Werk für Fernsehelektronik - Digitalmultimeter DM 2010, 1975

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Restauration Digitalvoltmeter DM2010 von WF, 1976
(Fotoserie und Hinweise auf Unterlagen unten)



DM2010

Endlich... habe ich ein Gerät "Digital- Multimeter DM 2010", bekommen, Danke an Dirk in Köpenick !

An diesen Geräten habe ich einst als Lehrling mitgearbeitet: Leiterplatten bestückt und gelötet, den Kabelbaum zusammengestellt und gebunden, und an der Drehbank mechanische Teile hergestellt.

Auch wenn das Gerät heutzutage bestenfalls mit einfachen Hand- Digitalmultimetern vergleichbar ist- 1974-76 war das "DM 2010" neueste und modernste Technik, und dementsprechend teuer: 5150.- DDR- Mark, zum Vergleich: Der PKW "Trabant" kostete in der Grundausstattung um 8000.- DDR- Mark.

Anekdote:
Die einfachen LED's "VQA13", mit einem winzigen
Leuchtpunkt, waren die ersten Bauelemente mit theoretisch ewiger Lebensdauer, solche Bauelemente waren noch absolut neu, und um 1975 im Bastler- oder Funkamateur- Handel kaum zu bekommen, sie waren noch der Industrie oder dem Service vorbehalten.
Außerdem waren sie mit 8 oder 9 DDR- Mark pro Stück sehr teuer. Als eines Tages in der Lehrwerkstatt ein Tütchen mit 100 LED's "plötzlich" nur noch einige wenige Teile enthielt, wurde dermaßen "ein Faß aufgemacht" (mit der Kriminal- polizei gedroht), daß genauso "plötzlich" alle LED's wieder da waren.


Dieses Exemplar war lediglich seiner Eingangsbuchsen beraubt worden- ich habe passende Buchsen eingesetzt, und  das "DM 2010" funktionierte sofort auf Anhieb.
Es sind jedoch Arbeiten auszuführen: Die Torzeit- und die Überlaufanzeige- LEDs bleiben dunkel, die Genauigkeit ist nicht mehr vorhanden, die Referenzwerte sind nicht mehr in der Toleranz, alle Abgleichwerte müssen neu eingestellt werden.

Unterlagen
Ich habe zu diesem Gerät diese Unterlagen:
- Beilageheft DM2010: Techn. Daten, Bedienung, Eichung,
   Kurzbeschreibung der Elektronik, Schaltpläne der Grundplatte
   und spezieller Baugruppen.
- Schaltpläne und techn. Daten von Bauteilen und  Baugruppen,
   die im Beilageheft nicht vorhanden sind: Frequenzteiler- und
   Anzeigeeinheiten vom Werk für Fernsehelektronik:
   Ziffernanzeigeröhren, Baugruppen Z1, Z1-6, Z1-3, A1H, A1H-6,
   A1H-3, sowie weiterer Baugruppen dieses Systems, mit denen
   Geräte und Erweiterungen realisiert wurden.
- Selbst erstellter Unterlagensatz für die im Beilageheft nicht
   vorhandenen, und auch in Datenblätter- Büchern des Werk für
   Fernsehelektronik nicht auffindbaren Baugruppe "Spannungs-
   und Frequenz- Umsetzer SFU1"
- Forschungs- und Entwicklungsbericht von 1975- siehe weiter
   unten auf dieser Seite, Dank an den Industriesalon Schöneweide !

Neue Unterlagen
Inzwischen bin ich am Zusammenstellen einer neuen Unterlagensammlung, in der ALLE Schaltpläne enthalten sind- eine solche Unterlage gibt es bisher nicht.
Sehr wichtige Schaltpläne fehlen in den bisher bekannten Kunden- Beilage- Büchern.
Schaltpläne, die fehlten, habe ich aus anderer Literatur, oder selbst anhand der Baugruppen "händisch erstellt".
Dazu kommen Bestückungsseite- Fotos und Leiterseiten- Fotos aller Baugruppen,

In den bisher veröffentlichten Plänen habe ich erkannte Fehler korrigiert, und die optische Qualität der Texte und Pläne verbessert.

Dazu kommen detaillierte Schaltungsauszüge des Gesamtgerätes inklusive der Baugruppenschaltungen, zum Verständnis der Funktionen, sowie Skizzen und beschriftete Leiterseiten- Fotos, die ich im Rahmen der Reparaturen erarbeitet habe.

Weiterhin sind Informationen  zu verwendeten Halbleitern und Röhren beigefügt.

Die Größe der Unterlagensammlung ist nun beträchtlich, nahezu das Dreifache an Seiten.
Das Ganze ist ein "Edi- Servicebuch", wie ich sie für meine Radios ebenfalls erstelle.
(Anmerkung: Diese Arbeiten sind zur Zeit, April/ Mai 2022, im Gange, Edi)


Edi's neues Handbuch
DM2010, die "2022 Edi-tion".
Über 200 Seiten, vollgepackt mit Informationen, die das alte Kundenbuch (im Edi- Buch enthalten) nicht bietet:; ALLE Baugruppen mit Schaltplänen, Bestückungs- und Leiterseiten- Abbildungen, Darstellungen der mit dem Original-Handbuch sehr schwer verfolgbaren-Signalwege, Unterlagen des Herstellers zu den Baugruppen aus seinem Datenbuch, diese Daten fehlen ebenfalls im Original- Kundenbuch, Röhren- und Halbleiter- Infos der verwendeten Bauteile, sowie Schaltpläne als Großposter 4 x A4, weitere Informationen sind in Vorbereitung.

Und noch eine seltene Zusatz- Information:
Der Forschungs- und Entwicklungsbericht zum "DM 2010"

Ich bekam dieses Dokument vom Industriesalon Schöneweide, sowie die Genehmigung zur Veröffentlichung, vielen Dank !



Links zum Ansehen/ Download:

Forschungs- und Entwicklungsbericht, 1975, Originalscans

Forschungs- und Entwicklungsbericht, 1975, aufgearbeitet

Gerade deshalb, weil ich einst selbst als Lehrling an der Herstellung beteiligt war, finde ich dieses Dokument interessant, zeigt es doch den Werdegang der Entwicklung, Probleme und Erfolgsmeldungen.

Aus heutiger Sicht etwas befremdlich: Die gesamte Produktion, elektronische und mechanische Bestückung, Lötung und Montage eines doch recht teuren Meßgerätes (5150.- DDR- Mark, zum Vergleich: Der PKW "Trabant" kostete in der Grundausstattung um 8000.- DDR- Mark.), erfolgte durch Lehrlinge !
Teilweise wurden auch die standardisierten Steckbaugruppen durch Lehrlinge einzeln bestückt und gelötet, also handgefertigt.

Ich habe aber auch im Rahmen gelegentlicher "sozialistischer Hilfe" im Betrieb "VEB Stern- Radio Berlin" in Berlin Weißensee gearbeitet, und da wurden Export- Radiogeräte von Schülern im Rahmen des technischen Unterrichts ("UTP Unterricht" = "Unterricht in der technischen Produktion")gelötet und montiert.

Es ist aber KEINESFALLS so zu sehen, daß man zwecks Profit oder Mangel an Fachkräften nun Minderjährige ausbeutete !
Der Aufwand für die Produktion durch Lehrlinge und Schüler ist wesentlich höher, als die professionelle Produktion, etwa bei den genannten Radiogeräten nahm ich die Endprüfung und Reparaturen der Schüler- Fehler vor.
Es war also eher die Absicht der Ausbildungsstätten und Schulen, junge Menschen an modernste Technik heranzuführen, und damit auch
ein Vertrauensbeweis.

Zum Dokument- Inhalt:

Betreffs der Namen: Die meisten Leute, die namentlich erwähnt sind, sind sehr alt, oder leben nicht mehr,.
Ich denke, es ist ein historisches Dokument, darum sollte man es auch zeigen.
Sollte jemand einen Einspruch gegen eine Namensnennung haben,bitte mich anschreiben, dann mache ich den Namen unleserlich.

Geschrieben ist der Bericht in der damals DDR- üblichen, "politisch korrekten" , aber doch recht verquasten "Fachberichtssprache".

Einige Erklärungen dazu:
- APSK = Arbeitsplanstammkarte = Abrechnungs-, Statistik- und und Kalkulations- Vorschriften.
Heute: Arbeitsplanstammkarte - zusammenfassende Darstellung des technologischen Arbeitsablaufes für die Herstellung und Bearbeitung gleichartiger Einzelteile. Die Arbeitsplanstammkarte weist u. a. aus: optimale Arbeitsgänge, Arbeitsmittel und Arbeitszeit je Arbeitsgang, Qualifikation der Arbeitskräfte. Damit wird der Arbeitsablauf verbindlich vorgeschrieben, so dass Irrtümer in der Gestaltung des zweckmäßigsten Arbeitsablaufes ausgeschlossen sind. Umfang, Ausführlichkeit und Präzision der für die Festlegung des Arbeitsablaufes aufzuwendenden Arbeit sind abhängig vom Umfang der Produktion, von der Kompliziertheit der Einzelteile und von den vorhandenen Maschinen und Ausrüstungen. Bei Einzel- und Kleinserienfertigung (Serienfertigung) sowie bei der Fertigung geometrisch und funktionell einfacher Einzelteile genügt meist ein Grobplan, der nur die hauptsächlichen Arbeitsgänge sowie die dazu notwendigen Arbeitsmittel, die Qualifikation der Arbeitskräfte und die Fertigungszeiten enthält. Dagegen ist für die Einzelfertigung komplizierter und hochpräziser Einzelteile unbedingt ein bis in alle Einzelheiten spezifizierter Feinplan festzulegen. Verantwortlich für die Ausarbeitung der Arbeitsplanstammkarte ist die Technologische Fertigungsvorbereitung. Vorbereitung der Produktion. (juramagazin.de)
- ASMW =  Amt für Standardisierung, Meßwesen und Warenprüfung
- F/E = Forschung/ Entwicklung
- K1, K2... K5 = Leistungsstufen, heute ABschnitt, Meilenstein
- MMM = Messe der Meister von Morgen
Die Messe der Meister von Morgen (MMM) war ein Jugendwettbewerb in der DDR. Sie war, abgesehen von ihrer ideologischen Komponente, vergleichbar mit dem einige Jahre später eingerichteten Wettbewerb „Jugend forscht“ in der Bundesrepublik Deutschland. Als Preise wurden Medaillen verliehen. (Wikipedia)
- MVN = Materialverbrauchsnorm
- Q1/75 = 1. Quartal 1975
- RGW = Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe
Der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (kurz RGW; russisch Совет экономической взаимопомощи Sowjet ekonomitscheskoi wsaimopomoschtschi, kurz СЭВ; englisch Council for Mutual Economic Assistance, kurz CMEA oder Comecon) war eine internationale Organisation der sozialistischen Staaten unter Führung der Sowjetunion. (Wikipedia)
- SW- Importe = Importe aus dem sozialistischen Wirtschaftsgebiet = RGW
- TGL = Technische Normen, Güter- und Lieferbedingungen, ähnlich heute DIN (Deutsche Industrie- Norm), teilweise gleiche Texte und Nummern TGL/ DIN
Die Technischen Normen, Gütevorschriften und Lieferbedingungen (TGL) waren von 1955 bis 1990 in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) von staatlicher Seite erarbeitete verbindliche Standards für materielle und immaterielle Gegenstände. (Wikipedia)
- TKO = Technische Kontrollorganisation, etwa wie heute TÜV
- UdSSR = Union der sozialistischen Sowjetrepubliken = Sowjetunion, heute gibt es davon noch Rußland
- VEB = Volkseigener Betrieb
Der Volkseigene Betrieb (offizielle Abkürzung: VEB) war eine bis 30. Juni 1990 bestehende Rechtsform der Industrie- und Dienstleistungsbetriebe in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR. (Wikipedia)
- VK = Versorgungskontor, h
ier ist das Versorgungskontor für Maschinenbauerzeugnisse gemeint.
Versorgungskontor der staatlichen Materialversorgung (Wikipedia)
- WF = Werk für Fernsehelektronik
- AB3, KM und weitere Abkürzungen sind Abteilungs- Kurzbezeichnungen des Werks für Fernsehelektronik


Aus Platzgründen stelle ich unfangreiche Unterlagen nicht online, sie können bei mir angefragt werden, ich schicke sie per E- Mail, oder stelle sie  temporär online.

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