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Was ist eigentlich... Regelung/ verzögerte Regelung ???

Was ist eigentlich... Regelung/ verzögerte Regelung ???

Davon sollte man zumindest gehört haben. Beim Einstellen und Optimieren eines historischen Gerätes, was hier der Oberbegriff des Forenthemas ist, ist es gelegentlich sogar zu beachten.

Ja, aber... WAS zum Teufel, wird VON WEM und WIE geregelt" ???

Ich möchte dies mal etwas lyrisch erklären.

Immerhin arbeiten in unseren alten Schätzchen Teile und Schaltungen, und wir beachten dies kaum mit einem Gedanken.
Warum sollte man eigentlich nicht mal was Schönes über unsere kleinen Freunde und Helfer im Alltag schreiben ? Warum nicht mal über eine Ventilführung oder einen Synchronring im Auto, einen Fahrradschlauch, oder eben unsere Lieblinge ?

Über unsere Kondensator- Freunde habe ich schon geschrieben, hier.
Und heute widme ich mich mal der Regelung im historischen Radio.
Als Beispiel mal mit den schönen Röhren AB 2 und AF 3.

Viel Spaß beim Lesen !

Die Regelung/ Verzögerte Regelung

Der Polizist, der regelt den Verkehr.
Die Regelröhre aber mehr !

Nämlich den Empfang von Sendern,
diesen schließlich so zu ändern,
und- damit der Aufwand lohne-
das Ohr des Hörers richtig schone.

Ist ein Sender schwach und leise,
dreht die Reg`lung lauter, auf diese Weise
wird der Sprecher gut gehört,
auch wenn die Atmosphäre stört.

Doch wär` der nächste Sender stark,
gibt's Erschütt`rung bis ins Mark,
Aus der Schallwand Krach, Gedröhn...
So zu hören, ist nicht schön.

Doch wir haben sie dabei:
Die Heldinnen: AB 2/ AF 3
Mit einigen Teilen noch dazu
erzeugt AB 2 `ne Regel- U.

Negativ muß diese sein !
Schwacher Sender- Regelspannung klein.
Starker Sender- Regelspannung groß.
Bitte merke dir das bloß !

Die Regelspannung- Merken Teil zwei:
Geht zum Gitter der AF 3.
Natürlich über Siebungsketten,
um die Spannung weich zu glätten.

Denn so was hat `ne Röhre lieb,
ein „Regelspannungs/ Glättungs- Sieb“.
Da regelt es sich weich und sanft,
toll für`s Ohr, das kommt gut an !

Die Regelung ist segensreich.
Manche sagen „Schwundausgleich“.
Weil sie, wenn der Sender schwindet,
eine Möglichkeit schnell findet,
die Verstärkung aufzudrehn.
Nun hört man den Sender schön.

Was nimmt die Regelung dazu ?
Korrekt- die kleinste Regel- U !

Und ist der Sender stark und munter,
`ne große Spannung dreht ihn runter,
auf daß der Dampf der ungeheure,
nachfolgende Stufen nicht übersteu’re.

Von guten Reg`lungen ist bekannt,
sie halten die Lautstärke etwa konstant.

Und noch eine bess’re Lautstärkeverwaltung
bringt die „verzögerte Regel- Schaltung“.
Damit nicht schon das atmosphärische Rauschen
genauso laut ist, wie schönen Sendern lauschen.

Von der Stromversorgung wird eine Verzögerungsspannung „abgeschnitten“,
die geht an die Demodulator- Kathode, als Spannungsschwelle.
Erst wenn diese wird überschritten,
beginnt die Regelung- dann aber schnelle !

Übrigens kann man ohne Weinen,
mehrere Röhren in einer vereinen.
AB 2 und NF- Röhre
dann in die ABC 1 gehöre.

Später gab’`s EBF11 und EABC 80,
Fast gleiche Schaltung, das Prinzip macht sich !
Und mit Halbleitern geht das auch !
Selbst Schaltkreise hatten diese Regelung in Gebrauch !

Diese Regelung wirkt enorm,
und in nahezu gleicher Form,
gibt`s sie also von den Röhren- Vorfahren
in den 30ern, bis zu IC`s in den 80er Jahren.

Nur beim Abgleich muß man ersinnen,
die Regelspannung nach Masse zu brücken,
dann kann der Regeleinsatz nicht beginnen,
die Prüfsender- HF runterzudrücken.

Sowas wäre wirklich kein Segen,
es wirkte dem Abgleich entgegen !

Und zum Schluß sei dieses noch genannt,
So wie der Verkehrspolizist es kann,
gibt es auch eine „Regelung von Hand“.
Wendet man bei speziellen Geräten an.

So, das wär’ mal ohne Störung
"Edi`s Regelspannungs- Erklärung".
Dann wünsch`i ch heute viel Vergnügen,
beim „Alte- Radios- wieder hinbiegen !“


Das Traumpaar: AF 3 und AB 2.
Was welche ist, ist egal, sie sind ja "Bi".
Lachend


(Klick auf das Bild -> Vergrößerung)
Komplette Standard- Schaltung einer "verzögerten" Regelung" mit AB2/ AF3.
"SZ" ist ein "Schattenzeiger", ein kleines Meßinstrument, ähnlich einem verkleinerten Milliamperemeter, nur daß sich hinter dem Zeiger eine kleine Glühbirne befindet, davor eine Linse. Auf einer Mattscheibe zeigt dann der Schatten des Zeigers die Feldstärke an.


Handregelung mittels des Spannungsabfalls am Kathodenwiderstand der handzuregelnden Röhre.
Durch den Kathodenwiderstand wird das "untere Ende" des Widerstands (was auch Masse ist) "negativer als die Kathode".
Über die Spulen kommt diese "negativere Spannung" an das Gitter der Regelröhre.
Höherer Widerstandswert -> größere negative Spannung, es wird heruntergeregelt ("abgeregelt").
Solche Schaltungen wurden gern von Funkamateuren verwendet, die selbst die Verstärkung bestimmen wollten, sich diese Aufgabe ungern von einer automatischen Regelung abnehmen lassen wollten.


(Klick auf das Bild -> Vergrößerung)
Komplette Standard- Schaltung mit der Verbundröhre ABC 1:

Demudulation, Regelspannungserzeugung, verzögerte Regelspannung für die Mischstufe, realisiert mit dem Spannungsabfall über dem Kathodenwiderstand der ABC 1, unverzögerte Regelspannung für die ZF- Stufe, nachfolgende NF- Verstärkung mit Widerstandskopplung, TA- Anschlußmöglichkeit  und gehörrichtiger Lautstärke- Einstellung ("Gehörrichtige Lautstärkeregelung").

Die Schaltung mit der ABC 1 ist dann schon die Krönung der damaligen Schaltungstechnik, mit vielen, schönen Details.

Die Schaltung war so gut entwickelt, daß auch die letzten Varianten dieser Schaltungstechnik nicht viel mehr hergaben !
So wurde die Schaltung noch lange in dieser Weise verwendet, von Mitte der 30er, ABC 1, EBF 11, bis 1970, EBF80, 85 oder 89, zuletzt dann mit der beliebten EABC 80, die gegenüber der ABC 1 zwei Dioden für UKW- Demodulation nutzte.


Die Prinzipschaltbilder sind von mir erstellte Fotomontagen aus je 2 Schaltbildern !
Bildquelle: Ratheiser: Rundfunk- Röhren, Eigenschaften und Anwendung, 2. Auflage, 1937.

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