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Was ist eigentlich... Bandbreitenregelung ?

Was ist eigentlich... Bandbreitenregelung ?

Bandbreitenregelung ist eine Zusatzfunktion, die es nur bei AM- Superhet- Geräten gab, und zwar seit den 30ern bis in die 60er Jahre.

Bandbreitenregelung... müßte korrekt "Bandbreiten- Einstellung" heißen- eine Regelung ist es eigentlich nicht, eine Regelung setzt eine Regelgröße und vom Momentanzustand abhängende Stellgröße voraus. Üblicherweise gibt es (nur) ein Stellglied, manchmal auch Schaltstellungen fest vorgegebener Werte.

Aber der Begriff hat sich einfach so eingebürgert.

Die HF- Bandbreite eines Empfängers bestimmt die Bandbreite des hörbaren NF- Frequenzbandes.
Hohe NF- Bandbreite = großer Ferquenzbereich Höhen/ Tiefen = hohe Qualität der Wiedergabe.

Die HF- Bandbreite wird durch die Gesamt- Bandbreite gleich abgestimmter Schwingkreise der HF- oder ZF- Baugruppen bestimmt.

Kurz gesagt: Die Bandbreitenregelung ermöglichte auf AM die bestmögliche

Wiedergabe- Qualität.

Geradeausempfänger

Ein einzelner Schwingkreis, wie er im "Einkreiser", dem 1- Kreis- Geradeausempfänger ohne Rückkopplung bzw. ohne angezogene Rückkopplung vorkommt, hat eine sehr hohe Bandbreite- es kann eine große NF- Bandbreite übertragen werden.

Das bedeutet eine sehr gute Tonqualität.

Dies gilt auch für mehrkreisige Geradeausempfänger ohne Rückkopplung bzw. ohne angezogene Rückkopplung.

MIT Rückkopplung können Geradeausempfänger allerdings ihre Empfangsbandbreite verschmälern, sie werden empfindlicher und trennschärfer.

Nachteil: Die NF- Bandbreite ist nun eingegrenzt, bei stark angezogener Rückkopplung fehlen Höhen, der Ton klingt dumpf bis "hohl".

Superhet

Hier haben wir eine Anordnung mehrerer Schwingkreise, die auf die gleiche (Hilfs-) Freqenz abgestimmt sind.
Dies ermöglicht eine sehr enge HF- Bandbreite, und zwar zweckmäßig in der Größe, die durch den Nachbarkanalabstand vorgegeben ist, damit ist ein optimal störungsfreier Empfang, ohne Abstimmorgien an mehreren Stellknöpfen, möglich.
Allerdings... ist durch diesen vorgegeben Abstand die HF Bandbreite eingeengt, und die NF- Bandbreite eben auch.

Üblich:
Mittel- und Langwelle: Nachbarkanalabstand = HF- Bandbreite 9 KHz- NF- Bandbreite 4,5 kHz
KW Nachbarkanalabstand: Nachbarkanalabstand = HF- Bandbreite 5 KHz- NF- Bandbreite 2,5 kHz

Ohne einen technischen Trick ist ein Empfang in hervorragender Übertragungsqualität so nicht möglich.
Dieser Trick ist beim Superhet die Bandbreitenregelung.

Einer oder mehrere Schwingkreise werden schaltbar oder mechanisch einstellbar gestaltet, so daß die Bandbreite der Hilfsfrequenz -der Zwischenfrequenz- größer gestellt werden kann, damit wird eine besserere NF- Bandbreite möglich, aber auch enger, damit ist ein besserer Empfang bei schlechten Empfangsverhältnissen, meist bei Fernsendern, möglich. In diesem Falle wird auf die bestmögliche NF- Bandbreite verzichtet, die Hauptsache ist, den Sender überhaupt verständlich empfangbar zu machen.

Üblicherweise wird in vielen Geräten gleichzeitig die Tonblende mitgestellt, bei hoher Bandbreite volle Höhen, bei enger Bandbreite werden die Höhen abgesenkt.

In hochwertigen Geräten wurde oft erheblicher mechanischer Aufwand getrieben, um die Bandbreite verstellbar zu gestalten.

Superhet/ Geradeaus- Prinzip umschaltbar ?

Nun könnte man ja zum Behufe besten Empfangs/ bester Qualität einfach zwischen diesen beiden Empfangsprinzipien umschalten, oder ?

Es ist nicht üblich, zwei unterschiedliche Empfangsprinzipien zu vereinen- aber es gab dies sogar, nämlich beim Spitzengerät Körting "Ultramar", gebaut Mitte der 30er Jahre, der eigentlich ein Superhet war, aber für beste Empfangsqualität, speziell beim nahen Ortssender, auf Geradeaus- Empfang umgeschaltet werden konnte.

Nach den 60ern keine Bandbreitenregelung mehr, warum ?

Tatsächlich gbt es die Bandbreitenregelung nach der Röhren- Ära nur noch selten, meist in kommerziellen Funkempfängern (Seefunk) oder Amateurfunk- Empfängern. Hier konnte die Bandbreite oft in weiten Grenzen eingestellt werden.
Normale Radios hatten auf dem AM- Bereichen meist die feste HF- Bandbreite 9 KHz.
Im Mittelwellenbereich ist der Nachbarkanalabstand auch genau 9 KHz, eventuelle Pfeifstörungen benachbarter Sender hätten dann auch die Differenzfrequenz 9 Khz, diese wurden in vielen AM- Empfängern durch ein 9 KHz- Filter entfernt.
Auf Kurzwelle dagegen ist der Kanalabstand 5 KHz, da gab es später zur Unterdrückung des störenden Nachbarkanalpfeifens auch eine 5 KHz- Sperre, extra schaltbar, auch genannt "Luxemburg- Taste", weil ab den 70ern viele Leute im Auto oder per Kofferradio den Sender "Radio Luxemburg" im 49m- Rundfunkband als Reisesender im Ausland hörten.

In den 60ern hatte sich der UKW- Empfang endgültig durchgesetzt, dessen Bandbreite war ungleich höher, und ermöglichte sehr hohe NF- Bandbreiten, bis zur HiFi- Qualität.

Die Oldies haben heute wieder die Nase vorn.

Die alten Radios der 30er bis 60er, die die Funktion Bandbreitenregelung haben, sind damit besser als ihre transistorisierten Nachfolger.
Diese kennen die Bandbreitenregelung nämlich nicht (es mag Ausnahmen geben).

Heute wieder AM hören, lohnt sich !

Heute gibt es Sender, die auf AM mit sehr hoher Bandbreite und in hervorragender Qualität senden, da laufen die alten Radios zur Höchstform auf !

Es lohnt sich heute, mit den Radios der Großväter wieder auf AM auf Wellenjagd zu gehen !

Viel Spaß dabei wünscht

Edi

Anlage: Körting stellt die NF- Bandbreiten in den Stellungen "schmal" und "breit" dar.
Darunter die Darstellung der Superhet- Geradeaus- Empfangs- Umschaltung des "Ultramar".
Besser kann man diese Funktion nicht erklären.



Geräte mit Bandbreitenregelung, Beispiele

Beispiele könnte man Tausende nennen, die Bandbreitenregelung war eine normale Funktion guter Röhrenradios.

Körting "Ultramar", 1935


Hier ist das Radio "Ultramar, gebaut 1935, mit Bandbreitenregelung.
Wohl eins der aufwendigsten Geräte jener Zeit, und bis heute eine Klasse für sich.
(Bildquelle: www.technikum29.de, Danke !)


Ultramar Front


Auch innen macht es was her- 2 große Lautsprecher sorgen für Konzertsaal-
Atmosphäre.
Das ist nicht übertrieben !


Wunderschön: Die beleuchtete Skalenfront.

Siemens Schatulle SB780, 1949


Ebenfalls ein aufwendiges Spitzengerät, auch dieses Gerät kann mit
unglaublich gutem Klang aufwarten.
Wenige Jahre nach dem Krieg einehervorragende Leistung.

Loewe- Opta "Globus" 3651bW, 1950


Dieses Gerät ist aus der UKW- Anfangszeit, aber AM war damals noch
wichtig, so hat dieses Gerät auch noch Bandbreiten- Einstellung, aber nur noch
schaltbar zwischen 2 festen Werten für schmal/ breit.
Jedoch bietet auch dieses Radio einen hervorragenden Klang.

Ich habe ein Stück Sendung aufgenommen, welches ich beim Durchstimmen (am Anfang zu hören) fand- bei günstigen Empfangsbedingungen geht es noch weitaus besser, hier klicken

Stradivari 4 Automatik Stereo (1961)



Auch der 1961er Stradivari hat Bendbreitenregelung, allerdings
auch nur eine Umschaltung schmal/ breit.
Wie alle Empfänger mit AM und Bandbreitenregelung ein
Klangerlebnis.

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