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Vorstellung der Initiatoren und das Warum



Der folgende Text ist der Beitrag in dem Audio, welches der Sender am 29.10.2023 sendete:

Nun  möchten wir uns und den Sender vorstellen: Olaf Freiberg, Radio- Enthusiast seit der Kindheit, folgerichtig später Rundfunk-/ Fernsehtechniker bei RFT, dem Elektronik- Warenzeichenverband der DDR,
und
Dirk Koplin, Radio- Enthusiast, Bastler und und Hobbytechniker mit langer Erfahrung in Funk- und Rundfunktechnik.

Wir fingen klein an, als Radiobastler, die alte Radios von Entrümpelungen nach Hause schleppten, ausschlachteten, und damit bastelten.
Bei mir war der Großvater schuld, der mir technische Literatur hinterließ, die ich „gefressen habe“.
Bei Dirk war ich selbst wohl schuld, Dirk kam oft in die Werkstatt, in der ich arbeitete, und schleppte Geräte, die Kunden nicht mehr abholten, nach Hause.


Unser Kompaß waren Zeitschriften und Bücher. Bei mir waren es  viele Jahrgänge der Zeitschrift „Funk- Technik“ der 40er und 50er Jahre, die ich geerbt hatte.
Ab der Schulzeit waren es die bekannten Bücher von DDR- Autoren: Die Kinder- Radio- Bastelbücher „Mit Spulen, Draht und Morsetaste“, „Mit Radio, Röhren und Transistoren“, „Mit Logbuch, Call und Funkstation“ des Funkamateurs von Martin Selber, Karlheinz Schuberts „Radiobastelbuch“ und Hagen Jakubaschs „Elektronikbastelbuch“, sowie die Zeitschriften „Funkamateur“, „Radio Fernsehen Elektronik („rfe“), und andere.

Ich selbst habe oft Überziehungsgebühren in der Kinderbibliothek abdrücken müssen, weil ich die Bücher zu lange zu Hause behielt.

Wir haben damals alles mitgemacht:
Detektorempfänger und Audion- Schaltungen, wie die berühmte Schaltung
„0-V-1“, Instandsetzen alter Radios, der „Volksempfänger VE301“  der 30er/ 40er Jahre, der einfache, aber pfiffige Geradeausempfänger „1U11“ aus den 50er Jahren der DDR, Unmengen an Vorkriegs- Schrottgeräten, später Mittelsuper und Großsuper, zum Schluß Fernsehgeräte, wir bauten noch Geräte zum Empfang der zweiten und dritten Programme, die sogenannten „UHF-. Konverter“ selbst.

Wir kennen es selbst nicht, aber in der damaligen BRD gab es auch Radio- Enthusiasten und Bastler, bekannt sind uns Bücher von Werner Diefenbach, Bausätze „Heinzelmann“ von Grundig.

Wir haben uns entschlossen, den ersten Rundfunksender, der in Berlin am 29. Oktober 192, im Voxhaus, einem Geschäftshaus am Potdamer Platz,  „on air“ ging, nachzubauen, da sich zwar viele Leute seit Jahrzehnten ausgiebigst mit den  politischen und Medien- Aspekten des Rundfunks beschäftigen, aber niemand für die Technik, die dahintersteckt, die auch die Grundlage der heutigen Technik ist- ohne die Technik von damals gäbe es die Technik von heute nicht.
Es gibt keine Zeitzeugen der ersten Rundfunksendung, niemand weiß, wie es sich einst anhörte und anfühlte.
Das möchten wir Ihnen jetzt bieten- und wir bemühen sogar ein Radio, welches zur Zeit der ersten Rundfunksendung existierte, möglicherweise hat es sogar die Sendung mitgehört !

Das Betreiben dieses Senders, wenn auch nur für einen Tag,  benötigt einige behördliche Genehmigungen, und viel Papier für Anträge.

Diese Genehmigung konnten wir am Original- Standort jedoch
nicht bekommen !
Dafür ging das aber in Mecklenburg- Vorpommern.
So entstand in einem kleinen Dorf ein Nachbau des historischen Voxhaus- Senders nach Fotos und Schaltplänen.

Dabei stellte sich heraus, daß die Schaltpläne unvollständig sind- es sind meist nur aus Lehrbüchern stammende Prinzipskizzen, ohne Angaben zu Bauteilen.
Viele Bauteile, die auf Fotos zu sehen sind, fehlen, andere sind in Plänen, aber nicht auf Fotos. Die Lehrbücher wurden meist lange nach dem ersten Sender geschieben, so daß die mangelhafte Beschreibung eigentlich nicht verwundert.

Es erwies sich als schwierig, den Sender zum Laufen zu bekommen- der offene Tischaufbau, ohne jede Abschirmung, erzeugt unerwünschte Effekte, die angeschlossene Geräte stören, sogar zerstören können. Moderne Audiogeräte und Stromversorgungsgeräte sind gefährdet.

Dennoch war es möglich, den Sender in Gang zu bekommen, und zu testen.
Damals verwendete man ein Kohlemikrophon und ein Orchester, welches direkt vor einem Mikrophon spielte.
Das verwenden wir nun nicht, weil wir so ein Mikrophon nicht zur Verfügung haben- der Sender bekommt ein Programm, welches von einem Computer oder Audiogerät zugespielt wird.

Dabei ist eine recht gute Qualität zu bescheinigen, allerdings ist die Laustärke gering, weil der Modulationsgrad mit der damaligen Konzeption nicht höher als 40- max. 50% sein darf.

Auch einige andere technische Werte sind erstaunlich gut, etwa die Oberwellenunterdrückung, die mit 58 dB fast an die Forderungen der Behörden an Amateurfunker heranreicht, diese müssen eine Oberwellenunterdrückung von 60dB gewährleisten.

Der Sender von 1923 hatte nur eine 30 m lange Antenne auf dem Dach eines Geschäftshauses, wir verwenden eine „Zweifinger- Antenne“, das ist eine Langdraht- V- Antenne, 2 x 70m,in 10 m Höhe, im Prinzip eine „T- Antenne mit geknicktem Balken“, sowie Erddrähten.

Lediglich die Leistung des Senders von 1923 erreichen wir mit dem zur Verfügung stehenden Stromversorgungs- Equipment nicht- das müssen wir leider hinnehmen. Möglicherweise wird dies aber später verbessert werden, falls noch einmal Bedarf besteht, den historischen Sender zu Radio- Ereignissen zu betreiben.

Tests  zeigten: Es ist möglich, stabile Einstellungen und  eine annehmbare Qualität zu erreichen.

Alte Dampflokomotiven, Autos und Motorräder, und auch dieser Nachbau des Senders von 1923 zeigen, daß die Technik von vor 100 Jahren so schlecht nicht war.
Und da Sie uns hören, hoffen wir, daß Sie das genauso sehen, und uns eine Empfangsbestätigung zusenden.

Wir bedanken uns bei allen Zuhörern !

Olaf Freiberg und Dirk Koplin

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