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Restauration Wohlmut- Heilstromgerät, Teil 2

Restauration Wohlmuth- Heilstromgerät Teil 2

(Fotoserie unten)

Hier geht gar nichts mehr.
Das Instrument ist unreparabel.
...würde es wohl überall heißen.

Nicht bei Edi. "Schwer geht- gibt's. Geht nicht- gibt's nicht."

Als erstes wird mal die Werkstatt durchsucht, Meßinstrumente habe ich, das weiß ich.
Nun ja... schnell finden sich 2 Instrumente, aus dem Nachlaß eines berühmten Elektronik- Betriebes, in welchem ich einst lernte, und später auch arbeitete. Sogar noch unbenutzt.

Vom elektrischen Wert her sind sie ok, der Strombereich ist kleiner, was man mit einer Strombereichserweiterung hinbekommt.

Allerdings haben diese Meßinstrumente keinen Mittel- Nullpunkt.

Das ist nicht unbedingt ein Problem. Für die Strommessung kann ein Strommesser ggf. an eine Stelle geschaltet werden, wo die Stromrichtung NICHT wechselt.
Die "falsche" Stromrichtung kann man nötigenfalls mit einem Gleichrichter vom Meßinstrument fernhalten, und gegebenenfalls kann man einen Hand- Umschalter in Verwendung bringen, wenn man das optisch annehmbar hinbekommt, oder an einer versteckten Stelle- so ist es immer noch besser, als ein Gerät wegen mangelnder Originalität als unbrauchbar in den Müll zu bringen.

Das Aussehen der gewählten Meßinstrumente ist allerdings nicht so passend... "Plaste und Elaste aus der DDR", in "schönem" Lichtgrau, eckig, modern... grrrr... das sieht ja nicht so schön aus.
Dafür aber schön leichtgängig, das größere Meßinstrument besitzt eine spiegelhinterlegte Präzisionsskale, für parallaxefreie Ablesung der Meßwerte, Glaszeiger- das sind schon echt gute Meßwerke.

Immerhin- das kleine Instrument läßt sich von dem grauen Vorbau befreien, und würde auch in das Wohlmuth- Instrumentengehäuse hineinpassen... etwas klein, ein eckiges Ding im runden Gehäuse.. aber immerhin würde das funktionieren.

Na dann- bei dem größeren Instrument ist sowieso die Glasscheibe lose- ich mach' das Gehäuse auf.

Also da bin ich baff... das Innenleben könnte glatt passen.

Ja... etliche Stunden weiter... das Innenleben des DDR- Meßwerks paßt tatsächlich in das Wohlmuth- Gehäuse- nur die Schraubenabstände der Meßwerkshalterung auf der Rückseite und der Skalenhalterung differieren um 5 mm !

So, das Wohlmuth- Innenleben ist sowieso komplett Schrott.
Ich entscheide mich, das Gehäuse des Wohlmuth zu bearbeiten, um das DDR- Meßwerk einpassen zu können. Schei.. auf die "Originalität der Rückseite", die sowieso nie mehr jemand zu sehen bekommt.

Mit Bohrmaschine und Feile mache ich aus den alten Löchern Langlöcher, so kann man das Meßwerk perfekt einpassen. Ebenfalls ein größeres Loch für die Grobjustage von hinten.

Das Wohlmuth- Gehäuse ist aus Aluminium, es bearbeitet sich gut, allerdings platzt der Lack an den Rändern, supersauber kriege ich den Rand auch nicht hin- aber, wie geschrieben, das sieht man nie mehr.

Die Skale wird eingescannt, das geht ja recht gut auf einem normalen Scanner. Höchste Aaflösung, und dann- Bildbearbeitung- meine Spezialität.

Nach einer halben Stunde habe ich eine Skale OHNE Mittelnullpunkt.
Ich erlaube mir, neben das Wohlmuth- Zeichen das Logo des Restaurateurs zu setzen.

Probedruck, Ausschneiden- die Skale paßt perfekt auf die Rückseite des alten Skalenblechs.

Dan geht es an die Montage.

Viele Stunden vorsichtigsten Arbeiten folgen- es darf nichts schiefgehen, kein Eisenspan in das Meßwerk- es ist stark magnetisch- und der Zeiger ist superempfindlich, eine falsche Berührung, ist der Glaszeiger hinüber.

Nach Stunden ist das Wohlmuth mit einem perfekt neuen Innenleben ausgestattet.

Sogar die Nullpunkt- Verstellung des Original- Instruments konnte ich so verbiegen, daß sie die Verstellung des DDR- Meßwerks nutzen kann.
Die Anschlußleiste des Wohlmuth konnte ich auch verwenden.

So paßten hier alt und neu zufällig bestens zusammen. Das hat man selten.

Das alte Meßwerk... ist nun geplündert, Skale, Ständerbolzen, Anschlußleiste... kann ich vielleicht in eine Vitrine packen.

Sodann habe ich das neue Innenleben an den Strommeßbereich angepaßt, mittels Vor- und Parallelwiderstand. Zweckmäßigerweise ist der Parallelwiderstand niedrig, um den Stromfluß nicht zu begrenzen, der Vorwiderstand ist einstellbar, um das Bereichsende exakt einstellen zu können. So zeigt das Meßinstrument genau 6 mA an, wenn aus den Batterien 6 mA entnonmmen werden.

Leider hat der Hersteller keine Strombegrenzung vorgesehen, um das Instrument zu schützen, das habe ich jetzt mit einem 30 KOhm- Vorwiderstand getan, damit nicht das wertvolle Meßinstrument kaputtgeht, wenn versehentlich die Elektrodenzusammenkommen, das Drehspulmeßwerk wäre sofort hinüber.
Der Meßbereich ist mit 6 mA auch recht hoch, die meisten Anwendungen werdem mit Strömen von max. 1,5 mA angegeben.

Ich habe das so gemacht, daß im höheren Strombereich max. 14 mA fließen können, wenn die Elektroden zusammenkommen, das ist etwa der doppelte Strom des Meßbereich, der richtet noch keinen Schaden an, und die Anzeige zeigt von 0 bis 6 mA auch genau an.

Im niedrigeren Bereich fließen max. 1,5 mA, nur wird die Anzeigeempfindlichkeit (noch) nicht angepaßt, es muß immer noch im 6 mA- Bereich abgelesen werden.
Die Ablesegenauigkeit ist jedoch ausreichend, um geringe Ströme einigermaßen genau anzuzeigen.

Als letzte Maßnahme erfolgte der Einbau ins Gehäuse, nebst einen Batteriepack aus 3 Stück 9 Volt- Blöcken.

Somit ist das Wohlmuth- Heilgerät einsatzbereit, und ich werde
es bei Gelegenheit anwenden und testen.

Fotoserie Restauration (darunter Link zur Fortsezung)


2 DDR- Meßwerke 100 µA stehen zur Wahl.


Das größere Meßwerk wird zerlegt.



Das Gehäuse des Wohlmut wird passend gemacht.



Einpassen des Meßwerks in das  Wohlmuth- Gehäuse



"Der Restaurator kommt nicht aus

ohne etwas Schrott im Haus."
DIe Schrauben- und Scheibensammlung "für alle Fälle".


Original- Skale, eingescannt


"Edi- Skale"- tatsächlich aus der Originalskale gewonnen, nun mit neuer Skalierung, Ausschneiden/ EInfügen/ Abdecken, Flecke entfernen, Helligkeit, Kontrast, Gamma- Korrektur, Weichzeichnen, Schärfen... moderne Bildbearbeitungsprogramme machen es möglich.
Kleines Privatvergnügen des Restaurators: Auf dem Skalenblatt ist nun das Wohlmut- Logo in die Mitte gerückt, links ist nun mein "Edi- Logo" verewigt.

Die Skale wird natürlich in passender Größe auf die Druckerausgabe gegeben, so daß sie exakt die Größe der Originalskale hat. Dies ist eine vergrößerte Arbeitsversion, in Wirklichkeit ist sie sogar noch größer, ausgedruckt könnte man mit dem Bild tapezieren.
Lächelnd


Eine Skale ist gedruckt, ausgeschnitten, und wird auf die Rückseite der Wohlmuth- Blechskale geklebt.


So war es original...


Das Instrument restauriert.
Skalenbereich, wie vorher, 6 mA.
Ich finde, die noch sichtbare Meßwerkstechnik sieht besser aus, als die originale, erinnert an Uhrwerkstechnik.


Das Instrument wird eingebaut.



Erster Test, Messung mit feuchten Fingern- Jawoll- es wird Strom angezeigt.



Das alte Innenleben des Wohlmuth- nur noch für die Vitrine.



Der originale Nullpunkt- Steller (der Messingknopf unten Mitte) ist auch bei diesem Meßwerk verwendbar.
              
 
Das Wohlmuth-  Gerät ist wieder komplett.
Ein angeschlossener Widerstand dient zur Eichung des Strommessers.

 
Auch das Gehäuse möchte nicht vergessen sein- Gute Möbelpolitur läßt es im neuen Glanz erstrahlen, und das nach nach fast 83 Jahren !

 
Und auch der Front tut Möbelpolitur wohl.
Damit ist die Restauration nun abgeschlossen.

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