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Tischgerät bei Edi

Tischgerät bei Edi

Ein industrielles Gehäuse, mit einem besonders aufwendigen Eigenbau- Chassis, welches extrem eng eingepaßt wurde, und dieses Gerät hat diesmal sogar ein magisches Auge und UKW, Baujahr vermutlich um 1958.


Frontansicht. Die vorderen Knöpfe fehlen.

Das Gehäuse ist industriell gefertigt, hat einen -leider extrem schwachen, nicht entzifferbaren- Hersteller- Stempel und
Produktionsnummern, vorgebohrte Bodenlöcher und Ausschnitte lassen
auf ein gänzlich anderes Chassis schließen, als innen zu finden ist, es ist wahrscheinlich ein Gehäuse eines bekannten Gerätes, es erinnert an Nachkriegsgeräte von Siemens, oder an RFT- Geräte der Betriebe  Sonneberg oder Dresden.
Skale und Gehäuse haben leichte Beschädigungen.
Die Skale hat hat bereits eine Teilung für UKW, nach Kanalnummern.

Das Gerät hat 3 x Kurzwelle, Mittelwelle, Langwelle und UKW.


Das Chassis mit den einfachen Buchsen- Durchbrüchen erinnert an Carstens Schrank, ebenfalls die Lautsprecher- Bauform und die G. Neumann- Filter.
Der Wellenschalter, hier nicht zu sehen, erinnert hingegen an das umgebaute Imperial- Gerät.
Die Diodenbuchsen (parallelgeschaltet zu den Telefonbuchsen) wurden erst viel später nachgesetzt, diese Arbeit wurde sehr unsauber ausgeführt. Auch fällt ein unsauberes Loch in der Schallwand auf, hier war vielleicht mal ein anderer Lautsprecher befestigt.
Links auf dem Chassis ein Neumann- UKW- Tuner, den es auch als Einzel- Baugruppe, als Ersatzteil oder für für Bastler, gab.
Beachtlich die Bauhöhe des Aluminium- Chassis, es ist auch sehr stabil gebaut.
Auffällig die teilweise Bestückung mit Oktalröhren.

Die Mischbestückung mit Oktalröhren war gelegentlich in industriellen DDR- Geräten  zu finden- Grund war, daß die Besatzungsmacht Sowjetunion Oktalröhren verwendete, die eigentlich... abgekupferte amerikanische Oktalröhren waren, oft war der Unterschied nur die in kyrillischen Zeichen vergebene Bezeichnung, die als Laut der amerikanischen Bezeichnung entsprach.
Die DDR baute Anfang der 50er Jahre aufgrund der Kriegs- Reparationsleistungen Oktalröhren und Geräte mit diesen, und verwendete sie gelegentlich in Form von Mischbestückungen, wenn die Produktion  benötigter Röhrentypen keine ausreichende Stückzahl hergab.
DDR- Oktalröhren haben oft 2 Bezeichnungen, die russische, darunter die amerikanisch/ europäische Bezeichnung !

Eine Prüfung des Röhrensatzes auf Funke W19 ergab:
Das magische Auge ist optisch fast tot, jedoch bei guten Emissionswerten, das gibt es oft- die Kathodenbeschichtung ist noch gut, aber die Leuchtschicht auf dem Schirm ist total verbraucht.
Die 6AC7- Stahl- Oktalröhren (DDR- Produktion) sind normal verbraucht, am unteren Ende von "Gut" bis Mitte "Gut", dürften nach meiner Erfahrung aber noch funktionieren.
Die 6H6 (Demodulator- Doppeldiode für FM) ist sehr gut, jedoch ist hier ist eine amerikanische Stahl- Oktalröhre von RCA verbaut.
Die DDR- "Stahlröhren" ECH11, EBF11, EL11, EZ11 sind dagegen im "Fast- Neu- Zustand" !

Chassis von oben
Chassis von oben, Endröhre und Gleichrichterröhre nur abgezogen, sie sind
vorhanden.
Der Netztrafo ist der allen DDR- Bastlern bekannte "Universaltrafo Neumann N102U". Filter und UKW- Tuner U3 stammen von Neumann. Der 2fach- AM + 4fach- UKW- Drehko ist aus den Staßfurter Radios der Serien xExxx und xUxxx bekannt, die Anfang bis Ende der 50er Jahre gebaut
wurden.
Aufwendig auch die Halterung für die Skalenscheibe.

Die Verwendung mehrerer Bausatz- Teile der Fa. G. Neumann läßt an ein einen kompletten Geräte-Bausatz denken.

Unbek_Eigenbau_Chassisunterseite
Chassis- Unterseite, nach der Restauration und Teil- Neuverdrahtung der Chassis- Unterseite fotografiert, da die Verdrahtung durch verschiedene Reparaturversuche unsauber war.
Spulensatz ist der Superspulensatz Ssp156 von G. Neumann.

Schwer zu erkennen: Ein blanker Massedraht geht vom linken Blockkondensator im Metallgehäuse zur rechten Seite, dann nach unten. Jede Stufe hat an dieser
Spannungsschiene einen eigenen, zentralen Erdungspunkt.

Die Schaltung kommt vom Hersteller des Spulensatzes (Fa. G. Neumann), der Schaltungsvorschlag des Herstellers schrieb den zentralen Erdungspunkt vor.

Vorbildlich ! So steht es in den Lehrbüchern !
Der Erbauer hat es auch in vorbildlicher Weise ausgeführt.

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