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Elmug- Fälschung bei G Griesser

Elmug- Fälschung bei G. Griesser (Fotoserie unten)

Dieses Gerät fand ich vom Besitzer im GFGF- Forum beschrieben, ich darf über das Radio hier berichten- Dank an Hr. Grießer !

Das Radio "Elmug- Fälschung" habe ich so benannt, weil es eine auf den ersten Blick professionell erstellte Rückwand mit Typenbezeichnung und Beschriftungen der Anschlüsse enthält.

Allerdings ist die Beschriftung gefälscht !
Die Gerätebezeichnung ist die eines Radios der Fa. Elmug, diese bezeichnet jedoch einen 1- Kreis- Geradeausempfänger, die Fälschung ist ein Superhet.
Die Geräte sind unterschiedlich groß, und in keiner Weise ähnlich.
Zudem sind die Beschriftungen russische (kyrillische) Buchstaben, aber es sind deutsche Begriffe, nur mit kyrillischen Lettern gedruckt.
Im Innern befinden sich etliche Fremdteile, u. a. eine Skalenscheibe vom Telefunken "Zeesen", eine unbekannte Halterung, sowie Spulensatz- Teile, die zwar industriell verbaut waren, aber nach Niedergang des Herstellers in Bastlerläden verkauft wurden.

Anfang der 50er Jahre wurden von Radioläden und Musikhäusern Bausätze für Radio- Eigenbauten zusammengestellt, dabei wurden wahrscheinlich auch Gehäuse von Herstellern bezogen, oder bei diesen in Auftrag gegeben. Die Gehäuse mußten sich wahrscheinlich von aktuellen Produkten unterscheiden, darum haben die Eigenbauten meist eigene Gehäuse, die aktellen Geräten jener Zeit bestenfalls ähneln. Vielleicht wurden solche Gehäuse nebenbei aus Material- Über-Lieferungen hergestellt, oder als "Konsumgüterfertigung" für Bastlerbedarf, das war typisch in der DDR.
Das würde das schöne Gehäuse erklären.


Es wird von einigen Radiofreunden ein Entwicklungsmuster oder Messemodell der Fa. Elmug vermutet, jedoch würden wahrscheinlich Firmen professioneller vorgehen, und keine bereits existierende Typenbezeichnung eines Gerätes, welches vielleicht 2 Jahre davor hergestellt wurde, noch einmal verwenden.

Ich halte es für wahrscheinlich, daß dieses  Gerät von einem Elmug- Mitarbeiter, der Zugang zu dem Siebdruck- Rakel der Typenbezeichnung hatte, gebaut wurde. Möglich, daß es beabsichtigt war, an Russen zu verkaufen, der Erbauer aber keinen Zugang zur russischen Sprache hatte.
Das spricht für einen Privatbau, der mit der Typenbezeichnung eines bekannten Geräts/ Herstellers aufgewertet wurde.

Warum dieses Gerät so gebaut und benannt wurde, wird wohl für immer im Dunkeln bleiben- das Radio ist jedoch optisch sehr schön, und auch handwerklich und funktechnisch gut ausgeführt.

Für mich... ein schönes, gut ausgeführtes, und außergewöhnliches, -und unbedingt erhaltenswertes- Einzelstück.
Ich würde wetten, daß es Galaxis- weit kein zweites Exemplar gibt.


Sehr schöne Frontansicht.
Das Magische Augs konnte wegen der Größe der Seilscheibe auf dem Drehkondensator nicht exakt mittig über dem mikttleren Drehknopf plaziert werden- das wäre mit einem größeren Chassis möglich gewesen, das Gehäuse hätte den Platz geboten.



Ich hatte einst Schul- Russisch... was da auf der Rückwand steht, ist kein Russisch, wie der Besitzer schon feststellte, sondern Deutsch in kyrillischen Zeichen.
Da steht "Aus" mit deutschen und kyrillischen Schriftzeichen... Quatsch mit Soße. Korrekt: "wuikl" (natürlich in kyrillen Zeichen)- Ausschalter = wuikljutschenja. (Eigentlich "abschließen", da steckt auch "kljutsch" = Schlüssel mit drin).
Bei Tonabnehmer steht "Adapter", das wurde sogar noch durchgehen.
Unter "Sprache" steht dasselbe in russischen Schriftzeichen... total Müll. Russisch wäre "jasuik" richtig.
"Erde" auch mit kyrillischen Zeichen. Russisch korrekt wäre "sasemlenia", von Erde = semlja.
"Antenne" ebenfalls nur mit kyrillischen Zeichen "transkribiert", russisch korrekt "antenna".

Die Rückwand ist natürlich nicht vom Elmug "Alfa", viel zu groß.


Wie bei vielen DDR- Eigenbauten, ist hier der hochwertigen Keramik- AM- Spulensatz von Hescho verbaut worden. Diese Spulensätze wurden in vielen Bastlerläden angeboten, vermutlich, als die "Walter Funk- Werke", die diese Teile verbauten, durch staatliche Zwangsmaßnahmen gegen den Eigentümer geschlossen und aufgelöst wurden.


Blick auf die Chassiskante.Ungenutzte Bohrlöcher lassen vemuten, daß dieses Chassis von einem anderem Gerät stammt.
Die Buchsenleisten sind nicht exakt gerade, seitlich eingebaut, geschraubt statt genietet.
Die Skalenhalterung scheint industriell gefertigt zu sein, laut Hr. Grießer stimmt die Zeigerweglänge jedoch nicht mit der Skale überein.
Auch hier ist liegt die Vermutung eines zusammengekauften oder zusammengestellten Eigenbaus nahe.


Die Chassisunterseite sieht normal aus. Kondensatorenbeschriftungen von 1953 lassen das Herstellungsjahr 1953/54 vermuten.

 

 

 

 

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