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Nach- Restauration Graetz 48 GW, Teil 4

Nach- Restauration Graetz 48 GW, Teil 4
(Fotos unten)

Bin immer noch dran- immerhin... 'ne Handvoll Teile kommt schon zusammen.

Inzwischen ist der 48 GW für einen Vorkriegs- Super ohne Vorstufe erstaunlich empfindlich geworden- ohne Antenne sind abends schon viele Sender zu empfangen- tagsüber nur einige Rausch- Stellen, kaum eine Modulation hörbar- hier ist MW fast tot.
Mit Antenne, und abends- die reine Freude, da legen sich die alten Lampen richtig ins Zeug.

Im Zuge der Arbeiten hatte ich einen "Heuler" und "Kracher." Heulen meint ein Jaulen bei voller Lautstärke, bei sehr starkem Sender ("Heimsenderlein", mein Transmitter, mit mP3- Player, als provisorischer MW- Sender).
Besonders krachempfindlich: die Netzgleichrichter- Röhre CY1 erwies sich als empfindlich- es flackerte sogar die Skalenlampe.
Auf die CY habe ich damals raufgeschrieben: "Heizung def.", aber die CY steckte noch drin, die Heizung war gar nicht gebrückt, und sie heizte. 
Allerdings parkte ein Selen auf dem Chassis (siehe die ersten Fotos, am Thread- Anfang), und der war auch anstelle der Anoden- Kathoden- Strecke der CY angeschlossen.

Die CY 1 mal auf's Röhrenprüfgerät- Kein Anodenstrom. Klar, darum Selen.
Auf dem RPG keine Klopf- Reaktion, da ist das Meßinstrument zu träge.

Das Heulen... Nachdenk...
...Die meisten Kondensatoren sind schon getauscht, die Röhren sind gut.
Bleibt- das Netzteil geht in die Knie.

Gemessen- ja klar, am Anfang geht`s noch. mit der Zeit geht die Anodenspannung hinter'm Siebelko bis 100 V runter (Soll 200 V). Der Selen hat einen hohen Innenwiderstand, je mehr die Röhren ziehen, um so mehr geht die Anodenversorgung in die Knie.

Das Krachen schein vom Heizfaden her zu kommen, wahrscheinlich war der damals mal kaputt, die Unterbrechungsstelle hat sich aber wieder aneinandergelegt.
Zu sehen ist nichts, kein Funken oder Feuern in der Röhre. Vielleicht die Platinit- Drähte im Sockel, am Außenkontakt ?
OK, entzinnt, saubergemacht, neu angelötet. Die Drähte sind superknapp drin, einer gerade mit der Fläche der Kreisinnenfläche der Draht- Schnittstelle verlötet.

Brachte nichts, Krachen bleibt.

Also... eine CY1 habe ich nicht... also "die schnelle CY1" gezaubert.
Sockel ab, und neu befüllt: Silizium- Diode (SY335/8, DDR), in Reihe zur Diode ein Widerstand 220 Ohm, der die Spannungsversorgung etwas "weicher" macht (simuliert den höheren Innenwiderstand der Röhre ggü. Halbleiter), ich nehme einen Hochlastwiderstand (W- Angabe nicht lesbar), sowie einen Heizfaden- Ersatzwiderstand, 100 Ohm, Hochlast (gerade ein 12 W vorhanden).
Parallel zur Diode ein Kondensator zur Entstörung- gerade einen alten 10 nF "DDR- Gold- C", rausgeschmissen- der ist aber noch ok, warum wegschmeißen- für den Zweck reicht er. 

Den alten Glaskolben behalte ich noch. Die Drähte ordentlich gereinigt, verzinnt und verlängert, vielleicht geht sie doch noch.

Die "schnelle CY1" kann in Sekunden gegen eine richtige CY 1 getauscht werden.
Anodenspannung hinter'm Sieb- Elko 215 V. Ja, laß' ich gelten- der ist sowieso größer, als original (statt Lade- C = 8 + Sieb- C = 24 MüF habe ich 2 x 100 MüF eingebaut, ja, da war ich noch Anfänger...)

OK, kein Krachen mehr.
Die C/EM 2 ist etwas heller, die Empfindlichkeit konnte ich etwas herunternehmen (hat einen eigenen Regler dafür).

So, einiges ist noch... Lautsprecherstoff waschen, 1. Waschgang erfolgreich. Einige Kondensatoren müssen noch raus.

Edi

Bild
Hinten links: 4mm- Bohrung im Chassis, da war der nachträglich 
eingebaute Selen drin. Hinten rechts die "schnelle CY1"

Bild
"Die schnelle CY 1"

2. Waschversuch gestern abend -mit Shampoo, zwischedurch mit Bleichmittel- heute trocken.
Gegenüber dem Vor- Zustand viel besser. Straff auch wieder.

Übrigens habe ich den Stoff vorsichtshalber mit Reißzwecken fixiert- aber der Kleber hielt.

Ein wenig Verfärbung ist leider geblieben, und der Fotoapparat macht's gnadenlos sichtbar- aber im Lautsprecher- Fenster des Gehäuses ist ja nur ein Teil der Lautsprecherplatte zu sehen, da fällt das nicht auf.

Die Mickymaus ist aufgeklebt. Der Kleber... hält noch.
War mal ein Anstecker, aber die Nadel weg. Hatte ich als Kind, das weiß ich noch... ich fand das Ding so toll- ist nun über 40 Jahre drauf- mag`s dort bleiben. Den Elgersburg- Anhänger -von meinen Großeltern, ich war nie da- hab' ich auch wieder raufgepiekt.

Bild

Ich bin noch bei der allseits beliebten Kondensator- Orgie, die meisten Uralt- Teer- Kondis und Elkos scheinen sogar noch etwas Leben gehabt zu haben, bzw. funktionieren die noch vorhandenen. Jedenfalls spielt das Gerät überraschend gut.

Ich muß noch einige Papp- Elkos unter`m Chassis neu befüllen, bei Vorkriegs- Geräten führe ich ja bei bestimmten Kondi- Typen das Abtarnen aus. Die normalen C`s ersetze ich allerdings nur durch meine nachempfundenen, grün- schwarzen "Phantasie- Kondis".

Problem ist noch der Netzelko- original ist es 8 + 24 MüF, ich habe vor 30 Jahren 100 + 100 MüF eingebaut. Das ging auch, da ich wegen der kaputten CY 1 einen Selengleichrichter eingebaut hatte.
Der Selen ist nun auch in die ewigen Stromkreise eingegangen, hochohmig, da ist jetzt "die schnelle CY 1" mit Si- Diode und Schutzwiderstand (200 Ohm) am Werkeln, ok, da geht's auch mit dem zu großen Elko.

Wenn ich eine CY 1 auftreibe, wird "re- röhrisiert". 
So ein spezieller Elko, mit unterschiedlichen Kapazitäten, wird allerdings nicht auftreibbar sein- optisch gibt es sowieso keinen Elko einer solchen Bauart, der sieht auf dem Werksfoto in den Unterlagen recht merkwürdig aus, wie eine Röhre mit Kappe drauf.
Ich überlege schon, ob ich einen optisch ähnlichen Fake- Elko erfinde, oder unter`m Chassis einen Zusatz- Elko anhänge.

Im Zuge der Reparatur- Arbeiten hat`s dann den Ausgangsübertrager erwischt. Eigentlich nur eine kleine Anliegestelle an einem Kondensator, die ich übersehen hatte, die kurzzeitig die Anode nach Masse kurzschloß- da floß Anodenstrom durch den AÜ.
Danach spielte der Graetz weiter. Nach einer Weile Knistern und Knastern, dann Ruhe, und das Schirmgitter leuchtete freudig- Aua ! 
Gleich aus, gemessen: AÜ voll hochohmig, ohne Anodenlast nur 125 V hinter`m AÜ. Voll die Wicklung weg.

Trafo ausgebaut- Hmmm... eigentlich sieht der Wicklungsdraht nicht so superdünn aus...
Aber nichts zu machen, nur mit Zerlegen, und Neubewickeln.
Aber so rostig, wie der aussieht, könnte ich gleich, z. B. bei roehrentechnik.de einen neuen AÜ kaufen.

Aber... in der Werkstatt habe ich noch eine Mende 153 W- Ruine zu liegen.
Blick rein: AL 4- AÜ drin- prima !

Raus mit dem AÜ- rauf auf den Graetz- Lauti... Wow- der paßt ja perfekt, sogar die gleichen Lochabstände !
Und- spielt, klar. M. E: klarer und lauter- sollte der alte AÜ schon "ein Ding weg gehabt" haben...?

Kleines Detail am Rande: Im Bügel des -nicht geschützten (!)- Lautsprecher- Magneten ist sogar das Ende der Lautsprecher- Schwingspule zu sehen !

Sehr hilfreich waren übrigens die Original- Werksunterlagen von @Saarfranzose, zwecks besserem Arbeiten habe ich die ergänzt und aufgearbeitet, z. B. Schaltpläne (1 x nur mit Bauteilebezeichnungen, 1 x nur mit Bauteile- Werten) und den -hervorragend gescannten- Bestückungsplan bearbeitet, und zu 4 x A4- Poster vergrößert, so konnte ich die Bestückungsweise optisch re- originalisieren, sowie 2 falsche Bauteilwerte ggü. dem Lange- Nowisch- Plan finden (Blockkondensatoren, unkritisch, 20/30 nF, 0,1/1,0 MüF). 

Bild
Der defekte AÜ

Bild
AÜ getauscht

Bild
Nach hinten (oben) offene Membran- Schwingspule

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