Was sind Spitzentransistoren

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Was sind Spitzentransistoren ?

      
       

Spitzentransistoren waren die ersten Transistoren, die es gab, erfunden 1947 von Bardeen, Brattain und Shockley, im Labor der Telefon- Firma Bell (Bell Laboratories), USA.

Die Bezeichnung "Spitzentransistor" bezieht sich auf Metallspitzen zweier Drähte (Durchmesser und Abstand im Mikrometerbereich), die auf eine Scheibe Halbleitermaterial aufgesetzt waren. Eine der beiden Metallspitzen wurde mit hohen Stromstößen beaufschlagt, welche eine Verschweißung und Formierung der Materialien bewirkten.

Die Spitzentransistoren wurden in Handarbeit montiert, sie waren nur aufwendig zu fertigen, die Ausbeute an guten Bauelementen war gering, es war also sehr schwierig, eine Produktion großer Stückzahlen mit geringen Toleranzen zu realisieren.

November 1947... setzte eine intensive Forschungs- und Experimentiertätigkeit ein, die im Dezember 1947 in der ENtdeckung des Spitzentransistors gipfelte.
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Bei aller Freude über die Entdeckung: Der erhaltene Transistor hatte erhebliche Nachteile, Er war schwer zu handhaben und teuer in der Herstellung, sein technischer Nutzen daher gering. Der Wert des Spitzen t ransistors bestand vor allem in den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die mit seiner Hilfe gewonnen wurden. Technisch gese-hcn war er ein Mißerfolg, aber er war - um wieder mit Shockley zu sprechen — ein kreativer Mißerfolg. Tatsächlich hatte Shockley schon einen Monat später, im Januar 1940, die Idee, die beiden Mctallkon-takte durch Halbleiter matcrialicn zu ersetzen. Aus dem Spitzentransistor wurde dadurch ein Flächentransistor. Bis zur Realisierung dieser Idee vergingen allerdings weitere Jahre. Schwierig war insbesondere die Gewinnung der erforderlichen Materialien. Hierbei waren wieder (Chemiker und Metallurgen gefragt. Es mußten Einkristalle von Germanium hergestellt und das Halbleitermaterial auch entsprechend dotiert, das heißt mit Fremdsubstanz versetzt werden. Dank der nun vorliegenden wissenschaftlichen Theorien konnte man aber bei der Suche nach geeigneten Stoffen zur Dotierung gezielt vorgehen. Mitte der fünf? ige r Jahre hatte' der Flächentransistor seinen Vorgänger, den Spitzcntransiitor, praktisch völlig verdrängt.
In den fünfziger Jahren begann der Siegcszug des Transistors- Dank ihrer geringen Große wurden Transistoren zunächst vor allem in Hörgeräten, später auch in I kr z Schrittmachern eingesetzt. Dann gelang es, sie auch in der Rundfunk- und Nachrichtentechnik zu verwenden. Aus dem Röhren- wurde das Transistorradio. Im Endeffekt löste der Transistor die Röhre auf praktisch allen Anwendungsgebieten ab. Die wissenschaftliche und technische Fortentwicklung ließ dabei eine Violzahl spezifischer Transistor formen entstehen. Darunter war auch der ursprünglich von Shockley gesuchte Feldeffekttransistor, der 1957 erstmals vorgestellt wurde.

Quelle: Buch Hermann/ Schönbeck: "Technik und Wissenschaft", 1991)


Die Spitzentransistoren wurden sehr schnell durch die in Massen und mit geringen Toleranzen produzierbaren Flächentransistoren abgelöst. Spätestens 1960 hatten sie keine Bedeutung mehr, sie wurden... vergessen.

Dennoch besitzen sie einige nutzbare Eigenschaften, die ihre Nachfolger nicht haben.

Es lohnt durchaus, sich mit diesen ersten Halbleiter- Bauelementen, Vorgänger unserer heutigen hochintegrierten Transistoren und Schaltkreisen, die es ohne sie gar nicht gäbe, zu beschäftigen.


Die Erfinder des Transistors, John Bardeen (mit Brille), William Shockley (sitzend) und Walter Brattain (rechts).
(Quelle: http://it-spots.de/category/geschichte/2-computergeneration/)

 

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