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Restauration Vorkriegs- Großsuper Körting Ultramar SB7360W von 1935- Teil 4- Optikator- Die lautlose Abstimmung- Klangverbesserung- Stereo-Effekt

Restauration Vorkriegs- Großsuper Körting Ultramar SB7360W von 1935- Teil 4- "Optikator"= "lautlose Sender- Abstimmung",  Klangverbesserung durch Tiefenanhebung, Stereo-Effekt

Der Ultramar besitzt ein besonderes Bedienelement, vom Namen her unbekannt, es wird auch kaum erwähnt, und auch nirgends beschrieben oder besprochen:

Der "Optikator- die lautlose Sendereinstellung", im Prohaska- Katalog (Werbeblatt 3 auf der Hauptseite des Restaurationsberichts)- eine bis in die Transistor- Zeit in Radios unbekannte Funktion, heute bekannt unter dem Namen "Sqelch", das ist die bei Funkgeräten, CB- Funkgeräten und Weltempfängern übliche, feldstärkeabhängige  Rauschsperre.

Im Prohaska- Katalog ist "Optikator" für den "Ultramar" angegeben, ansonsten ist sie in der Werbung nirgends erwähnt, außer beim "Supramar" (hier, auf der rechten Seite unter next Pictures")- und der hat sie gar nicht ! Hier meint "Optikator" das Abstimmanzeige- Instrument, den optischen Indikator.

Und ganz nebenbei hat diese Funktion auch noch eine erhebliche Klangveränderung zur Folge, die -ja nach Qualität des empfangenen Senders- einen scheinbaren Raumklang bewirkt, oder auch Sprachfrequenzen mit einer Tiefenanhebung so heraushebt, daß durch Rauschen gestörte Sprache verständlicher wird.


Grün gezeichnet der normale, übliche Signalweg der Demodulationsstufe.
Die linke Diode der ABC1 gewinnt die NF aus der ZF, über den Widerstand und Kondensator (unter der ABC1) gelangt das Signal zum Lautstärke- Poti.
Die rechte Diode erzeugt die Regelspannung für die Stufen davor, nicht markiert, weil hier nicht relevant.
Eine Besonderheit ist jedoch der violett markierte Widerstand- der koppelt einen Teil der gewonnenen Richtspannung an das Gitter der Triode der ABC1.
Diese arbeitet jedoch nicht als NF- Vorverstärker !

Deren Anode liegt über einen 1KOhm- Widerstand am Plus der Kathodenkombination der nachfolgenden NF- Vorverstärkerröhre AC2. Die positive "Anoden"- Spannung ist hinter dem 1KOhm nach Masse "herunnterziehbar", so daß hier eine Spannung von Null bis etwa 15 V anstehen kann.
Diese Anodenspannung wird -zusätzlich zur NF- über einen 1 MOhm- Widerstand auf das Gitter 1 der nachfolgenden NF- Verstärkerröhre AC2 gekoppelt.
Der Anodenspannung entgegen wirkt

Damit kann u. U. eine positive Spannung am Gitter der AC2 anstehen !
Der Spannung an der Anode wirkt die gewonnene (und durch die Triode der ABC1 verstärkte) Richtspannung beim Empfang eines Senders entgegen.

Je nach der voreingestellten Spannung an Triode ABC1/ Gitter 1 der AC2 wird die AC2 mehr oder weniger gesperrt, voll gesperrt ist also Ruhe.

Lautlose Sendereinstellung = Rauschsperre
Wenn man die Vorspannung feinfühlig einstellt, kann man also das Rauschen "wegdrehen", ein einfallender Sender öffnet die Röhre bei ausreichender Feldstärke.
Das ist das Prinzip der "Squelch", der feldstärkeabhängigen Rauschsperre.
Der Schwellwert ist nicht immer gleich, logischerweise abhängig vom Grundstörpegel auf dem Empfangsband. Je stärker ein Sender ist, desto besser funktioniert die Rauschsperre.

Die Veränderung der Vorspannung der NF- Vorverstärkerröhre läßt eigentlich  Verzerrungen erwarten.
Tatsächlich sind in der Nähe des Schwellwerts Verzerrungen hörbar, besonders bei Sprache.
Zusätzlich werden möglicherweise auch Verzerrungen , die in der nichtlinear arbeitenden ABC1- Triode über den Widerstand zum G1 der AC2 gekoppelt.

Klangverbesserung: Tiefenanhebungs- Effekt
Die Verzerrungen haben jedoch einen überraschenden Effekt: Je nach Qualität und Feldstärke eines einfallenden Senders werden scheinbar die Tiefen angehoben- Musik hat plötzlich wesentlich bessere Qualität, Sprache, die durch Rauschen stark gestört ist, hebt sich aus dem Rauschen heraus, und wird (besser) verständlich !

Die scheinbare Anhebung der Tiefen durch Verzerrungen wurde in der Fachzeitschrift "FT" beschrieben, ich habe dies in einer meiner Schaltungsbesprechungen, den "Edi's Specials" beschrieben, siehe hier.

"Stereo- Effekt"
Noch besser: Durch die frequenzmäßig unterschiedlichen Frontlautsprecher, evtl. gegensätzliche Phasen, ergibt sich bei gutem Empfang ein (scheinbarer) Raumton !!!
Das tritt ähnlich plötzlich ein, wie man es von sich einschaltenden Stereo- Dekodern kennt !
Die Wirkung ist absolut verblüffend.

Es ist natürlich nicht im Geringsten Stereo !
Es ähnelt eher dem späteren "3D" der Monoradios der 50er Jahre, später "Pseudo- Stereo" genannt, hier wurden Hochtöner, gegenphasig zum Hauptlautsprecher geschaltet, verwendet.

Dieses "Stereo" ist im Werbeblatt ders Nachfolgemodells "Ultramar 37" beschrieben, siehe Werbeblatt 2 auf der Eingangsseite des Restaurationsberichts.
Echtes 2- Kanal- Stereo war damals noch gar nicht bekannt.


Der 37er "Ultramar" hat lediglich als zusätzliche Funktion die Möglichkeit, auf Geradeaus- Ampfang umzuschalten, in der Mischstufe werkeln nun Oktoden, schaltungsmäßig ist nur wenig anders.

Diese speziellen Funktionen sind mir bisher unbekannt, es ist absolut erstaunlich, immerhin hat der "Ultramar" schon 82 Jahre auf den Röhren !

Ich möchte demonstrieren, wie sich die Tiefenanhebung anhört, hier ein kurzes Video, empfangen wird ein Sender auf der Mittelwelle.
Mittels des Stellers für lautlose Senderwahl lassen sich die Tiefen zu- oder wegdrehen.

Das Video bitte mittels an den PC angeschlossenen Stereoanlage wiedergeben, um die Tiefenanhebung hören zu können.
Den Pseudo- Stereo- Effekt kann man hier nicht hören, es ist eine Monoaufnahme.
Der Effekt ist auch nur direkt vor dem Gerät hörbar, die "Basisbreite" ist aufgrund des geringen Lautsprecherabstands nur gering.

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