an.
 

Einbaufertig.
 
   
Der Heizkreis der Arcolette.
Links das bisherige Netzteil, bis gestern noch als "fliegende Schaltung" in Betrieb.
Dort hatte ich versuchsweise schon einen Brückengleichrichter mit Entstörkondensatoren drin.
Die Schaltung verdeutlicht, daß die Gleichspannungsquelle die Röhrenheizung aus der Anodenspannungsquelle gewinnt, was für die Bemessung der Siebkette von Bedeutung ist.

   
Die jetzige Schaltung, mit Brückengleichrichter.
Die Werte anhand vorhandener Widerstände (3 x 100 Ohm) ermittelt.
 

Unten die Ergebnisse derSimulation, die Spannung an VC3 ist die Ausgangsspannung (220,99 V).
In die Simulationsschaltung kann ich keine Entstörkondensatoren einfügen- diese überbrücken die 4 Einzeldioden der Gratz- Brücke.

Messanschlüsse an der Steckdose

Die Netzspannung aus dem Trennstelltrafo (230V)

   
Die Ausgangsspannung (225V)

Die Ausgangsspannung ist etwas höher, der erste Widerstand ist nämlich nur 100 Ohm, ich hatte keinen 140 Ohm in der gleichen Ausführung.
Die 5V mehr sind innerhalb der Netzspannungstoleranz, darum laß' ich das so.

T31 mit aufgeklapptem Deckel


Die ganze "Anlage".
Der kleine Lautsprecher ist ein Werbegeschenk eines Verlagshauses, aus den 30er Jahren.
Ich wußte nicht, daß man zu der Zeit schon solche Minilautsprecher bauen konnte.

Das Gleichstrom- Netzteil kann man auch hochkant stellen.

Das Gleichstromnetzteil funktioniert einwandfrei, die dicken Widerstände werden anständig warm, aber gefährden das Gehäuse nicht. Eventuell bohre ich noch Belüftungslöcher.

Die Siebung ist absolut ausreichend- kein Brummen.
Relevant für die Siebung ist hauptsächlich der Heizstrom- der Anodenstrom der uralten Röhren ist ja sehr gering.

Die Papier- ERO's tun ihren Dienst.
Ohne Entstörkondensatoren ist aufgrund des hohen Störpegels durch fremde Störer (Schaltnetzteile, LED) und die Eigenstörungen durch die Siliziumdioden- Gleichrichtung kein vernünftiger Empfang möglich !


Ich habe vielleicht noch vor, das Gerät optisch noch zu verschönern- einen Drehschalter, der die Ausgangsspannung ggf. etwas  verändern kann, und ein Anzeigeinstrument, dieses muß ich aber erst noch besorgen, ein solches habe ich z. B. in einem restaurierten Medizin- Gerät drin, da habe ich sogar das Meßgerät restauriert (Innenleben gegen ein passendes, modernes Meßwerk ausgetauscht)

Vielleicht ist dieses Projekt mal eine Anregung, herumliegendes Zeug zu einem nützlichen Ding zusammenzubauen.
Empfehlenswert für hübsche Eigenbauten sind z. B. alte Möbelteile, Papprollen (Ja, Papprollen !) und alte Leuchtenteile aus Messing oder brüniertem Material.

 

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