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Analyse unbekannter Bauteile- Beispiel Spulensätze

Analyse unbekannter Bauteile. Beispiel Spulensätze

Hier möchte ich ein Thema präsentieren, was gelegentlich auch vorkommt- nicht selten bekommt ein Radiofreund unbekannte Teile, oft sogar Neuteile.

Mit Stefan H, Mitglied eines anderen Forums, habe ich per Mailwechsel mit Fotoanhängen Spulensätze analysiert, die dieser erstanden hatte.
Es handelte sich dem Aussehen nach um Bastlerspulensätze, die für Einzelfertigungen durch kleine Firmen, aber auch für Bastler- Eigenbauten angeboten wurden.

Ich kürze den Beitrag, spare mir die Komplettwiedergabe der Mailtexte, es ging ja um den Versuch, durch Auswertung von Fotos die Schaltung zu rekonstruieren, evtl. daraus einen Schaltplanvorschlag zu erarbeiten.

1. Analyse eines Spulensatzes eines unbekannter Herstellers

Es handelt sich um die Frage, welche Spulenreihe für welchen Zweck gedacht ist.
Gehen wir, wie die Vulkanier, von der Logik her an die Sache ran.
(Vulkanier: Siehe Star Trek: Außerirdische vom Planeten Vulkan, äußerst kühle Logiker).

Bei einer Wellenbereichsumschaltung ist auf ine Überbrückung verzichtet worden, und zwar bei der Rückkopplungsreihe.

Ich denke mal, ich habe es gefunden, Vergleich mit meiner Sammlung, AKE- Spulensatz "KML".
Auch hier ist bei einer Wellenbereichsumschaltung auf eine Überbrückung verzichtet worden, ebenfalls bei der Rückkopplungsreihe.

Bei Elektrophot ist zu sehen, warum eine Spule galvanisch getrennt ist- wegen der Erd- Trennung über einen Kondensator. DIe Spulenreihe d-e ist also die Antennen- Einkopplung.

Der Drehko dürfte wegen der vorhandenen MW- LW- Umschaltung also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an die Spulen c-f kommen.
DIe Rückkopplungsspulen sind hoch bewickelt, um genügend Kopplung zum anderem Spulenkörper zu erreichen.

Bei TA- Betrieb wird nun doch eine Rückkopplungsspule kurzgeschlossen.
Warum ?
Die Umschaltung der Rückkopplung für TA- Betrieb auf MW ist möglicherweise darum so gemacht, weil die MW- Rückkopplungsspule für LW die Schwingbedingung nicht erfüllt, die nicht abgeschaltete Audionstufe also nicht schwingen kann, was ja bei TA- Betrieb einen nervenden Ton erzeugen könnte.

So habe ich einen Schaltplan für Ihren Spulensatz entworfen, der diese Details enthält.
Ich würde sagen, die Schaltung müßte einwandfrei funktionieren.

Der veränderbare Kopplungsgrad ist ein weiteres Indiz für die Spulenverwendung.
Dank der guten Zeichnung und Fotos sollten wir diesen unbekannten Spulensatz geklärt haben.

Es könnte sich wegen der galvanischen Trennung einer Spulenreihe übrigens auch um einen Zweikreiser- Spulensatz für einen "Bandfilter- Zweikreiser" handeln.
Siehe das Blatt aus meiner Sammlung: Limann.
DIe Bezeichnung "Bandfilter" ist hier eigentlich irreführend- Ing. Limann benannte die Zwischen- Anordnung zwischen Vor- und Audionstufe so, analog zu ZF- Bandfilterschaltungen, üblicherweise ist jedoch ein Eingangs- Bandfilter (Bandpaß) an der Antenne namensgebend.
In der Limann- Schaltung ist der Eingang aber ein "Scheunentor- Eingang" (aperiodisch, nicht abgestimmt), mit der Option einer Sperrkreis- Baugruppe (Sp 10/ Drehko).

Dennoch dürfte die Limann- Schaltung dem Audion einen zusätzlichen Schub an Empfindlichkeit geben- nur die Trennschärfe wird nicht höher.

Der Bauweise nach dürfte der unbekannte Spulensatz von einem der Hersteller sein, die ich gelistet habe- Limann, AKE, DX, Neumann, Görler oder Brandt. Einen ähnlichen Wellenschalter sah ich an einem AKE oder DX, den ich voriges Jahr abgab. Limann gibt auch TA- Anschlüsse in seinen Bandfilter- Zweikreisern an.


Schaltplan, Stefans Skizze nach.


Schaltplan mit Wellenschalter- Stellungen.

 


Schaltbild des AKE- Einkreiser- Spulensatzes Spulensatz "KML",
bei KW gibt es keine Überbrückung der MW- Rückkopplungsspule

 


Beim Spulensatz von Elektrophot ist zu sehen, daß die Eingangsspulen galvanisch von der Schaltung getrennt sind- Berührungssicherheit.

 


Schaltungsvorschlag mit den Details aus AKE und Elektrophot


Anregung: Limann- Zweikreiser

 

2. Analyse eines "AKE- JAVA- Trafo"


Das dürfte der Schaltplan, der Skizze nach, sein.


Schaltplanvorschlag.

Da die KW- Spule keine eigene Einkopplung hat, habe ich einen Koppelkondi über einen Schaltkontakt vorgesehen.

Es wäre sicher auch möglich, die Koppelspulen sowohl als Rückkoppel- als auch als Antennen- Koppelspulen zu nutzen.
Nur der Kurzwellenbereich hat definitiv keine Antennen- EInkoppelspule.
Möglicherweise würde dies aber auch die Spule a "miterledigen" können.

Auch hier ist wegen der galvanischen Trennung einer "Einkoppel-) Spule eine Vorstufe anschließbar, da die Spule in der Induktivität (und damit der Kopplung bei LW) recht klein ist, sogar wahrscheinlich, und auch ratsam.

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