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Audios von Radios, Fernsehern, Boxen und anderen Geräten anfertigen

Audios von Radios, Fernsehern, Boxen und anderen Geräten anfertigen

Ich schreibe dieses Thema neu unter "Specials", weil es zwar Grundlagen betrifft, diese Ausarbeitung jedoch eine Lösung bietet, die neu ist, und so in Grundlagen noch nicht beschrieben wurde.
Unten der bisherige, alte Text, den ich unter "Projekte" zu stehen hatte.

Um alte Radios in wirklich guter Qualität hören und vergleichen zu können, mußte man bisher direkt vor dem Gerät sitzen.
Versuche, den Klang per Mikrophon aufzunehmen, und an einem andere Ort per Lautsprecher das Hörerlebnis zu wiederholen, ist ohne gewaltigen Aufwand nicht möglich.

Physikalisch ist das dadurch begründet, daß der Klang, den der Hörer aufnuimmt, durch die Umgebung des Radios geprägt wird.
Dazu gehören Refektionen der Schallwellen an Wänden und harten Gegenständen, "Verschlucken" und Anheben bestimmter Frequenzen durch gegenseitige Aufhebung, Addition, sowie Resonanzen.

Zudem ist nur das menschliche Gehör durch die Verarbeitung der Schalleindrücke im Gehirn in der Lage, bestimmte Details einfach auszublenden.

Wenn man mit einem Mikrophon das Schallereignis aufnimmt, werden viele zusätzliche Komponenten mit übertragen oder aufgezeichnet, insbesondere die Reflektionen.

Wenn man dann an einem anderem Ort das Schallereignis auf Lautsprecher gibt... hört es sich unnatürlich an, mit viel Hall und Frequenzveränderungen, manchmal "wie aus der Waschküche".

Das leigt daran, daß das bereits durch Reflektionen veränderte Schallereignis nun auf Wiedergabewandler trifft, die ihrerseits eigene Umgebungseinflüsse dazubringen.

Es gibt Lösungen für das Problem:

Exakte Nachbildung Schallerzeugung/ Wiedergabe
Nachbildung des gesamten Schallerzeugers durch Abnahme des Schalls am Entstehungsort mit so vielen Mikrophonen, wie es Schallerzeuger gibt, Wiedergabe mit gleicher Anzahl Lautsprecher, die in gleicher Anordnung plaziert sind, wie am Schallerzeuger- Gerät, man denke an Geräte mit versetzten, schräg oder seitlich strahlenden Hochtönern, das Ganze im exakt gleichen Raum, wie am Entstehungsort.

Kunstkopf- Stereophonie:
Seit den 70ern bekannt- ein künstlicher Kopf mit Ohren und exakt nachgebildeten Gehörgängen, in denen Mikrophone angebracht sind, nimmt das Schallereignis auf.

Wiedergegeben wird mit einem guten Kopfhörer.
Auf diese Art und Weise ist tatsächlich eine exakte Übertragung und Wiedergabe des Schallereignisses möglich.
Eine Aufnahme ist jedoch aufwendig,
es ist immer ein guter bis sehr guter Kopfhörer nötig, und bei fehlerhaft durchgeführter Aufnahme findet beim Hörer eine Fehl- Lokalisation der Schallerzeugung statt ("z. B. die bekannte "im- Kopf- Lokalisation").

Edi's Methode:
Ein Radio muß so abgehört werden, daß "der Schall sich noch nicht entfalten konnte", somit keine Umgebungseinflüsse das Schallerignis beeinflussen.

Dann entfaltet sich der Schall erst in der fremden Umgebung, beinahe so, als ob das Radio dort stehen würde.

Beinahe, denn für eine 100%ig exakte Wiedergabe müßten so viele Kanäle zur Verfügung stehen, wie ein Radio Schallerzeuger -Lautsprecher- besitzt, d. h. also auch so viele Mikrophone und Wiedergabe- Lautsprecher, die auch noch die gleiche Schallaustrittsrichtung reproduzieren müßten.

Mit einem Trick ist eine gute Wiedergabe, die eine Qualitätsbeurteilung und Vergleiche ermöglicht, machbar.

Dazu sind so viele Mikrophone nötig, wie das Radio Schallerzeuger hat.
Jedes Mikrophon bekommt einen Schallerzeuger zugewiesen, und hört diesen ab, und zwar aus einer so geringen Entfernung, daß keine Schall- Reflektionen das Schallereignis verfälschen können.
Die Abhörung durch die Mikrophone erfolgt möglichst getrennt von den anderen Schallerzeugern, etwa getrennt durch Schalldämm- Materialien. Der Abhör- Abstand sollte gleich sein.
Alle Schallereignisse werden mit einem Mischpult zusammengemischt.

Damit ist nun das Gesamt- Schallbild des Radios zur Übertragung, Abhörung, Auswertung und Vergleich vorhanden.
So können auf jeden Fall Gesamt- Frequenzgang und Klirrfaktor bewertet werden.

Bei Stereo funktioniert dies dementsprechend auch.

Bei mehreren, dicht benachbarten Schallerzeugern (Boxen, Radios) kann evtl. 1 Mikrophon als Abhörgerät verwendet werden.

Nur beim "Pseudo- Stereo", bzw. früher "3D- Klang" ist es möglicherweise besser, die Aufnahme in gleicher Entfernung, jedoch nur direkt vor dem Radio vorzunehmen, weil die phasenversetzt in eine andere Richtung strahlenden Seiten- Lautsprecher, die meist auch Hochtöner sind, sonst Verfälschungen durch gegenseitige Auslöschung von Frequenzen erzeugen.
Der "3D- Effekt" selbst kann nur mit einer Stereo- Übertragung reproduziert werden. Hier wäre eine Kunstkopf- Stereo- Übertragung das bessere Mittel.

Als gute Entfernung hat sich eine Distanz von 30 cm erwiesen, die Leistung dabeio Zimmerlautstärke (50 mW) bis max. 1 Watt.

Mit niedrigerer Lautstärke können Reflektionen stören, es gibt ja keinen absolut schalltoten Raum, ebenfalls Fremdschall und Eigengeräusche von Empfängern (Rauschen, Brummen).
Bei hoher Lautstärke können die Mikrophone den Pegel nicht verarbeiten, und erzeugen selbst sehr hohen Klirrfaktor.

Bedingungen
Das Aufnahme- und Wiedergabe- Equipment sollte hochwertig sein.
Das Mischpult muß auf gleiche Verstärkung für alle Kanäle (bei 1 KHz Testton) bei gleichem Schallerzeuger- Mikrophon- Abstand eingestellt sein.
Bei Vergleichen sollte der Pegel des Gesamtsignals für alle Aufnahmen bei einem Testton gleich sein.
Die erstellten Aufnahmen bzw. Sound- Dateien sollten möglicht nicht -WAV- DAteien- oder verlustlos komprimiert sein-  FLAC- Dateien.
Bestenfalls eignet sich MP3 in niedriger Kompressionsrate, etwa 320 KBis/sec.

Die absolut exakte Übertragung und Wiedergabe des Original- Schallereignisses, wie es am Entstehungsort vorliegt/ vorlag, ist mit der Lautsprecher- Wiedergabe einer Stereoanlage nicht möglich.
Das sagte schon der bekannte Tonmeister E. Sengpiel:
"Wer ein Konzert wie im Original hören möchte, muß... in den Konzertsaal gehen".

Die beschriebene Lösung ist eine Hilfsmethode-  sie erlaubt die Beurteilung und den Vergleich des Klanges von Radios, Fernsehern, Boxen, u. a. Geräten am PC mit angeschlossenem, hochwertigen Verstärker und Boxen.
Auf diese Art und Weise kann man Geräte nach Frequenzgang und Klirrfaktor beurteilen und vergleichen.

 

Alter Text:

Ich habe mich recht intensiv mit der Audiosache befaßt. Ich kenne auch Kunstkopf, gab in der DDR damit eine Zeit Versuche.

Ich habe brauchbaren Aussagen eines professionellen Tontechnikers, sowie andere Untersuchungen mit meinen Schlußfolgerungen ergänzt, und eigene Untersuchungen gemacht.

Ergebnis:
Kunstkopf ist ungeeignet.
Grund: Setzt IMMER KOPFHÖRER voraus. Und die hat nicht jeder.
Und: Über Boxen klingt das grausam.
Grund: (beabsichtigte !) Reflexionen am künstlichen Ohr, die "frühen Reflexionen" ("early reflections").
Das Signal ist auch nicht mehr zu entzerren.

Im normalen Raum, in Hörerabstand, und Wiedergabe über Boxen... geht auch nicht.
Obwohl man doch sein eigenes Radio gut hören und beurteilen kann.
Komisch, nicht ?
Grund: Es wird IMMER die Eigenschaft des Schallerzeugers im Raum, sowie die Eigenschaften des Raumes, abgebildet, vor allem Reflexionen von Wänden.
Und das menschliche Gehör (Ohr und Gehirn !) kann die "späten Reflexionen" selektiv wegblenden !
Bei der Wiedergabe sind Schallerzeuger und Raum jedoch mit anderen Eigenschaften versehen, nun nimmt das Mikrofon die späten Reflexionen wahr, weil sie gänzlich anders sind, sie werden sozusagen als Fälschung, oder nicht übereinstimmend, erkannt !
Das erzeugt den "Waschküchen- Klang". Waschküchen gab es früher in Mietshäusern, meist Betonboden und sehr harte, reflektierende Wände.

Es geht so:

Das KOMPLETTE  Schallereignis ab Erzeuger abgreifen, ohne Reflektionen oder andere Beeinflussung.
Dann das Signal transportieren, und wiedergeben.

Dann erzeugen die Boxen in "ihrem" Raum ihr eigenes Schallereignis, mit allen Reflektionen, und das Gehör des Hörers kann wieder erfolgreich filtern.

Wenn der Schallerzeuger ein kompliziertes Abstrahlungsdiagramm hat, also mit verschiedenen Frequenzbereichen nach verschiedenen Seiten abstrahlt, ist das so nahezu unmöglich wiedergebbar, es sei denn, man würde für jede Abstrahlung einen Kanal haben, und eine gleiche Abstrahlung am Wiederrgabeort ermöglichen, etwa eine Boxensäule mit gleichen Abstrahlrichtungen.

Da Letzteres einen extremen Aufwand erfordert, ist es besser, ALLE Frequenzen ALLER Abstrahlrichtungen genau gleich zu erfassen, und zusammenzuführen.

So kann zwar nicht die Abstrahlung des Original- Schallerzeugers simuliert werden, aber der Frequenzgang, wenn der Schallerzeuger als Punktschallquelle -EIN Lautsprecher, früher für Studio- Abhöreinrichtungen der Standard- betrachtet wird.
Es ist also nötig, das Schallereignis so nah wie möglich, und mit möglichst Null Reflektionen, aufzuzeichnen, und zwar von allen abstrahlenden Lautsprechern, in genau gleichen Abständen aller Mikrophone, mit gleichen Pegeleinstellungen.

Das leistet ein Mischpult mit 4 Eingängen, sowie 4 guten Mikrophonen. Es müssen auch wirklich gute Mikros sein, die sind nicht mal besonders teuer. Kondensator- Meßmikrophone gehen, wenn das Mischpult eine Phantomspeisung ermöglicht,, auch gute Gesangsmikrophone mit erweitertem Höhenbereich sind geeignet, und sind nicht unbedingt horrend teuer.
Dinger für 5- 20 Euro allerdings... sind Kinderspielzeug.
Die Wände des Abhörraumes sollten "weich" sein, etwa mit flauschigen Decken und Gardinen behangen. Es muß kein "schalltoter Raum" sein. (schalltot gibt es ohnehin nicht.).

Als günstigenAufnahmeabstand konnte ich 30 cm ermitteln- möglichst genau in der Mitte des ankommenden Schalls.

Näher "überfährt" der austretende Schall das Mikrophon, weiter weg hat man schon hörbar Reflektionen von Wänden.
Die vereinfachte Methode ist die Aufzeichnung mit nur 1 Mikrophon, 30- 100 cm vor dem Gerät. Das ist aber suboptimal, wenn z. B.Hochtöner seitlich abstrahlen, deren Höhen fehlen dann, weil das Mikrophon hauptsächlich vom Frontlautsprecher angestrahlt wird. Bei  einem größeren Abstand als 30 cm hat man die in anderen Richtungen abgestrahlten Frequenzen zwar teilweise wieder im Signal, aber dafür dann wieder die Wand-Reflektionen.
Das mit mehreren Mikrophonen aufgenommene und zusammengemischte Signal enthält den gesamten Frequenzgang, auch wenn das so in der Realität nicht gehört werden kann, weil man ja nicht mit den Hörer- Ohren "um das Gerät herumsitzen" kann.So kann man  jedoch das Signal, welches keine größeren Verfälschungen enthält, über die eigene Stereoanlage wiedergeben, die Wiedergabe erzeugt dann eine eigene Akustik ds Wiedergaberaums- das Gehör des Hörers wird nicht durcheiandergebracht, und so kann man auch gut ein Gerät mit anderen vergleichen.

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