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Special: Holland- 30er Jahre- Einknopfbedienung

Special: "Einknopfbedienung"- Philips "Monoknopf"

"Einknopfbedienung"...war eine zeitlang das erklärte Ziel der Entwickler, angesichts der "dampfbetriebenen" Geräte, die mit ...zig Hebeln, Einstellern und großen, skalierten Drehknöpfen eher einen Maschinisten benötigten, als daß sie für eine Hausfrau bedienbar wären.

Irgendwann waren dann Geräte meist mit zwei Knöpfen auf der Frontseite bedienbar, wichtig bei Geräten, die "blind" bedienbar sein mußten, wie Autoradios, in der Regel waren es Lautstärke und Abstimmung.

Ein Gerät, für das mit "Einknopfbedienung" beworben wurde, und das auch tatsächlich nur einen einzigen Bedienknopf, quasi einen Multifunktionsknopf, besaß, stellte Philips her.

Der Knopf realisierte folgende Funktionen:
Ein/ Aus
Wellenschalter KW, MW,LW, TA,
Ausschalter
Lautstärkeregler
Tonblende mit ZF- Bandbreitenregelung
Abstimmung, mit Fein- und Grobantrieb (!)

Was man heute mit Tipptasten und digitalen Menüs macht, ging damals rein mechanisch.


Das ist eines der Philips- Radios mit dem Joystick- Vorläufer "Monoknopf":
"Aachen" D52AU (1937/38).
Die Skala sitzt in einem einklappbaren (!) Bakelit- Aufsatz auf der Oberseite des Radios.


Bild
Im ersten Bild der Knopf von vorn. Der Drehknopf in der Mitte ließ sich nach oben, unten und seitlich bewegen, ähnlich dem Joystick, einige Drehungen bewegten den Skalenzeiger langsam, nach 3-4 Drehungen wurde dann auf Grobantrieb umgeschaltet.
Das große Knebelrad außen mit den zwei Anfassern ist der Wellenschalter.
Der Wellenschalter wurde über den langen Metallhebel betätigt.
 

Bild
Die Drehbewegung wurden über Seilrolle (im Bild die messingfarbene Rolle unten auf der Antriebsachse), übertragen.
Vertikal- und Horizontal- Bewegungen wurden über das "Mini- Kardan"- Gelenk (unter der Halbkugel) über Hebel an Bowdenzüge an entsprechend gestaltete Potentiometer übertragen, sowie parallel, ebenfalls über Bowdenzug an eine Umlenkmechanik, die die Spulen in den ZF- Filtern dreht.

Bild Detailansicht

Auf der Seilrolle lief ein übliches Skalenseil, dies übertrug die Bewegung auf ein dünnes Stahlseil, in einer Stahlaußenhülle, ähnlich Bowdenzug, das den Zeiger auf einer Glasstange führte.

Fazit: Technik und Feinmechanik vom Feinsten- beinahe Schweizer Uhrwerk. Kann sich das heute jemand für ein Radio vorstellen ?

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