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"Einbereichssuper" = "1600 KHz- Super"


1938/39    Einbereichssuper von  Schaub "Kongreß Super"

"Einbereichssuper" = "1600 KHz- Super" war die Bezeichnung für einen Superhet- Empfänger, der mit einer hohen ZF, nämlich 1600 KHz, arbeitete.

Die Überlagerungsfrequenz = Oszillatorfrequenz liegt um die ZF höher.

Wenn der Oszillatorfrequenz- Bereich -bei Verwendung üblicher Radio- Drehkondensatoren-  so bestimmt wird, daß bei einer ZF von 1600 KHz die unterste Empfangsfrequenz 150 KHz beträgt ( -> Oszillatorfrequenz 1750 KHz), läßt sich der Oszillator ohne Umschaltung bis zur Oszillatorfrequenz- Obergrenze für den Mittelwellenbereich 1600 KHz durchstimmen ( -> Oszillatorfrequenz 3200 KHz).

Daher entstand der Name "Einbereichssuper"- es konnte der gesamte -damalige- Rundfunkwellenbereich Lang und Mittelwelle ohne Umschaltung überstrichen werden.

Ein weiterer Vorteil war, daß die Spiegelfrequenzen, das sind die Frequenzen, die mit der Oszillatorfrequenz ebenfalls die Differenzfrequenz = ZF ergeben, weit oberhalb des Empfangsbereiches liegen, wo keine starken Stationen vorhanden waren. Und die vorhandenen Kurzwellenstationen kann man mit einfachen Filtern sperren.

Bei MW 1000 KHz wäre z. B. eine Spiegelfrequenzstörung möglich, wenn ein Sender auf 4,2 MHz sendet, da die Oszillatorfrequenz 2600 KHz eine Differenz in der Höhe der 1600 KHz- ZF sowohl mit 1000 KHz, als auch mit 4200 KHz erzeugen kann.
Diese Frequenz liegt weit oberhalb des Empfangsbereichs, und zwar im Kurzwellenbereich, den man zweckmäßigerweise mit einem Filter vom Mischstufen- Eingang fernhält.

Gleiches gilt für alle Frequenzen des Empfangsbereichs.
Die niedrigste zu sperrende Spiegelfrequenz wäre 3,35 MHz, die höchste 4,8 MHz.
Dies läßt sich mit Tief- bzw. Bandpässen leicht realisieren.

Der Eingang des Empfängers benötigte dadurch keine durchstimmbare, mit der Oszillatorfrequenz parallelaufende Abstimmung, also keine komplizierten, mechanischen Abstimmittel, es wurde nur der Oszillator mit 1 Drehkondensator abgestimmt.

Üblicherweise gab es ein Eingangs- Bandfilter, welches auf den gesamten MW/ LW- Bereich bemessen war, um Störungen durch Sender außerhalb des Rundfunk- Bereichs zu sperren.

Es konnten 2 umschaltbare Bandfilter verwensdet werden, es mußte dann aber beim Durchdrehen der Abstimmung eine Umschaltung zwischen Lang-/ Mittelwellen- Eingangsbandfilter erfolgen.

Ein gleichlaufender Vorkreis war ebenfalls möglich, auch hier mußte es mußte  beim Durchdrehen der Abstimmung eine Umschaltung zwischen Lang-/ Mittelwellen- Vorkreis erfolgen.
Diese Maßnahme läuft aber dem Vereinfachungs- Prinzip des Einbereichssuper zuwider, und ist nachteilig, weil man dann gleich ein normales Bandfilter mit niedriger ZF verwenden könnte, welches bessere technische Werte garantiert.
Nachteilig war nämlich die größere Bandbreite der ZF- Filter mit so hohen Frequenzen, die Güte des Schwingkreises erlaubt keine sehr schmale Bandbreite.
Dafür benötigt man niedrige ZF- Frequenzen, oder eine zweite Mischstufe, die die 1600 KHz- ZF auf eine niedrige ZF heruntermischt- das nennt man Doppelsuper, solche sind in KW- Bereich vertreten, im Rundfunkbreich selten.

Es gab einige Einbereichssuper mit ZF- Rückkopplung (Schaub), dies konnte die Bandbreite noch etwas einengen.

Ein Superhet konnte also ohne aufwendige Gleichlauf- Maßnahmen und die erforderliche Abstimmung gebaut werden.
Die Bandbreite war für den normalen Rundfunkempfang ausreichend.

Trotz der Einfachheit wurden jedoch nur wenige Typen von Einbereichssuper- Empfängern gebaut, von denen einige doch noch noch eine komplizierte mechanische Umschaltung von Pässen/ Filtern, sowie eine teilweise Vorkreis- Abstimmung enthielten.

Beispiele sind
- Mende, Dresden "Einbereichs-Super 250W" 1931/32 ,
- Mende "Einbereichs-Super 360W" 1931/32, 
- Schaub "Spitzkühler" 229 II von 1937/38,
- Schaub "Kongreß Super" 1938/39.

RMorg listet noch einen (bildlich unbekannten) Nachkriegs- Einbereichssuper von
- Graetz, Berlin- Treptow (DDR) "Einbereichssuper 84GW" 1948/49 und einen
- Seibt "Einbereichssuper mit Drucktasten" 1948/49.

 

 

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